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Gruppenausstellung: Barbara Philomena Schnetzler - Marmorskulpturen / Kathrin Wächter – Malerei (vorbei)

21 Juli 2013 bis 25 August 2013
  Barbara Philomena Schnetzler - Marmorskulpturen / Kathrin Wächter – Malerei
Links: Barbara Philomena Schnetzler, ohne Titel (Stehende II), 2013, Carrara-Marmor, 75 x 15 x 9 cm
Rechts: Kathrin Wächter, ohne Titel, 2012, Mischtechnik auf Leinwand, 120 x 100 cm
 
  Galerie Mollwo

Galerie Mollwo
Gartengasse 10
CH-4125 Riehen
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)61 - 641 16 78
www.mollwo.ch


Barbara Philomena Schnetzler

Als gelernte Steinbildhauerin bearbeitet Barbara Philomena Schnetzler nebst veschiedenen Gesteinsarten - hauptsächlich Marmor - häufig auch andere Materialien: Bevorzugt verwendet sie Holz, Bronze, Ton und Wachs. Gelegentlich greift sie zu Fundstücken aller Art - das kann ein gerostetes Stück Eisen oder ein kleiner Knochen sein.

So wenig der Künstlerin die Wahl des - allerdings immer natürlichen - Materials zunächst von Bedeutung zu sein scheint, so souverän beherrscht sie ihr Metier in sehr verschiedenen Formensprachen, ausgeführt in den unterschiedlichsten Grössen: In scheinbar spielerischer Leichtigkeit arbeitet sie das eine Mal fast geometrisch-konkret, das andere Mal frei "abstrakt"; dann entpuppt sich eine durch ihre perfekte Harmonie auffallende Komposition als ein mit minimalen Eingriffen versehenes Naturobjekt, oder der Betrachter wird, im Gegenteil, in einem wenngleich schönen, auf den ersten Blick aber nur spärlich geformten Marmorblock einer erst von nahem als Relief erkennbaren, in feinen Details herausgemeisselten Figur gewahr. Nicht zuletzt erschafft Barbara Philomena Schnetzler menschliche Köpfe, Torsi und auch ganze Gestalten - sei es als Ebenbilder in makelloser Vollendung, sei es als weitgehend gelöste Formen, oder sei es als zu räumlicher Erscheinung gebrachte innere Regungen. Manchmal sind sie so wesenhaft differenziert, dass man in einen direkten Dialog mit ihnen (oder den sie belebenden Kräften) zu treten glaubt und ihre Erschaffenheit und Materialität vergisst.

"Im Zentrum meines künstlerischen Schaffens steht der Mensch. Ich meissle, schnitze, knete, zertrümmre und schleife an seiner Gestalt. Meine Formen sind die Suche nach der Bewegung, die der Mensch im Innern vollzieht. Die dem Leben zu Grunde liegenden Rhythmen von Zusammenziehung und Ausdehnung, Spannung und Entspannung, von Vertikaler und Horizontaler sind Gestaltungskräfte, aus denen heraus ich arbeite - in der Vertikalen stelle ich mich in die Welt, in der Horizontalen stelle ich mich der Welt. In dieser Bewegung das lebendige Gleichgewicht zu suchen, ist wesentlich für meine Bildhauerei, die das Zusammenspiel von Materialität und Immaterialität, von Innenraum und Umraum erforscht" (B. P. S.).

Damit buhlen Barbara Philomena Schnetzlers Werke - die, als entschiedene Zeugnisse der Gegenwart, erheblich mit den Idealen des griechischen Altertums korrespondieren - weder laut um Aufmerksamkeit, noch eignen sie sich überhaupt für den Beifall zu Glanz oder subjektiver Expression. Vermöge ihrer schlichten Anmut, ihrer fein ausbalancierten Dynamik und handwerklichen Gediegenheit gleichen sie vielmehr sublimen Ehrerbietungen gegenüber einer - bis hin zur Anlage des Menschen - von Weisheit geprägten Natur, die den Betrachter, die Betrachterin beispielhaft dazu ermuntern, in eigener, freier Übereinstimmung mit und in dieser tätig zu sein.

Kathrin Wächter

In der Kunst ist unser Denken und Sehen zweckfrei. Wir sind es gewohnt, unser Sehen und Denken in den Dienst unseres Handelns zu stellen.

Kathrin Wächter richtet sich in ihrer Kunst nicht danach, Gegenstände abzubilden, sondern erschafft eigene Bildrealitäten; insofern sind ihre Bilder ungegenständlich. Wir sehen Farbflächen, die an hellere anstossen, von einer andersfarbigen Linie gezeichnet oder durch eine bewegte Farbgeste belebt werden. Es entstehen Farbklänge, warme oder kühle Farbwelten.

Dem Betrachter eröffnen sich Farbräume. Er ist eingeladen, in einen lebendigen Dialog der Farben und Flächen unterereinander einzutreten. Jedes Bild liegt seinem eigenen Bildwerdungsprozess zugrunde. Am ehesten ist dieser reichhaltige Vorgang vergleichbar mit dem Erinnern oder Charakterisieren einer geliebten Person. Insofern erlebt der Betrachter eine Schicht der Wirklichkeit, die der alltäglichen Gegenstandswelt zwar innewohnt, doch in ihrer Bedeutung oder sinnstiftenden Tiefe oft verloren geht, obgleich sie dieser erst ihre volle Geltung und Bedeutung zumisst, sie beflügelt oder bejaht. In der Poesie werden hier Metaphern benutzt.

Kathrin Wächter sucht spielerisch die Auseinandersetzung mit den malerischen Mitteln der Farbe, der Fläche, des Hell-Dunkel und der Linie im Umgang mit unterschiedlichen Materialien. Sie befragt ihre Bildträger und Farbschichten in jedem Augenblick neu und sucht ihren authentischen Weg zur Bildgestaltung.
Die Malerin schöpft ihre Bilder aus Farbvisionen. Themen ergeben sich aus diesen und während des Malens. Manchmal ergeben sich Titel beim Malen, doch oft sind ihre Bilder auch ohne Titel.
Kathrin Wächter:

"Gegenstand meiner Malerei ist die Farbe zwischen Licht und Dunkelheit. In meinem Malen entwickle und verfolge ich Wege, die auf einem Gespräch zwischen Farbe und Formgebung beruhen. Dabei ist es wichtig, dass der Malprozess offen und lebendig bleibt. Aus der Arbeit heraus können Themen entstehen, die ich dann aufgreife wie z.B. der Kokon.

Der Malvorgang ist für mich wie eine Reise in ein fernes, doch bekanntes Land. Manchmal stehen die Türen zum Eintritt in dieses Bekannt-Unbekannte offen, und wie beim Erinnerern enthüllen sich Schicht um Schicht die Erlebnisse, fliessen Farben und Formen in unbegrenztem Neben- und Durcheinander ineinander. Doch dies sind eher seltene Momente. Der Malalltag sieht oft auch so aus, dass die Tür klemmt, knarrt oder sich nur leise öffnet."

Katalog:
Malerei 2012–2013.. 21 Abb., Format DIN A5.
Lörrach: Wächter / Riehen: Galerie Mollwo, 2013. CHF 5.--

Vernissage
Sonntag, 21. Juli 2013, 13–16 Uhr

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