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Einzelausstellung: Andreas Nann - Former Sunrise (vorbei)

6 November 2005 bis 17 Dezember 2005
 
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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Der Titel der Ausstellung Former Sunrise weckt vielschichtige Assoziationen. Er erzeugt Bilder von spektakulären Sonnenaufgängen und weckt Erinnerungen an vergangene Zeiten. Die leisen Anspielungen an grosse Gefühle, an Melancholie und Romantik sind weder zu überhören noch sind sie zufällig. Denn der Titel ist programmatisch für die künstlerische Haltung von Andreas Nann, der in seiner Malerei nach zeitgemässen Aequivalenten sucht, mit denen aktuelle existenzielle Erfahrungen reflektiert werden können. Und er ist irreführend, weil wir es mit einer nichtgegenständlichen Malerei zu tun haben.

„In meiner Arbeit geht es um eine Art Übergeometrie, um eine Art emotionale Geometrie. Auf den ersten Blick erscheint eine logisch anmutende Konstruktion, die aber ein ‚fake‘ ist. Sie scheint plausibel hat tatsächlich aber einen existenziell-emotionalen Ursprung, fern aller Logik gewichtender Komposition aus Vertikalen und Horizontalen.“ Die spezifischen Qualitäten dieser Malerei lassen sich deshalb wohl nur als Paradox formulieren. Geometrie und Emotionen sowie die nach ihrem jeweiligen Ausdruckswert verwendeten Farben erinnern an sich widersprechende Referenzen innerhalb der – auch jüngeren – Malereigeschichte. Sie verweisen auf geometrisch-konstruktive Konzepte sowie auf ein an den Expressionismus erinnerndes Farbverständnis. Innerhalb dieses Spannungsfeldes situiert sich die Malerei von Andreas Nann, wobei die unterschiedlichen Anklänge an die Moderne, sowohl die inhaltlichen wie die formalen, nicht darüber hinweg täuschen können, dass wir es hier mit einer anderen Bildgenese zu tun haben.

Die geometrischen Formen, respektive die Kompositionen entstehen hier intuitiv. Emotion wird zum Form gebenden Impuls, der aber, wie schon bei den Expressionisten, nicht als unmittelbarer Ausdruck zu verstehen ist. Andreas Nann arbeitet mit Fotos aus Zeitschriften und Zeitungen sowie mit Filmstills. Er verwendet Abbildungen, die Menschen in Ausnamesituationen zeigen, ein Walfischfänger auf hoher See, solche die spezifische Atmosphären enthalten, etwa das Still mit dem Geburtshaus Tarkovskijs in dessen Film „Der Spiegel“ von 1974. Weitere Referenzen sind Abbilder von Böden, Himmels- oder Landschaftsstrukturen sowie architektonische Details, die teilweise auch direkt ins Bild hinein collagiert werden.

Das Zusammenspiel von expressiver Farbwahl und geometrischer Formensprache erzeugt ein beunruhigendes Oszillieren zwischen Form und emotional aufgeladener Stimmung, zwischen räumlicher Tiefe und Bildoberfläche. Der Blick kommt vor diesen Bildern nicht zur Ruhe. Ähnlich wie der Mönch am Meer in Kaspar David Friedrichs gleichnamigen Gemälde von 1808/10 sehen wir uns unvermittelt (Bild-)Räumen gegenüber, die ebenso bedrohlich, ebenso unheimlich wie verlockend und verführerisch sind. Es ist mehr ein Ahnen als ein Wissen, das sich beim Betrachten einstellt. Denn, so der Künstler: „Ich male eine Form und zeige etwas auf – es sind immer nur Andeutungen, Randnotizen, Stichworte, die natürlich auf mehr hindeuten, aber nichts erzählen wollen. Die Malerei kann nichts erzählen und auch nicht so tun als ob sie erzählen wollte.“
Die Ausstellung Former Sunrise ist die erste Galerienausstellung des in Köln lebenden Künstlers Andreas Nann.

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