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Einzelausstellung: Berit Myrebøe - "Ènergeia I-III" - Bilder im Raum (vorbei)

27 Mai 2000 bis 15 Juli 2000
 
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
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Deutschland (Stadtplan)

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In der Ausstellung: „Énergeia“ Bilder im Raum (27. Mai - 15. Juli 2000) werden die malerisch-fotografischen Bilder der in Berlin lebenden, norwegischen Künstlerin Berit Myrebøe vorgestellt. Die ehemalige Karl-Hofer-Stipendiatin ist bislang in der Schweiz bekannt geworden, wo ihre Arbeiten zuletzt in der Ausstellung „Le corps évanoui, les images subites“ neben Thomas Ruff, Bernd und Hilla Becher, Gerhard Richter und Franz Gertsch im Musée de l’Elysée, Lausanne, zu sehen waren.

Berit Myrebøe zeigt in ihren Arbeiten Fotografien, die sie in einem aufwendigen (z.T. von ihr selbst entwickelten) Verfahren auf glatt polierte Aluminiumplatten überträgt. Die malerisch nachbearbeiteten, weichen Schattengestalten ihrer Fotografien bilden einen reizvollen Kontrast zu den harten, glatten Metallplatten, auf denen sie fragil und verletzlich zu schweben scheinen.

Der spiegelnde Bildträger reflektiert den Realraum und den Betrachter, der sich im Näherkommen schließlich selbst als Teil des Bildes erblickt. Je nach seinem Standpunkt und der Umgebung verändern sich die Reflexionen und bergen damit unendliche Räume, die zu den Bildräumen der schwebenden Figuren werden. Die Künstlerin stellt keinen Bildraum illusionistisch dar, sondern nutzt den realen Raum, auf dessen Spiegelung sie ihre Figuren setzt. Eine reizvolle Spannung entsteht so zwischen der sinnlichen Anziehungskraft der dargestellten Motive, der Anonymität der Oberfläche und der changierenden Wahrnehmung durch den Betrachter.

Räumliche Realität und künstlerische Imagination, malerisches Original und fotografische Reproduktion verschränken sich in den Arbeiten der Künstlerin, mit denen die Galerie Jarmuschek und Partner ihre Reihe zum „Repro-Realismus“ fortsetzt.

Berit Myrebøe - „Énergeia“ Bilder im Raum

Figuren im Raum, Schatten, die über die glattpolierte Aluminiumplatte ziehen, unscharf, verfremdet, schwebend auf dem gleißenden Metall.

Berit Myrebøe überträgt ihre Fotografien in einem aufwendigen (z.T. von ihr selbst entwickelten) Verfahren auf Aluminiumplatten und bearbeitet sie malerisch nach. Der subjektive Pinselduktus der Künstlerin verändert die objektive Fotodokumentation und macht aus dem Schnappschuß ein Bild, in dem sich ihr eigener emotionaler Ausdruck, ihre eigene Erinnerung mit der Momentaufnahme vielschichtig überlagern. Kostbar präsentiert auf dem Silbergrund, kontrastieren die federleicht hingehauchten Schattengestalten mit dem harten Metall und wirken so besonders fragil und verletzlich. Nur durch wenige Striche räumlich verfestigt, bewegen sie sich allein über die großformatigen glänzenden Oberflächen wie durch einen schwebenden Raum, aus dem sie aufzutauchen und in den sie wieder zu verschwinden scheinen. Wie ein matter Spiegel reflektiert der Bildträger die Umgebung, öffnet das Bild in die Tiefe und gleichzeitig nach vorne in den Realraum. Die Künstlerin stellt den Bildraum nicht mehr illusionistisch dar, sondern nutzt den Realraum, auf dessen Spiegelung sie ihre Figuren setzt. Unendliche Räume bergen diese Bilder, die sich in jeder neuen Umgebung verändern, mit den Bewegungen des Betrachters immer andere Perspektiven eröffnen, der, auf der Suche nach den ungreifbaren Schattengestalten, sich schließlich selbst schemenhaft im Bild wiederfindet.

„Énergeia“ heißt die Serie, für die Berit Myrebøe das Bremer Tanztheater von Susanne Linke eine Woche lang fotografisch begleitet hat. Nicht um die Darstellung des Themas Tanz, seine typischen Posen und Attitüden geht es der Künstlerin, sondern um den Tanz als reine Bewegung einer Figur im Raum, in dem sie ihre „Énergeia“, ihre tätige Wirksamkeit und aktive Kraft entfaltet. Die Figur dreht sich, schreitet, steht, schwebt auf den schimmernden Gründen der drei großformatigen Bilder, in denen sich der Galerieraum mit dem Bildraum verschränkt und die planen Bilder zur Rauminstallation erweitert.

Parallel zu dieser fotografisch-malerischen Bild-Raum-Installation sind kleine, transparente Tuschzeichnungen entstanden, die die Künstlerin in mehreren Schichten übereinander als Objekte rahmt. Fliegende Figurenskizzen bewegen sich auf mehreren Ebenen hinter- und übereinander, ihre Körper wölben sich in dem von der nassen Tusche gewellten Papier und drängen auch hier in den Raum.

Auf der letzten Bildplatte wendet sich die dargestellte Figur zurück und scheint sich dem Betrachter, der ihr durch den Raum gefolgt ist, zuzuwenden. Der Betrachter - zunächst nur in den Bildraum gespiegelt - wird selbst zum Betrachteten.

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