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Einzelausstellung: Ana Lupas (vorbei)

28 Juni 2008 bis 24 August 2008
  Ana Lupas
Humid Installation, 1970
Courtesy Ana Lupas
 
  Galerie im Taxispalais

Galerie im Taxispalais
Maria Theresien Straße 45
6020 Innsbruck
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)512-508 3171
www.galerieimtaxispalais.at


Ana Lupas

28. Juni - 24. August 2008

Pressegespräch: Freitag, 27. Juni 2008, 10 Uhr

Eröffnung: Freitag, 27. Juni 2008, 19 Uhr

Eröffnung durch Dr. Silvia Eiblmayr, Leiterin

Zur Ausstellung spricht Alina Serban, Kuratorin und Kunstkritikerin, Centre for Visual Introspection, Bukarest

Grußworte von Mag. Carmen Bendovski, Gesandte, Leiterin des Rumänischen Kulturinstitutes in Wien

Ana Lupas gehört international zu den wichtigsten Künstlerinnen, die durch einen differenzierten Schaffensprozess das konventionelle Verständnis der Konzeptkunst immer wieder erweitert haben. Als Schöpferin von Objekten, Textilarbeiten, Environments, Happenings, Installationen und Performances hat Ana Lupas ab der Mitte der 1960er Jahre ein vielschichtiges Bündel an künstlerischen Interventionen entwickelt, die die traditionelle Struktur des Kunstwerks systematisch unterminiert haben. Wesentlich ist auch der tiefgreifende Einfluss, den Ana Lupas mit ihrer außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit auf eine ganze Generation junger rumänischer KünstlerInnen in den 1970er Jahre hatte.

Zwischen den Räumen der Kunst und des Lebens angesiedelt, ist das Werk von Ana Lupas das Ergebnis eines langen Prozesses, der mit der Selbstbefragung beginnt, wie Kunst kommuniziert und gezeigt werden soll. Die Richtungen und Strategien ihrer künstlerischen Praxis unterstreichen die Tatsache, dass die Geste der Kunst / der Künstlerin von den BetrachterInnen nachzuleben ist und ihnen direkt zur Verfügung stehen muss. Im ihrem Streben, mit der Natur Verbindung aufzunehmen um eine universelle Harmonie herzustellen, nehmen ihre performativen Installationen und Objekte utopische Züge an und erhalten monumentale Präsenz.

Die Ausstellung in der Galerie im Taxispalais konzentriert sich auf zwei Arbeiten, die als große Außeninstallationen Mitte der 1960er und Anfang der 1970er Jahre entstanden sind: „Solemn Process" („Feierlicher Prozess", 1964) und „Humid Installation" („Feuchte Installation", 1970). Die Ausstellung zeigt eine Dokumentation dieser historischen Interventionen anhand von Fotos, Filmmaterial und konzeptuellen Zeichnungen, begleitet von einer Auswahl neuer Arbeiten.

Im Jahr 1970 schuf Ana Lupas im Dorf Mârgãu in Transsylvanien die erste große „Humid Installation". Sie erweiterte damit eine ältere Arbeit, die 1966 im Bezirk Grigorescu in Cluj entstanden war. Die für einen kurzen Zeitraum bestehende Installation wurde mit Hilfe von 100 DorfbewohnerInnen ausgeführt.

Die Künstlerin verleiht der häuslichen Geste des Wäscheaufhängens eine neue Funktion und Konnotation. Dutzende Wäscheleinen, die mit nassen weißen Stoffbahnen behängt waren, wurden über einen ganzen Hügel gespannt; sie strukturierten den Raum und zielten virtuell darauf ab, sich unbegrenzt fortsetzen zu können. Der symbolische Prozess der Reinigung, der hier durch einen ästhetischen Akt vollzogen wird, bedeutet für die Künstlerin auch eine Form sozialer Therapeutik.

Ana Lupas siedelt ihre Praxis nahe der Arbeit von Ethnologen an und bezieht sich oft auf visuelle Referenzen und Praktiken, die der traditionellen Kultur zugerechnet werden. So auch bei der bereits im Jahr 1964 geschaffenen Arbeit „Solemn Process", in der minimalistische Objekte aus Stroh in verschiedenen Größen hergestellt wurden: Stelen, Kränze und Ringe wurden vor und in den Häusern eines Dorfes installiert. Die dort ansässigen Menschen waren an der Herstellung dieser Objekte beteiligt, sodass „Solemn Process" auch ein traditionelles Ritual verkörpert, das in seiner Feierlichkeit nicht nur zur Produktion von schönen Formen und Strukturen führt, die mit der natürlichen Umgebung verschmelzen, sondern auch zu einer Neubetrachtung der Bedingungen, unter denen Kunst entsteht. In späteren Phasen transformierte Lupas einige ihrer Frühwerke, indem sie diese in neue Materialien übertrug. So schuf sie etwa Leintücher aus bitumengetränkten Textilien, Papier oder Aluminium; für die Strohobjekte produzierte sie geschlossene skulpturale Blechbehälter, die sie als „Konserven" bezeichnet und die sie in der Galerie im Taxispalais als Raum füllende Installation zeigt.

Der Prozess der „Konservierung" betont Fragen der Dauerhaftigkeit von Kunst, den Prozess der ständigen Veränderung ihres physischen Zustandes und zugleich ihrer diskursiven und interpretatorischen Bedingungen. In ihrem Bestreben, Frühwerke zu konservieren, akzentuiert Ana Lupas die Tatsache, dass die Beziehung der Kunst zu sich selbst im Wesentlichen historischer Natur ist. Die Methode der Übersetzung und der Reinszenierung historischer Arbeiten kann als Versuch gelesen werden, einen Prozess festzuhalten oder zu überdenken.

Ana Lupas wurde 1940 in Cluj geboren. Sie lebt und arbeitet in Cluj.

Kuratiert von Alina Serban in Zusammenarbeit mit Silvia Eiblmayr

Zur Ausstellung wird ein Katalog produziert.

Dank an

Promocult - Projekt unterstützt durch das Ministerium für Kultur und Religion, Rumänien
Rumänisches Kulturinstitut Wien
Centre for Visual Introspection, Bukarest

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