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Einzelausstellung: Barbara Probst - exposures (vorbei)

27 August 2005 bis 15 Oktober 2005
  Barbara Probst - exposures
Barbara Probst, "EXPOSURE # 32: N.Y.C., 249 W 34th STR, 01.02.05, 5:04 p.m." 2005, ultrachrome ink on cotton paper, 3 parts, each 168 x 112
 
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10115 Berlin
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Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne möchten wir Sie auf unsere kommende Ausstellung mit der in New York lebenden Künstlerin Barbara Probst hinweisen, deren Arbeiten wir erstmalig in einer Einzelausstellung in Berlin zeigen.

Barbara Probst wird parallel auch mit mehreren Arbeiten in der zentralen Ausstellung des Berlin Photography Festival "After the Fact" im Martin-Gropius-Bau vertreten sein, Eröffnung hier am 23. September.

Barbara Probst bei Kuckei + Kuckei

"exposures"


27. August - 15. Oktober 2005,

Eröffnung am 27. August, 18:00 Uhr

Barbara Probst untersucht die Vieldeutigkeit und Fragwürdigkeit des fotografischen Bildes. Das Verhältnis des fotografischen Augenblicks zur Wirklichkeit wird in ihrer Arbeit in zweifacher Hinsicht zugespitzt, wodurch diesem Augenblick ein fast verstörender Charakter verliehen wird: Einerseits gibt Probst die einäugige Sehweise der Kamera auf und spaltet diese in viele Standpunkte und Einstellungen. Zum anderen multipliziert und vervielfältigt sie den kurzen Moment der Aufnahme. Ein über Radiowelle gesteuerter Auslösemechanismus ermöglicht es ihr, verschiedene Kameras aus der Distanz gleichzeitig auszulösen, die auf ein eigenes Motiv oder ein Geschehen hin ausgerichtet sind. Die so erzeugten Bilder eines Moments definieren jeweils eine Reihe. Die Verwandtschaft der Bilder innerhalb einer Reihe ist nicht über eine einheitliche Gattung oder gemeinsame stilistische Merkmale geregelt. Keine formale Nähe und kein übergreifendes Thema halten die Arbeiten zusammen. Ein viel strengeres und dennoch kaum zu fassendes Band verbindet die Fotografien in diesen Reihen: der eine und einzige Augenblick, das Auslösen, von dem sie alle handeln.

In unserer Lebenswirklichkeit bleibt jeder Augenblick einer einzigen Erfahrung zugeordnet, wie komplex diese auch sein mag. Wir sind in das Nacheinander des zeitlichen Ablaufs eingelassen, als unhintergehbare Bedingung unseres Daseins. Verschiedenes kann nur in unterschiedlichen Augenblicken wahrgenommen werden und das Gleiche nur von einem Ort aus gesehen werden. Jeder Aspekt ist an eine Betrachterposition und einen Punkt in der Zeit gebunden. Nur von Gott oder Göttern sagt man, sie könnten allsichtig sein und von jedem Punkt aus Alles und von überall her Eines sehen. Uns aber verstellt das Erblickte die Sicht; was wir sehen, macht uns alles andere unsichtbar. Auf diesem Feld der Standpunkte, der Blickpunkte bewegt sich die Fotografie. Die Trauer, die aus jeder Fotografie spricht, hat mit dieser Ausschließlichkeit des einen Ausschnitts und der Uneinholbarkeit des einen Blicks zu tun. Und jede Fotografie ist Flucht vor dieser Trauer.

Der positive Glaube an die Wahrheit des fotografischen Bildes ist längst abhanden gekommen. Es gibt keinen Schritt zurück. Barbara Probst´s fotografische Aufklärungsarbeit ist eine Chance, die Definitionsmacht der Bilder zu brechen oder zumindest zu unterlaufen. Hier ist ein analytischer Ausweg gefunden worden. Aber wenn alle Naivität zerstört ist, wo ist dann die Welt noch? Eine nur zynische Destruktion der Illusion ließe uns letztlich nur enttäuscht zurück. Aber der Betrachter dieser fotografischen Reihen wird aus Zwängen entlassen und er verspürt Erleichterung. Dem Bild nicht trauen zu können, heißt auch, ihm nicht trauen zu müssen. So erhält der Betrachter die Erlaubnis zu genießen, denn er wird nicht überredet, zu glauben. Ich entkomme dem tönenden Anspruch der Wahrheit und der Falle des Geschmacks. Ich brauche das einzelne Foto nicht zu beurteilen, denn es ist ohnehin nicht gemeint. Aus der Enttäuschung ist unversehens ein schwebendes Gefühl der Freiheit geworden. Wir sollen an den Bildern vorbei, über die Bilder hinweg zur Welt finden. Dieser Moment der Aufklärung kritisiert unsere Bilderwelt, weil er auf Wirklichkeit hofft.

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