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Gruppenausstellung: ABBILDUNG ÄHNLICH (vorbei)

7 August 2009 bis 29 August 2009
  ABBILDUNG ÄHNLICH
Deutschlandreise | Marc Hinz und Juliander Enßle
 
www.tzrgalerie.de TZR Galerie Kai Brückner

TZR Galerie Kai Brückner
Poststraße 3 / Galeriehaus, im Hof
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)211 - 917 44 89
www.tzrgalerie.de


„Abbildung ähnlich“ sagt: so könnte es sein, aber auch anders. Werbetexter haben mit die-
sem Kunstgriff aus Gründen der Gewährleistung in zwei Worten benannt, was die Fototheorie in den 70er Jahren als Erkenntnis aus langen Überlegungen zusammenfasste: Das Foto ist nie ausschließlich Abbildung. Lakonisch vereinnahmt der Titel so Abbildtheorie und konfrontiert sie mit dem pragmatischen Gebrauch.

Die Gruppenausstellung zeigt Arbeiten von 12 Studierenden der Studienrichtung Fotografie am Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund. Der Ausstellungstitel verweist in diesem studentischen Zusammenhang auch auf das stete Potential der Veränderung. Oft noch nicht endgültig abgeschlossen, werden die Arbeiten in einer bewußt offen gehaltenen Form als „Work in Progress“ präsentiert. Rahmung, Formate und Zusammenstellungen befinden sich hie und da noch in der Erprobungsphase, die Räume der TZR Galerie sind in den Tagen der Ausstellung vom 7. bis zum 29. August 2009 eine Art Versuchslabor, in dem der Ernstfall einer Ausstellung erprobt werden soll.
Konzeptuell ist die TZR Galerie Kai Brückner bereits seit ihrem Bestehen bestrebt, Studenten in dieser Form zu fördern. In den Vorjahren fanden Klassenausstellungen der Klassen Rudolf Bonvie, Johannes Brus und Katharina Sieverding in den Galerieräumen in Bochum statt. An diese Tradition anknüpfend folgt in diesem Sommer erstmals in der Elisabethstrasse in Düsseldorf die Ausstellung von Studierenden der Seminare „Advanced Studies“ von Susanne Brügger, die seit 2002 Professorin für Fotografie und Neue Medien an der FH Dortmund ist.

In der Arbeit „Sein oder Haben“ thematisiert Malte Wandel die paradoxe Koexistenz einer von Weißen dominierten Party- und Luxusszene Südafrikas in schöner Landschaft und mit allgegenwärtiger Waffenpräsenz in einer durch territoriale Gegebenheiten bestimmten Ordnung. Die Arbeit ist realisiert als elfteilige Installation und Buch.

Lennart Selle zeigt in seinem insgesamt 80 minütigen Film „ Protective Cape“ die Wechselwirkung von alltäglicher Gewalt und der daraus resultierenden Abschottung in der von Kontrasten bestimmten Gesellschaft Kapstadts in einer Reihe von zehn Interviews.

Aus Ghana stammen die Gläubigen der CFAEM Gemeinde (Christ for all evangelistic ministries). Daniel Hofer portraitiert die Mitglieder dieser Gemeinde, die sich jeden Sonntag festlich gekleidet zum Gottesdienst im Hafen von Dortmund-Huckarde treffen. Seine Serie „Sunday Morning“ zeigt den Kontrast von festlichem Ritual und karger Umgebung. Die Bilder verweisen auf einen durch urbanes Wachstum bedingten Strukturwandel, der Orte neu konnotiert.

Das Besondere im Alltäglichen entdecken Marc Hinz und Juliander Enßle auf ihrer „Deutschlandreise“. Ihre Kameras halten den flüchtigen Seitenblick fest. Vorüberziehende Momente, im Vorbeigehen gesammelt, aber gezielt ausgesucht, werden bild- und damit beachtenswert. Die Fotografen kreieren in dem von Ihnen gestalteten Buch einen atmosphärisch verdichteten Erlebnisbericht von einer Reise durch das alltägliche Hier und Jetzt Deutschlands.

In der Serie „Wahllokale“ dokumentiert Moritz Kappen Klassenzimmer, Firmenkantinen und Flure und zeigt diese Orte der Bürgerentscheide in unaufgeregter Profanität und alltäglicher, bisweilen skurriler Alltagsbanalität.

Vitali Saloshanka thematisiert das Befremdliche seiner Heimatstadt Minsk. Die Serie „Dreamland“ zeigt Ansichten von Minsk, die auf entlarvende Art und Weise die Diskrepanz zwischen Lebensanspruch und -wirklichkeit thematisieren.

Olga Kesslers Arbeiten sind Zeugnisse zweier Reisen, die die Fotografin zurück in ihre Heimat Weißrussland und Kasachstan führten. Sie portraitiert Kinder und Jugendliche, deren Zukunft in einer Vergangenheit liegt, die sie nicht zu verantworten hatten. Sie befinden sich in einer doppelt codierten Übergangssituation: biologisch im Übergang vom Kind zum Erwachsenen, geboren in eine Umgebung, die vom Transit, vom Weggehen und Bleiben, von kulturellen Verlusten und einer vagen Hoffnung auf Zukunft erzählt.

Joscha Bruckert stellt in seiner Arbeit „Was macht die Liebe in Mexiko?“ die Behauptung auf, jedes Bild sei ein Selbstporträt und die subjektive Spur der Autorschaft sowie ein zeitlicher Kontext seien unweigerlich im Bild präsent. Seine Lieblingsbilder aus der Malerei, ein persönliches „imaginäres Museum“, bilden dabei den Fundus für Fragen nach der Bildschöpfung selbst und der Beeinflussung durch Vorbilder.

Marcel Wurm richtet seine systematischen Beobachtungen auf die Details der Gebrauchsspuren. In der Serie „Graukarten“ erhebt er das ebenso profane wie unentbehrliche Hilfsmittel der Fotografie zur Ermittlung richtiger Belichtungswerte zum sehenswerten Ding. Tatsächlich entstehen durch Ablichtung und Vergrößerung abstrakte Bildauffassungen und Figurationen.

Michael Lämmler thematisiert in seiner Arbeit die Grenze der Imagination. In dem Stillvideo „Rückvermittlung“ verstört das Bild eines sargähnlichen Gebildes in einem Kinderzimmer.

In der Arbeit „Vice“ schließlich verweist Dirk Rose auf die Konventionen der Inszenierung des repräsentativen Portraits. Zur Bestimmung der richtigen Licht- und Bildkomposition für Auftragsportraits von Prominenten tritt er als Assistent an die Stelle des Portraitierten. Rose taucht in Bild- und damit Bedeutungszusammenhänge ein, die nicht für ihn konzipiert wurden. Er erscheint als Politiker, Schauspieler, Star. Jenseits der einschlägig bekannten Selbstinszenierungen in der Tradition Cindy Shermans präsentiert Dirk Rose das fotografische Selbstportrait hier als Inszeniertwordensein durch den Fotografen - als Platzhalter für eine Rollenkonvention des öffentlichen Bildes.

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