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Gruppenausstellung: A Look Away – South African photography today (vorbei)

25 Oktober 2008 bis 20 Dezember 2008
  A Look Away – South African photography today
Guy Tillim
 
  Kuckei + Kuckei

Kuckei + Kuckei
Linienstraße (backyard) 158
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-883 43 54
www.kuckei-kuckei.de


A Look Away - South African photography today

25 October - 23 December 2008

Eröffnung: 25. August, 19:00 - 21:00 Uhr

Pieter Hugo
Sabelo Mlangeni
Mikhael Subotzky
Nontsikelelo Veleko
Guy Tillim


»A Look Away« ist die erste von zwei Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst aus Südafrika in der Galerie Kuckei + Kuckei. Während sich die erste Ausstellung auf die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Fotografie konzentriert, wird die zweite, mit dem Titel »Why not?«, auch Skulptur, Installation und Performance umfassen.

»A Look Away« stellt mit Pieter Hugo, Sabelo Mlangeni, Mikhael Subotzky und Nontsikelelo Veleko vier aufstrebende südafrikanische Fotografen unterschiedlicher Herkunft vor. Darüber hinaus wird eine beeindruckende Serie des Documenta-Teilnehmers Guy Tillim präsentiert.

Der Titel der Ausstellung - gleichzeitig der Name eines lokalen Kunstmagazins in Südafrika - beschreibt ironisch, was die Fotografen in Südafrika stets vermieden haben. Vor allem während der lang andauernden Demokratiebestrebungen in den Jahren vor 1994, war die Fotografie ein Instrument um politische und soziale Missstände schonungslos zu visualisieren, wie unter anderem in den Werken von Ernest Cole, Jürgen Schadeberg und David Goldblatt nachzuvollziehen ist.

Die jüngere Generation südafrikanischer Fotografen richtet nun ihr Augenmerk verstärkt auf das Unerkannte, Übersehene oder Undeutliche in der Gesellschaft. Alle vorgestellten Künstler in »A Look Away«, die sich ihren künstlerischen Traditionen wohl bewusst sind, portraitieren individuell afrikanische Realitäten und streben mit ihren Arbeiten nach neuen Ausdrucksformen innerhalb der zeitgenössischen Fotografie. »A Look Away« folgt der Argumentation der sensiblen Annäherung der jungen Fotografen, der beachtlichen Empathie und feinfühligen Dialogbereitschaft bei der Darstellung sozialer, politischer oder tagesaktueller Belange im südlichen Afrika.

Besonders in Zeiten, in denen in der öffentlichen Berichterstattung oft ein vereinfachtes und verzerrtes Bild Südafrikas dargestellt wird, vermag die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Künstlerpositionen - in diesem Fall der Fotografie - andersgeartete und skeptische Sichtweisen auf die klischeeartigen Berichte zu bewahren.

Kurator: Christian Ganzenberg

Pieter Hugo

Pieter Hugo
, geboren 1976 in Johannesburg, wuchs in Kapstadt auf, wo er bis heute lebt und arbeitet. Von 2002 bis 2003 studierte er bei Fabrica, einer von Benetton gegründeten interdisziplinären Kunstschule in Treviso, Italien. Hugo ist autodidaktischer Fotograf und Filmemacher, der sich in seinem Werk mit sozialen Themen in Südafrika und anderen Entwicklungsländern auseinandersetzt.
Seine Arbeiten waren in zahlreichen internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen, unter anderem in New York, Rom, Lissabon, Genf, Los Angeles, Mailand, auf der 27th São Paulo Biennale und im Witte de With in Rotterdam. Hugo gewann zahlreiche Auszeichnungen, unter anderen den ersten Preis des World Press Photo Wettbewerb 2006 (im Bereich Portrait), den Standard Bank Young Artist for Visual Art 2007 sowie kürzlich den Discovery Award 2008 des Rencontres d'Arles Festival. Weiterhin ist er der Preisträger des KLM Paul Huf Award 2008.
In der Ausstellung »A Look Away« bei Kuckei + Kuckei wird die Serie »Messina/Musina« zu sehen sein. Pieter Hugo gelingt mit dieser Arbeit ein eindrucksvolles Portrait der Grenzstadt im Norden Südafrikas. In seinen Fotografien von Individuen, Familien, Innenräumen, Landschaften und beiläufigen Details reflektiert Hugo die Wunden und Narben von Rassen, Klassen und Nationalitäten, die in dieser Grenzstadt mit Zimbabwe offen zu Tage treten.

Sabelo Mlangeni

Sabelo Mlangeni
wurde 1980 in Driefontein, einem Vorort von Johannesburg geboren.
Er war Student des von David Goldblatt gegründeten Market Photo Workshop, einem praxis-orientierten Ausbildungsprogramm, das grundlegende visuelle und fotografische Fähigkeiten an durch Apartheid benachteiligte Studenten vermittelt. Sabelo Mlangeni lebt und arbeitet in Johannesburg.
Er ist der Gewinner des Top 15 Ekurhuleni Fine Arts Award 2005. 2006 war er Preisträger des Edward Ruiz Mentorship Award. 2007 wurde Mlangeni vom südafrikanischen Kunstmagazin Art South Africa als »Young Bright Thing« ausgewählt.
Seine erste professionelle Dokumentarfotografie-Serie »Invisible Women« entstand 2006. Mehrere Monate hat Mlangeni, mit Ausdauer und großem Mut, die Arbeit der im Stadtzentrum Johannesburgs arbeitenden Reinigungsfrauen dokumentiert.

