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Einzelausstellung: Andreas Lau - "Initialen" (vorbei)

24 November 2009 bis 19 Dezember 2009
  Andreas Lau - \
Andreas Lau, Initialen, seit 2008, Eitempera auf Nessel, je 40 x 30cm
 
  Galerie Supper

GALERIE Supper
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76530 Baden-Baden
Deutschland (Stadtplan)

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Pressemitteilung
Karlsruhe, Oktober 2009

Andreas Lau knüpft mit seiner neuen, 2008 begonnenen Serie Initialen an die Bildserien "Anonym" und "Bildstörung" an. Im Gegensatz zu vorher verbergen sich nun hinter den Namenskürzeln Portraits prominenter Persönlichkeiten und Zeitgenossen des letzten Jahrhunderts. In seiner künstlerischen Arbeit geht es Lau um die Auslotung malerischer Möglichkeiten und damit verbunden um die Frage, wie man in unserer heutigen, medial geprägten Zeit dieses Genre noch darstellen kann.

Verfremdung, genauer gesagt Auflösung in reine Bildmittel, in Punkte, Raster, Linien oder wellenförmige Strukturen - das ist es, was Andreas Lau mit den Physiognomien anonymer Zeitgenossen macht. Als Vorlagen dienen ihm Fotos. Zunächst gezeichnet, werden sie in vielschichtigen Arbeitsgängen übermalt und entfremdet. Das Bild des menschlichen Gesichts löst sich im wahrsten Sinne des Wortes auf. Es verschwimmt, wird aufgelöst in Pixel, Punkte, ein Liniengewirr. Es verändert sich von der Abbildhaftigkeit der Mimesis hin zur reinen Malerei.

Hoch interessant ist dabei der Wahrnehmungsvorgang, die Reaktion die Lau beim Betrachter auslöst. Aus der Ferne ist man irritiert, nur schemenhaft erscheint ein Porträt, das Bild einer menschlichen Physiognomie ist zu erkennen. Unwillkürlich tritt der Betrachter näher - in der Hoffnung, durch die Annäherung besser, genauer sehen zu können. Natürlich ist genau das Gegenteil der Fall. Das Bildnis entzieht sich, die Bildstruktur löst sich völlig auf. Nun wird die Vielschichtigkeit der, aus lauter gleichen Einzel- elementen aufgebauten Bildräume deutlich. Der Betrachter wird regelrecht in die Strukturen hineingezogen.

Die Auflösung des Bildgegenstandes in Einzelzeichen erinnert nur auf den ersten Blick an die Malweise der Impressionisten oder noch konkreter der Neoimpressionisten oder Pointilisten. Doch wo am Ende des 19. Jahrhunderts die Auflösung des Bildgegenstandes unter dem Einfluss von Licht und Schatten und die Flüchtigkeit des Augenblicks thematisiert wird, geht es bei Andreas Lau um etwas völlig Anderes. Er spielt mit einer Seherfahrung, die gleich bleibende Strukturen hinter den inhaltlichen Informationen zu Grunde legt - ähnlich wie auf einem Bildschirm. Seine Bildinformationen sind abstrakt. Andreas Lau macht deutlich, wie subjektiv der Sehvorgang abläuft.

Regina M. Fischer M.A.

Andreas Lau wurde 1964 in Karlsruhe geboren. Er studierte von 1988 bis 1994 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 1994 wurde er von Prof. Gerd van Dülmen zum Meisterschüler ernannt und erhielt von 1999 bis 2000 eine Professurvertretung an der Akademie.

Seine Arbeiten befinden sich u.a. in den öffentlichen Sammlungen der Deutschen Bank, Sammlung Würth, der Städtische Galerie Karlsruhe und Kunsthalle Karlsruhe.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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