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Einzelausstellung: ARMIN GÖHRINGER - Objekte aus Holz, Papier, Eisen (vorbei)

19 November 2004 bis 21 Januar 2005
  ARMIN  GÖHRINGER - Objekte aus Holz, Papier, Eisen
Armin Göhringer, O.T. 2004, Platane 40 x 70 x 6 cm
 
  KUNSTKABINETT

KUNSTKABINETT
Untere Bachgasse 7
93047 Regensburg
Deutschland (Stadtplan)

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www.kunstkabinett.com


Bernd Geserick über Armin Göhringer

Ausgangspunkt des Studiums von Armin Göhringer waren Zeichnung, Grafik und Malerei. Erst später entdeckte er für sich die dreidimensionale Ausdrucksweise. Heute gehören beide künstlerischen Arbeitsfelder zu seinem Wirkungskreis.

Skulpturen in Holz, Eisen und Papier auf der einen und Malerei auf der anderen Seite. Oft auch beides in einer Arbeit vereint. Die Arbeit resultiert aus der Beschäftigung mit Polaritäten. Senkrechte und waagrechte Linien als Extreme in ihrer Ausrichtung.

Sein Interesse gilt dem Dazwischen, dem Kreuzungspunkt der Linien, dem was passiert, wenn beide zusammentreffen. Um dies sichtbar zu machen entstehen die Linien aus entferntem, also weggeschnittenem Material, oder ausgesparten Spalten. Treffen beide Extreme, also Waagrechte und Senkrechte, im Material aufeinander, so entstehen Öffnungen, Zwischenräume und Lichtlöcher.

Es bildet sich eine neue Form. Von der Weite betrachtet ein Lichtmuster von Öffnungen, ein sich beim Vorbeigehen stets veränderndes Ornament. Bei näherer und stehender Betrachtung einzelne fest umrissene Bilder, der große Hintergrund aufgeteilt in einzelne Facetten. Jeder Ausschnitt ein ausgewähltes Bild in dem Hindergrund und Vordergrund verschwimmen. Im Durchblick kann das Ferne nahe werden und das Nächste eine weite Ferne ergeben.

Der in die Öffnungen eindringende Blick wird zur Durchdringung, die Skulptur zum Filter, deren Aufgabe es ist den Betrachter zu zentrieren. Der Blick wandert vom Äußeren in das Innere der Figur, um sie wieder nach Außen zu verlassen. Innen ist eine andere Wirklichkeit als außen. Innen bedeutet, dass die Dinge zu uns gehören und organisiert sind. Dinge sind darin aufgeschlossen und werden zur persönlichen Identität. Der Durchbruch öffnet den Innenraum nach außen und verbindet beides miteinander. Gegenstände und Umgebung verändern sich im Fokus des Ausschnitts.

Es verfolgt den Grundsatz, dass das Entfernen von Masse, das Wegschneiden von Material nicht nur Verlust bedeutet, sondern in diesem Fall eher Zugewinn indem es den Blick öffnet in die Tiefe, ins Fundament der Dinge.

Ist die entstehende Skulptur eher Gitter im Sinne des Undurchdringbaren oder ist es Öffnung als bessere Alternative zur undurchdringbaren Wand. Zumindest der Blick lässt die materiellen Grenzen hinter sich, zieht mühelos, je näher man sich der Öffnung befindet, hindurch und verkündet dem Gehirn sichtbaren Landgewinn. Das Gitter entspricht dem Blickwinkel und dem Blickfeld das jedem Ding, auch uns Menschen innewohnt. Es ist sicherlich variabel und veränderbar, hat aber auch immer seine Grenzen und Umzäunungen.

Die Auseinandersetzung mit der senkrechten und waagrechten Linie führte Göhringer in seiner Arbeit zu einer Reduktion, zu einer Vereinfachung der Werke, zu schlichten, einfachen Lösungen. Kein Verschönern, keine Zierde, keine spektakulären Bewegungen und Formen, nichts unnötig Buntes mehr. Dafür aber Konzentration, Wesentliches, Zielgerichtetes.

Ein Kraftfeld, das es ermöglicht, innezuhalten und Energie zu tanken.

Zum Schluss noch ein Gedicht von Laotse, das die Idee und den künstlerischen Ansatz Göhringers noch unterstreicht und verdeutlicht:

Dreißig Speichen treffen die Nabe Die Leere dazwischen macht das Rad Lehm formt der Töpfer zu Gefäßen die Leere darin macht das Gefäß Fenster und Türen bricht man in Mauern die Leere damitten macht die Behausung das Sichtbare bildet die Form eines Werkes das Unsichtbare macht seinen Wert aus.

Eröffnung der Ausstellung Freitag 19. November 04 um 20 Uhr

20.30 Uhr Pia Zeugin, Kunsthistorikern Grenchen/ Basel Einführungsvortrag mit Lichtbildern, ein virtueller Rundgang durch das Atelier und den Skulpturengarten von Armin Göhringer.

Der Künstler ist anwesend

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Das ist die 3. Göhringer - Ausstellung in Regensburg und die letzte Veranstaltung zum 25 jährigen Bestehen des KUNSTKABINETTs.

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