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 Merz Kurt Schwitters | | |
Materialreiche und raumgreifende Installationen zählen in europäischen Museen und Ausstellungshallen zunehmend zum Inventar. Doch selten hat bislang ein Ausstellungsprojekt nach den Wurzeln künstlerisch gestalteter Räume in der Moderne gesucht.
Aller Anfang ist MERZ - Von Kurt Schwitters bis heute erhebt die Entwicklung der Rauminstallation zur zentralen Fragestellung: Durch die Verflechtung einer umfassenden Retrospektive des Universalkünstlers Kurt Schwitters mit der Wirkungsgeschichte seines phantastischen MERZbaus fragt die Ausstellung nach der historischen Rückbindung der künstlerischen Installation, dem gegenwärtigen Diskussionsstand und den Verweisen in die Zukunft. Über 250 Arbeiten von Kurt Schwitters stehen in einem Dialog mit 37 künstlerischen Positionen aus den letzten fünf Jahrzehnten.
Das Kurt Schwitters Archiv im Sprengel Museum Hannover, das über die weltweit umfangreichste Dokumentation des Schwittersschen Œurvres verfügt, ermöglicht eine Auswahl von Werken, die sowohl kunsthistorische Klischees als auch mythische Verklärungen der Person des MERZkünstlers aufbricht. Die Präsentation nahezu unbekannter Werkgruppen neben Schlüsselwerken der 20er Jahre eröffnet überraschende Perspektiven. Der weitreichende Einfluss, den der Wort- und Klangkünstler Schwitters noch heute im Grenzbereich von Musik und Literatur ausübt, wird durch ein facettenreiches Begleitprogramm ausgelotet.
Die Impulse, die das Schwitterssche ›Prinzip Collage‹ nachfolgenden Künstlergenerationen gab, dokumentieren ausgewählte Positionen der britischen und amerikanischen Pop Art, des Nouveau Réalisme und des Fluxus. Schwitters´ Credo ›Beziehungen schaffen, am liebsten zwischen allen Dingen der Welt‹erweist sich auch mit Blick auf die junge Kunst als erstaunlich aktuelles Konzept:
Acht zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen verwirklichen in Aller Anfang ist MERZ Raumkunstwerke, die Alltagsmaterialien einer postindustriellen Gesellschaft integrieren und damit die Frage nach der Grenze von Kunst und Leben aufwerfen. Vom MERZbau ausgehend lassen sich in der Ausstellung teils klare, teils verwischte Spuren bis zu den vitalen neo-dadaistischen Tendenzen unserer Tage, bis zur Kontext Kunst, dem Cross Over und dem Sampling verfolgen.
Kuratorinnen:
Susanne Meyer-Büser, Sprengel Museum Hannover, und Karin Orchard, Kurt-Schwitters-Archiv im Sprengel Museum Hannover.
Partner der Ausstellung:
Die Ausstellung findet im Rahmen des Kulturprogramms der EXPO 2000 und in Kooperation mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung gemeinsam mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband, der Norddeutschen Landesbank, der Stadtsparkasse Hannover und den VGH Versicherungen statt. Medienpartner sind N3 hallo Niedersachsen und NDR 1 Radio Niedersachsen.
Schirmherrschaft:
Aller Anfang ist MERZ steht unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Dr. Michael Naumann, Beauftragter der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien.
Katalog:
Es erscheinen eine deutsche und eine englische Ausgabe im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, hrsg. v. Susanne Meyer-Büser und Karin Orchard, mit Beiträgen von Dietmar Elger, Isabelle Ewig, Justin Hoffmann, Ines Katenhusen, Ulrich Krempel, Anette Kruszynski, Susanne Meyer-Büser, Karin Orchard, Gerhard Schaub, Isabel Schulz (344 Seiten, über 400 Abb., DM 48,- / EUR 24,54).
Symposium:
›Grenzüberschreitungen - Zwischen allen Künsten‹
Internationales Schwitters-Symposium
3. 11. - 5. 11. 2000
Sprengel Museum Hannover und Deutsche Gesellschaft für Ästhetik. Das Symposium wird unterstützt durch die Stiftung Niedersachsen und die Niedersächsische Lottostiftung. |