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Einzelausstellung: Andreas Gefeller - Blank (vorbei)

7 September 2012 bis 13 Oktober 2012
  Andreas Gefeller - Blank
Andreas Gefeller, IP 05, 2011
Pigmentdruck auf Fine-Art-Papier
117 x 106 cm
 
  Thomas Rehbein Galerie

Thomas Rehbein Galerie
Aachener Strasse 5
50674 Köln
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49-(0)221-310 10 00
www.rehbein-galerie.de


Mit der vierten Einzelausstellung von Andreas Gefeller in der Thomas Rehbein Galerie wird seine
neueste Serie Blank vorgestellt. Wieder widmet sich der Fotokünstler urban wie industriell vereinnahmten Orten, Erscheinungen des zeitgenössischen Lebens. Ähnlich zu seiner vorangegangen Werkreihe The Japan Series, zeugen auch seine jüngsten Arbeiten von einer beeindruckenden malerischen Qualität. Noch drastischer auf feine Linien und einzelne zarte Farbnuancen reduziert, oszillieren die Bilder zwischen Realitätsabbild und Künstlichkeit. Deutlich offenbaren sie eine Nähe zur Zeichnung oder zum Aquarell. Die Objektivität der Fotografie und ihr Anspruch Abbild der Realität zu sein werden von Andreas Gefeller subtil poetisch unterlaufen.

Einen orbitalen Blick auf die Erde wirft Gefeller mittels bearbeiteter Satellitenbilder von Ballungsräumen. Erinnernd an die kartografischen Elemente der Serie Supervisions, geben die Bilder einen Eindruck von der Besiedlung des Planeten. Bei Nacht aufgenommen ist es genauer gesagt nur das Licht der dicht bevölkerten Gebiete, das auf zivilisatorische Spuren verweist. Hell erleuchtet lassen sich Stadtkerne und der Verlauf von Straßen ausmachen. Die fleckige Streuung und die sich tentakelartig ausbreitende Struktur der Ballungszentren unterstreichen die Unaufhaltsamkeit der fortschreitenden Urbanisierung. Das die Städte umgebende tiefe Schwarz verwandelt die zweidimensionale Erdoberfläche in einen unendlichen Raum, in dem urzeitliche Mikroorganismen zu schweben scheinen.

In seinen großformatigeren Arbeiten, die ebenfalls bei Nacht entstanden, zoomt Gefeller in die Herzen der Zivilisation hinein. Von generalisierenden Stadtübersichten über Architektur auf technische Anlagen: Gebäu-defassaden, Autobahnkreuze, Containerterminals und Raffinerien.
Die exzessiv überbelichteten Fotografien weisen großflächig verblichene Stellen auf. Der Zweck von künstlichem Licht, Dinge sichtbar zu machen, wird hier ins Gegenteil verkehrt. Das ursprünglich Vorhandene löst sich auf, während die unbeleuchteten, dunkelsten Zonen der langen Belichtung standhalten und sich auf dem Papier als Rückstände abbilden. Nur diese Detailreste geben Hinweise auf die ausgelöschte Wirklichkeit, die als scherenschnitthafte, ganz und gar weiße - eben blanke - Negativform erhalten bleibt.

Das Konturenhafte weckt das Bedürfnis, das Ursprüngliche zu rekonstruieren und die vorhandenen Leerstellen zu ergänzen. Im wahrsten Sinne des Wortes lassen die Arbeiten viel Raum, um das Gesehene zu interpretieren. So ähneln die Bilder eines Chemieparks architektonischen Explosionszeichnungen, die endlose Reihung von Fenstern einer Hausfassade scheint eine codierte Nachricht zu enthalten, und gestapelte Container legen den Vergleich mit Datenpaketen nahe. Fast auf strukturelle Muster reduziert, symbolisieren die porträtierten Orte die Auflösung der Postmoderne in der Flut der Informationen, die der Mensch kaum mehr erfassen oder gar bewältigen kann. Das blendende Licht der Zivilisation lässt die Serie Blank zum Sinnbild für unsere von Schnelllebigkeit und Reizüberflutung geprägte Gesellschaft werden.

Mit Blank hat Gefeller Bilder geschaffen, die in der bisherigen Fotografiegeschichte einzigartig sind. Nicht das Licht, sondern die Dunkelheit gibt hier ihr Geheimnis preis. Mit aufwendigen Mehrfachaufnahmen erzeugt der Künstler chirurgisch präzise Abbildungen, die dennoch eine intime Stille in sich bergen. Seine spezifische fotografische Art der Annäherung an die Welt ist eine philosophisch Analytische, die eine Sehnsucht nach Entschleunigung in sich birgt.

(Miriam Walgate, 2012)

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Herbert Warmuth
19. Oktober - 17. November 2012

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