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Gruppenausstellung: Axel Anklam / Lage Opedal - Plastik und Malerei (vorbei)

9 September 2005 bis 8 Oktober 2005
  Axel Anklam / Lage Opedal -  Plastik und Malerei
 
www.rothamel.de GALERIE ROTHAMEL

GALERIE ROTHAMEL
Fahrgasse 17
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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Axel Anklam / Lage Opedal

Plastik und Malerei

09.09.2005 - 08.10.2005

Wird der Raum gebogen, folgt das Licht neuen Bahnen. Der Bildhauer Axel Anklam schafft Formen, die das Licht fangen, beugen, spiegeln und wieder freilassen. Seine Arbeiten wirken oft filigran, manchmal fast grafisch, zuweilen auch blockhaft-massiv, aber stets transparent. Jeder Lichtwechsel erzeugt eine neue Stimmung. Was zunächst ungegenständlich erscheint, kann im nächsten Moment eine Deutung nahe legen - und sie auch wieder entziehen.

Die spielerische Leichtigkeit seiner Plastiken täuscht. Anklam arbeitet hart. Netze aus festem Edelstahl treibt er, bis sie zu schweben scheinen. Er gießt Glas in stählerne Formen oder füllt Metallgeflechte damit. Er schöpft Häute aus Latex und verändert ihren Farbton im Sonnenlicht. Seine jüngste Leidenschaft gilt einem hochfesten Polyvinylchlorid, das transparent schimmert wie Walspeck und aus dem die Planken schiffsartiger Gebilde bestehen.

Axel Anklam wurde 1971 geboren. Nach einer Ausbildung zum Kunstschmied erlangte er zweiundzwanzigjährig seinen Meistertitel. Für die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg arbeitete er als Restaurator im Handwerk. Als Stipendiat absolvierte er einen Studienaufenhalt am Europäischen Zentrum für Denkmalpflege in Venedig. Er lernte die Techniken der alten Meister zu kopieren und zu beherrschen, suchte nach Neuem und begann 1998 ein Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. 2002 wechselte er in die Klasse von Tony Cragg an der UdK, absolvierte 2004 und lebt seither in Berlin.

Lage Opedal (*1976 in Haugesund) ist ein malender Philosoph des Medienzeitalters. Seine Bilder changieren zwischen scharf und unscharf, als fingen sie den Arbeitsprozeß eines optischen Suchers ein. Sie illustrieren die große Indifferenz, die zunehmende Unmöglichkeit, zwischen wesentlich und banal, wahr und unwahr zu unterscheiden.

Unschärferelation: Wer genau hinschaut, verändert das Bild. Opedals schön komponierte Stilleben erscheinen in freundlichen Farben. Auf zweiten Blick erweist das gutbürgerliche Tisch-Idyll sich als Trug-Bild: Die Stilleben zeigen Küchenabfall. Der Konsument ist enttäuscht, der Kenner nicht: Die Peinture besitzt altmeisterliche Qualitäten.

Lage Opedals intelligente und fundierte Art des Eingriffs in die aktuellen wie auch die unwandelbaren menschlichen Sehgewohnheiten ermöglichen seinen Bildern den Aufstieg vom Zeitgeistigen zum Dauerhaften. Der norwegische Maler vollbringt nicht nur das Kunststück, nach der Zerstörung des Genres durch Braque und Picasso wieder akzeptable Stilleben zu malen; sein Ansatz erlaubt es ihm ebenso, sich heiklen historischen Themen zu nähern. Das in Frankfurt gezeigte Bild "Zwillinge" setzt sich mit der Rassenforschung der Nazis auseinander.

Lage Opedal schloss 2000 an der Kunstakademie in Oslo sein Malereistudium ab. Im selben Jahr schrieb er sich an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden als Gaststudent ein. 2002 lud Prof. Ralf Kerbach ihn als Meisterschüler in sein Atelier. Zwei Jahre lang arbeitete Opedal in Leipzig. Seit 2004 lebt er in Berlin.

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