Mikhael Subotzky

Mikhael Subotzky
, 1981 in Kapstadt geboren, lebt und arbeitet in seiner Geburtsstadt. Er war der erste Student der Michaelis School of Fine Art in Kapstadt, der mit der Bestnote abschließen konnte. Subotzky's Fotografien sind bereits in den Sammlungen der Südafrikanischen Nationalgalerie, der Johannesburg Art Gallery und des Museum of Modern Art New York vertreten. Subotzky ist der jüngste Fotograf, der je von Magnum Photos in New York aufgenommen wurde. Er ist zudem Preisträger des ICP Infinity Award (Young Photographer) 2008, des KLM Paul Huf Award 2007, des City of Perpignan Young Photographers Award 2007 und Gewinner des F25 Award for Concerned Photography 2006.
In der Ausstellung »A Look Away« bei Kuckei + Kuckei wird seine neue Serie »Beaufort West« (2006-2008) gezeigt, die zeitgleich im MoMA New York, gemeinsam mit Arbeiten von Josephine Meckseper, in der Ausstellung »New Photography 2008« zu sehen ist. In dieser Arbeit portraitiert Subotzky eine kleine Wüstenstadt am Westkap, die von Arbeitslosigkeit, Gewalt, Kriminalität, Armut und Diskriminierung dominiert wird. Subotzkys Interesse galt zunächst der besonderen Lage des Gefängnisses von Beaufort West. Es befindet sich inmitten eines Kreisverkehrs im Stadtzentrum, an dem sich die beiden Hauptverkehrsstraßen zwischen Johannesburg und Cape Town kreuzen. Seine Portraits der unterschiedlichen Einwohner von Beaufort West, zu denen Gefängnisinsassen, Ausgestoßene, Familien, Anwohner und Durchreisende gehören, zeigen ein bewegendes Bild Südafrikas im angespannten Zustand der Post-Apartheid.

Nontsikelelo 'Lolo' Veleko

Nontsikelelo »Lolo« Veleko
wurde 1977 in Bodibe, North West Province in Südafrika geboren und wuchs in Kapstadt auf. Sie lebt und arbeitet in Johannesburg.
Nach einer Grafikdesign-Ausbildung an der Cape Technikon absolvierte sie ein Fotografie-Studium am Market Photo Workshop in Johannesburg. Bereits während ihres Studiums wurden Veleko's Arbeiten sowohl in Südafrika als auch auf zahlreichen internationalen Ausstellungen und in verschiedenen Publikationen präsentiert. Lolo Veleko wurde für mehrere Preise, Auszeichnungen und Stipendien nominiert; kürzlich gewann sie den Standard Bank Young Artist Award 2008.
In der Ausstellung »A Look Away« bei Kuckei + Kuckei sind Portraitfotografien junger SüdafrikanerInnen aus den Serien »Beauty is in the Eye of the Beholder I« und »Wonderland« zu sehen. Veleko gewährt uns in lebhaften und kraftvollen Bildern Einblicke in das urbane Leben Südafrikas und zeigt uns anhand ihrer präzisen Beobachtungen, welche Bedeutung die Mode für die Identitätsfindung jedes Einzelnen hat. Im gleichen Moment kreisen ihre Arbeiten um Fragen der Wahrnehmung von Schönheit und Identität, wobei diese, wie der Titel der Serie andeutet, stets im Auge des Betrachters liegt.

Guy Tillim

Guy Tillim
wurde 1962 in Johannesburg geboren. Er lebt und arbeitet in Kapstadt, Süd-afrika. Tillim ist einer der führenden zeitgenössischen Fotografen Südafrikas. Er begann 1986 für Afrapix sowie inländische und ausländische Medien professionell als Foto­journalist zu arbeiten. Für seine künstlerische und journalistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. 2002 den Prix SCAM (Societe Civile des Auteurs Multimedia) Roger Pic, 2003 den Higashikawa Overseas Photographer Award, 2004 den Daimler ­Chrysler Award for South African Photography und 2005 den renommierten Leica Oskar Barnack Award.
Tillims Werke sind in wichtigen internationalen Sammlungen vertreten und wurden in verschiedenen Ausstellungen gezeigt. Jüngst auf der Documenta 12, der São Paulo Bienal (2006), in der Neuen Galerie in Graz; bei Photography, Video, Mixed Media III im Daimler Contemporary in Berlin und in der groß angelegten Wanderausstellung Africa Remix. Die in der Ausstellung »A Look Away« bei Kuckei + Kuckei präsentierte Serie »Petros Village« war bereits im Museo di Roma in Trastevere in Rom als Teil des Rome Photo Festival zu sehen. In Petros Village, einem kleinen Dorf rund 50 km nördlich der Haupstadt Lilongwe in Malawi, nahm Tillim in mehrwöchigen Aufenthalten am Leben, den Unterhaltungen und Tagesroutinen seiner Bewohner teil. Seine gefühlvollen Bilder der Dorfbewohner und des Ortes verweilen in Ruhe und Zurückhaltung. Tillim's Blicke wenden sich ab vom sensationellen Ereignis, hin zu aufschlussreichen Momenten »dazwischen«. Mit seinen Bildern fängt er Gesten und Strukturen ein, die sonst leicht zu übersehen wären.

Wir freuen uns, Sie zur Eröffnung begrüßen zu dürfen!

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