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Einzelausstellung: Beat Zoderer - new tools for old attitudes (vorbei)

10 November 2007 bis 22 Dezember 2007
  Beat Zoderer - new tools for old attitudes
Beat Zoderer
 
  Galerie Mark Müller

Galerie Mark Müller
Hafnerstrasse 44
8005 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 211 81 55
www.markmueller.ch


Beat Zoderer

"New Tools for Old Attitudes"


10.11. - 22.12.200

Eröffnung: 9. November 2007, 18 - 20 Uhr

Finissage: 22. Dezember 2007, 15 - 17 Uhr

Seit 32 Jahren fertigt Beat Zoderer aus alltäglichen, billigen, banalen „tools" ästhetische Bilder. Unter dem Titel „new tools for old attitudes" bespielt er die Räumlichkeiten bei Mark Müller mit alten und neuen Arbeiten.

Zoderers Arbeit zeichnet sich durch ihre Verbindung von Malerei, Zeichnung, Skulptur und Installation aus. Harte Formen alltäglicher Gegenstände werden ihrem bekannten Umfeld entrissen und treffen auf klare, knallige Farben, die„arm", anonym und ebenso reduziert sind. (Zoderer bedient sich handelsüblicher RAL-Farben, auch sie sind „tools").

Diese Formen und Farben verbinden sich zu dreidimensionalen Gemälden, zu Malerei. Die Dreidimensionalität entsteht aber nicht durch Farbverläufe und Lichtführung, sondern durch die Akkumulation von Farbe und die tatsächliche Schichtung des Materials. Lage für Lage wird es aufeinander geklebt, ineinander gesteckt, es wird genietet, genagelt, gestempelt. So entsteht durch das Material jene Tiefenwirkung und Vielschichtigkeit, die so typisch für Zoderers Arbeit ist.
Diese Vielschichtigkeit spannt den Bogen zwischen den zwei Polen, die die Arbeiten prägen: einerseits das ästhetische Gesamterlebnis im fertigen abstrakten Gemälde, andererseits das Rohe, die gewollten Abweichungen, das Fehlerhafte, ja Banale im verwendeten Material (Elektrorohre, Holzkugeln, PVC, Wellkarton, Plastikfolie, Blech, Garn), welches erst in der „Nahaufnahme" zum Vorschein kommt. Im Oszillieren zwischen diesen zwei Polen entsteht die Spannung im Bild. Wiederholung und geometrische Anordnung lassen auf methodische Strukturen schliessen, bei genauem Hinsehen lässt sich jedes Element als willkürlich und unperfekt (teilweise auch fehlerhaft) „ent-täuschen". Diese ambivalente Qualität, der immanente Widerspruch der Werke, die fehlerhaften Abweichungen sind es, die nicht nur eine Tiefenwirkung, sondern auch das Spielerische in Zoderers Arbeiten erzeugen. Zoderer lässt sich bereitwillig in die Karten blicken, die Täuschung darf sehr wohl ent-täuscht werden. Geht man der Sache quasi „auf den Grund", kommt man ihr auf die Schliche.

Genau diese Kontroverse zieht sich auch durch die Arbeiten der gegenwärtigen Ausstellung. Nur sind es, wie im Titel der Ausstellung angedeutet, neue „tools", die die alten Standpunkte, die „attitudes" erzeugen. Die Installation, die dem Betrachter schon beim Eingang ins Auge sticht, macht die Wand zur Bildebene. Einfarbige Halbkugeln, direkt auf die Wand angebracht, ergeben eine futuristische Hügellandschaft mit dem Charme von 70er-Jahre-Wandschmuck. Die Installation ist der Serie der so genannten „monochromen Halbkugelreliefs" zuzuordnen, aus der auch eine andere Arbeit gezeigt wird.

Zoderers Punkt-Raster Arbeiten sprechen ebenfalls eine eigene Formensprache. Aus PVC-Folie sind unterschiedlich grosse Kreisscheiben ausgeschnitten und systematisch angeordnet; wiederum mehrmals übereinander geschichtet und geklebt ergibt die Kombination ein vielschichtiges abstraktes Farb- und Formerlebnis.

Der Kreis, die (Halb-)Kugeln und freigesetzte Linien (am auffälligsten in den Schlaufenbildern) ziehen sich als roter Faden durch die ganze Ausstellung - sie sind neue „tools", die aber in ihrer Verwendung und Verarbeitung die bekannten Aussagen zum Ziel haben.

Es ist der ästhetische Wert der Schichtung, der Akkumulation und neuen Anordnung von gewöhnlichem billigen Material, der Alltägliches zum Kunstwerk werden lässt: das Lösen von Zweckgebundenheit und eine Neuorganisation schaffen eine subversive Umwertung und neue Verbindung von Alltag und Kunst.

Im November 2007
Yasmin Afschar
Angelika Ritter

Über die Feiertage bleibt die Galerie geschlossen – wir sind dann ab 8. Januar 2007 wieder für Sie da.

Gleichzeitig freuen wir uns aber, bereits unsere Ausstellung im neuen Jahr anzukündigen:

12. Januar – 23. Februar 2008

Giacomo Santiago Rogado - Ewiges Abendland
guestroom: Dagmar Heppner

Eröffnung:
11. Januar 2008, 18 – 20 Uhr

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