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Einzelausstellung: Bénédicte Peyrat - Bewohner fabelhafter Welten (vorbei)

10 Oktober 2008 bis 15 November 2008
  Bénédicte Peyrat - Bewohner fabelhafter Welten
Bénédicte Peyrat
 
  Thomas Rehbein Galerie

Thomas Rehbein Galerie
Aachener Strasse 5
50674 Köln
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)221-310 10 00
www.rehbein-galerie.de


Bénédicte Peyrat

10. Oktober - 15. November 2008

Bewohner fabelhafter Welten

Eröffnung: 10. Oktober 2008, 18-22 Uhr

Märchen, Traum, oder Realität? Gegenwart, Historienbild oder Allegorie? Porträt, Fiktion oder vielleicht fiktives Porträt? Wenn in den Bildern der französischen Malerin Bénédicte Peyrat seltsam geschundene Individuen, oszillierend zwischen Mensch und Kreatur, auf grazile Tiere treffen, sich mit liebevoll ausformulierten Spielzeugen und Miniaturen umgeben oder lediglich in seltsam entrückter Stimmung verweilen, drängen sich dem irritierten Betrachter unmittelbar zahlreiche Fragen auf. Reich mit Attributen ausgestattet und in karger Natur platziert, sind die Figuren zwar in ihrer Bildrealität verortet, für den Betrachter und seinem Begriff von Realität aber nur schwer zu begreifen.

In dieser Diskrepanz äußert sich die Bilddialektik Bénédicte Peyrats, denn während die menschlichen Gestalten in ihrer betont fleischlichen Erscheinung insbesondere in den porträtgleichen Bildern noch als Identifikationsobjekte dienen können, entführen die undefinierbaren Objekte und die in der Bildkonvention bedeutungsschwangeren Tiere, die Dargestellten in eine andere Welt. In dieser scheinen die Figuren Peyrats, ob vor monochromen Hintergrund oder aufwendig inszeniert, Stimmungen und Emotionen zu transportieren, deren Ursprung sich zwar nicht erklärt, den Betrachter jedoch stutzen lassen.

Der dynamische Stil, der grobe Pinselstrich, die derben, aus Farben modellierten Figuren sowie die Darstellungsästhetik insgesamt suggerieren dabei eine historische Perspektive und lassen beispielsweise an die Abkehr von italienischen Schönheitsidealen und den veristischen Anspruch der flämischniederländischen Barockmalerei erinnern. Die Radikalität jedoch, mit der Peyrat auf das menschliche Erscheinungsbild zugreift, evoziert den Vergleich mit zeitgenössischen Malern wie Francis Bacon oder Lucian Freud. Ungeschminkt und nackt, auf das wesentliche ihrer Existenz reduziert, wirken die Dargestellten dennoch nicht entblößt, da ungeklärt bleibt, ob und in welcher Realität sie existieren.

Bénédicte Peyrat manipuliert die Gedanken und Assoziationen des Betrachters nicht, indem sie Entschlüsselungshilfen für ihn bereitstellt. Auf der Suche nach Indizien für narrative Bildinhalte helfen selbst die Bildtitel nur selten. Der Kern ihrer Bildwirkung liegt in der eigenwilligen Ästhetik der Bilder, die Peyrats Malerei im kunsthistorischen und zeitgenössischen Kontext nur schwer einordbar macht. Der Reiz ihrer Bildwelt begründet sich in dem spekulativen Raum, den sie eröffnen, sei dieser historischer, lyrischer oder zeitgenössischer Prägung.

(Uta Ruhkamp)

Bénédicte Peyrat - Bewohner fabelhafter Welten Pressemitteilung als pdf-Datei 137 KB

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