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Gruppenausstellung: Bahia de Todos os Santos - Schwarze Goetter, weisse Heilige (vorbei)

25 Oktober 2002 bis 22 Dezember 2002
 
 
  ifa-Galerie Berlin

ifa-Galerie Berlin
Linienstr. 139/140
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.ifa.de


Afrikanische Goetter und weisse Heilige, Xangô und der Heilige Hieronymus, Iansã und die Heilige Barbara, Oxalá und Nosso Senhor do Bonfim, Iemanjá und die Heilige Jungfrau Maria, Prozessionen und Trommeln, Rituale und Ex-Votos vermischen sich im Candomblé, der synkretischen Religion Bahias, die weit mehr ist als Religion: Lebensgefuehl und eine Moeglichkeit, Alltag im Zusammenleben verschiedener Kulturen zu bewaeltigen. Waehrend in Deutschland ueber die Entwicklung einer multikulturellen Gesellschaft diskutiert wird, entstanden im Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Religionen in der Karibik und an der Ostkueste Brasiliens, insbesondere in Salvador de Bahia, "neue", synkretische Reli-gionen, Zeremonien, Feste und kuenstlerische Ausdruckweisen, die wiederum - ueber Grenzen und Kontinente hinweg - identitaetsstiftend fuer die afroamerikanische Kultur waren und sind. In der Ausstellung werden - ausgewaehlt von der Kuratorin Karin Stempel - vier kuenstlerische Positionen vorgestellt, die im Sinne des Candomblés in Salvador de Bahia entstanden und Axé, die Kraft des Candomblé, vermitteln, das Lebensgefuehl von Bahia de Todos os Santos: Pierre Verger (*1932 in Paris - 1996 in Salvador), Reisender, Fotograf und Anthropologe, vertritt die dokumentarisch-wissenschaftliche Position: Seine Schwarz-Weiss-Fotografien und seine Schriften, sein Leben und Lebenswerk war den Beziehungen zwischen der afrikanischen und der brasilianischen Kultur gewidmet. In den beeindruckenden Fotos, die die Fundação Pierre Verger in Salvador zu Verfuegung gestellt hat, sind zum einen direkte Vergleiche zwischen Afrika und Bahia angestellt, zum anderen wichtige Momente des Candomblé festgehalten. Mario Cravo Neto (* 1947, Salvador de Bahia), dessen Fotografien sich in zahlreichen Samm-lungen wie der des Museum of Modern Art in New York befinden und in zahlreichen Aus-stellungen in international renommierten Institutionen gezeigt werden, praesentiert "Laróyè", eine Dia-Klanginstallation, die dem Goetterboten Exu gewidmet ist. Mario Cravo Neto folgt den Spuren Exus durch Bahia: dem Lachen, der Musik, den Trommeln, dem Tanz, den Opfer-gaben - Rosen, Fruechte, Huehner - , den Strassen und Plaetzen, den Menschen und dem Leben in Salvador de Bahia. Eriel Araújo (* 1968, Salvador de Bahia) spricht in seiner Installation unsere Vorstellung von religioesem Ritual an: Der Ausstellungsbesucher ist aufgefordert, eine Kerze anzuzuenden und aufzustellen. Araújo bezieht sich nicht nur auf das katholische Ritual, sondern thematisiert auch Fragen nach Bild und Abbild, Verschleiern und Offenlegen; zudem - und dies ist wiederum eng mit dem Candomblé verbunden - laesst er, indem "Heiligenbilder" durch "Menschenbilder" ersetzt werden, sichtbar werden, dass religioese Bilder stets vom Bild des Menschen ausgehen. Candomblé ist nicht nur eine Religion, sondern auch eine Moeglichkeit zur Bewaeltigung des nicht immer einfachen Alltags vor allem in den Favelas. Marepe (* 1970, Santo Antônio de Jesus, Bahia) uebertraegt diesen gesellschaftspolitischen Aspekt auf seine Projekte. In der Aus-stellung wird mit Fotoserien und einer Video-Dokumentation (von Marcondes Dourado) eines seiner juengsten Projekte vorgestellt: Mit Strassenkindern realisierte Marepe eine Zuckerwatte-Aktion, die zum Fest wurde, in dem sich Alltag und Ritual zu einer soziokulturellen und kuenstlerischen Aktion verbanden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 62 Seiten, einem Text von Karin Stempel und zahlreichen Schwarz-Weiss- und Farbabbildungen zum Preis von 10.- Euro.

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