Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Annette Streyl - IDOLS (vorbei)

12 Januar 2010 bis 17 Februar 2010
  Annette Streyl - IDOLS
Annette Streyl
 
  LEVY Galerie

LEVY Galerie
Osterfeldstrasse 6
22529 Hamburg
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49 - (0) 40 - 45 91 88
www.levy-galerie.de


PRESSEMITTEILUNG

"Die zeitlosen Schönen und Großen werden plötzlich in zeitgenössische Pop- oder Sportstars verwandelt und erfahren nun eine ganze neue Form der Bewunderung."
Petra Roettig/Sabrina van der Ley

Die LEVY Galerie freut sich sehr, unter dem Titel IDOLS, die zweite Einzelausstellung mit aktuellen Arbeiten der Hamburger Künstlerin Annette Streyl (*1968) zu zeigen.

Die gelernte Steinbildhauerin und ehemalige Meisterschülerin Franz-Erhardt Walthers an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, Annette Streyl, hat in den vergangenen Jahren ein beachtliches und vielfach ausgestelltes Werk geschaffen. Streyls Arbeiten kreisen um die Erfahrungswelt des Alttäglichen, um die von Menschen erschaffene und gestaltete Umwelt, das die Künstlerin nach dem Ausdrucksgehalt der Architekturen in Hinsicht auf seine formal-ästhetischen wie auch auf seine soziokulturellen Bedingungen befragt. Sie ist eine Spurensucherin, die die Architektur und die sie schmückenden Bildwerke liest und entzaubert.

Seit Mitte der 1990er Jahre setzt sich Streyl in ihrer künstlerischen Arbeit mit den Themen Architektur und Raum auseinander. Insbesondere die Bedeutungsebenen und -strukturen von Architektur thematisiert Sie in ihren Rauminstallationen und Sandsteinskulpturen. Die machtvolle emblematische Bildwirkung und -sprache der Architektur wird in Streyls Werk sichtbar und nachvollziehbar.

In ihrem jüngsten Werkkomplex IDOLS aus den Jahren 2008/09, spielt Annette Streyl mit dem Schönheitsideal mittelalterlicher Kunst und knüpft damit gleichzeitig an ihre früheren Strick- und Steinarbeiten an.

Der ewige Traum eines jeden Paparazzo
Sie ist von edler Gestalt, grazil, elegant, verfüherisch und geheimnissvoll. War diese Frau die Jackie O., Marilyn Monroe oder Michelle Obama des Mittelalters? Nicht nur ihre zahlreichen Bewunderer und Verehrer hielten sie - und halten sie noch immer - für die schönste Frauengestalt des deutschen Mittelalters und der Kunstgeschichte.

Uta von Ballenstedt, Markgräfin von Meissen, der heutigen Generation besser bekannt als Uta von Naumburg. Sie steht im dortigen Westchor des Doms gemeinsam mit ihrem Gatten Ekkehard als vorzüglich gearbeitete Sandsteinskulptur des 13. Jahrhunderts unter der zwölfteiligen Stifterfigurengruppe. Seinen negativen Höhepunkt erreichte der Kult um Uta in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts, als die Nazis die steinernde Figur zur Inkarnation der deutschen Frau stilisierte, Wallfahrten in den Naumburger Doms organisierten und eine Photoabbildung sie als vornehmste Hüterin deutscher Kunst in der Ausstellung "Entartete Kunst" unter 600 verfemten Werken der Moderne propagierte.

In ihrer Werkserie IDOLS analysiert Annette Streyl die auratische Qualität der Uta und einiger Heiligenfiguren von Tilmann Riemenschneider. Ihre handmodellierten Repliken der Köpfe dieser Figuren sind in leichter Untersicht dargestellt und stehen auf hellen Steinsockeln, die im oberen Bereich, fast wie Siegerpodeste aussehen. Petra Roettig und Sabrina van der Ley gehen in ihrem Textbeitrag auf das Verhältnis von Figur und Sockel ein: "Durch das lange Brennen des Tons erzielt die Künstlerin eine ungewöhnlich dunkle, steinartige Patinierung der Figuren, die sich von dem hellen Material der Sockel kontrastreich abheben und so Skulptur und Träger in ein neues Verhältnis setzt. Diese Kombination der perfekten Bildnisbüsten mit den reduziert-sachlichen Treppensockeln, die beinahe eigene konkrete Skulpturen sind, verblüfft. Die Künstlerin zitiert hier nicht nur Riemenschneider, sondern auch sich selbst mit ihren Architekturen in Steintafeln."

Baldachinartig eingerahmt werden diese Ensembles aus Figur und Sockel von einem silber-graufarbigen Fanschal.

Die Art und Weise der Präsentation dieser IDOLS verdeutlicht Annette Streyls Intention, den, insbesondere in Großausstellungen demonstrierten, unkritischen Kult um historische und zeitgenössische Künstlergrößen zu entlarven.

Im Hatje Cantz Verlag erscheint ein Katalog mit Textbeiträgen von Harald Falckenberg, Dagrun Hintze, Petra Roettig/Sabrina van der Ley und Alexander Sairally.

Zur Eröffnung am Montag, den 11. Januar 2009 von 19.00 - 21.00 Uhr wird die Künstlerin anwesend sein.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.