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Einzelausstellung: Bertram Hasenauer: Alytus / Basement (vorbei)

25 Mai 2012 bis 14 Juli 2012
  Bertram Hasenauer: Alytus / Basement
Bertram Hasenauer, Ewe, 2011, acrylic on wood, 150 x 110 cm
 
www.galerie-mam.com MAM Mario Mauroner Contemporary Art

MAM Mario Mauroner Contemporary Art
Weihburggasse 26
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-1-904 2004
www.galerie-mam.com


Bertram HASENAUER malt menschliche Figuren. Diese sind nicht frei erfunden sondern real, auch wenn sie in der von HASENAUER stark reduzierten Wiedergabe eher wie zeitlose Wesen wirken. Sie erzählen keine Geschichten, da es dem Künstler nach eigener Aussage fern liegt narrativ zu sein. Auf der anderen Seite wirken die Figuren voll beredtem Schweigen und der Betrachter wird unwillkürlich dazu verführt, sich eine Geschichte zu den Protagonisten zu überlegen. Der Künstler malt seine Figuren vor monochromen weißen oder manchmal auch dunklen Bildhintergründen. Weiß ist die wichtigste Farbe für HASENAUER, er setzt sie im Hintergrund, in der Kleidung und zur Wiedergabe der Blässe des Inkarnats ein. Gerade durch die helle Farbgebung kommt ein Leuchten zu Stande, welches HASENAUER als „Aura" seiner Werke bezeichnet, etwas Unbeschreib- und Unmessbares. "Ich setze bis auf wenige Aufnahmen, nur eine Person ins Bild, weil ich sie für wichtig halte, hebe ich sie so hervor", so Hasenauer. Seine Menschen-Figuren sind ebenso gleichermaßen anwesend wie abwesend und obwohl sie dem Zeitgeist unterworfen sind, haben sie sich aus unserer schnelllebigen Zeit verabschiedet, und erfüllen eine eigene, unbekannte Mission. Sie sind in sich zurückgezogen, auf ihr Innerstes konzentriert, abgewandt, verhüllt oder verschmelzen nahezu mit dem amorphen Hintergrund. Nicht Individualität persönliche Merkmale, im Antlitz sichtbar gewordene Charaktereigenschaften oder Lebensweisen darzustellen, fasziniert Hasenauer, sondern eine Grundform dafür zu finden, was einen Menschen ausmacht. HASENAUER geht es um Kunst, die auch ohne den Diskurs soziokultureller Einbettung für sich stehen kann. Er will keinen materiellen Aufwand, sondern Reduzierung auf das Bild des Menschen ohne Umfeld, ohne Hintergrund. HASENAUERs Bildfiguren sind idealisiert und entpersönlicht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass für den Künstler eine realistische Wiedergabe nicht von Interesse ist, sondern die Darstellbarkeit der Idee von Haar, der Idee von Kleidung, der Idee einer Person eine Rolle spielt.

Wichtig in HASENAUERs Werk ist der Aspekt des seriellen Arbeitens. Dies wird nicht nur in der wiederholten Bearbeitung ein und derselben Fotovorlage deutlich, sondern auch in der Betitelung seiner Werke, wodurch sich Werkgruppen zusammenfassen lassen. Während seine Bilder „Ewe" stets Menschen mit geschlossenen Augen zeigen, werden in „All instant things are fading" Rückenansichten dargestellt und in „you somehow slip away" kommt das klassische Frontalporträt zur Anwendung. Aber auch die Titelwahl seiner Ausstellungen folgen einem Schema, sie sind nach geographischen Begriffen benannt. „Alytus" ist eine Stadt im südöstlichen Litauen. Der Titel dieser Ausstellung fügt sich damit in eine Reihe Vorheriger ein, welche sich immer geheimnisvoll und mythisch anhören, aber doch einen ganz realen Hintergrund haben („Sulur" - ein isländischer Berg, „Irpen" - kleiner Ort nahe Kiew, „Atla" - Fluss in Estland). Die hinter seinen fotografischen Vorlagen real existierenden, ihm aber bis auf eine einzige Ausnahme unbekannten Menschen, werden durch das Porträtieren auf eine neutrale Bildfläche gebannt und durch den geografischen Begriff des Ausstellungstitels gleichsam aus einem anonymen Raum herausgehoben und an konkrete Orte verwiesen. Für HASENAUER „potenziert sich das Geheimnis" um diese Figuren.

Die Arbeiten des Eisler Preisträgers Bertram HASENAUER, der in den Sammlungen der Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum, des Lentos Kunstmuseums Linz, des Strabag Kunstforums Wien, sowie des Museums der Moderne Salzburg vertreten ist, waren 2010 in der von Presse und Publikum stark reflektierten und äußerst erfolgreichen Personale „Súlur. Bilder und Zeichnungen" im Museum der Moderne Rupertinum Salzburg zu sehen. HASENAUER hat eine unverwechselbare künstlerische Handschrift entwickelt, die international verstanden wird. Das Menschenbild wird anonym, ein Distanzieren vom Betrachter, keine unmittelbare Kommunikation findet statt. „Innerhalb der neuen malerischen Figuration hat er eine eigene Position: Er erzählt keine Geschichten, dokumentiert jeweils einen Augenblick." Mit dieser Begründung hat die Jury Bertram HASENAUER 2011 den Großen Kunstpreis des Landes Salzburg verliehen.

Wir danken für Ihr Interesse und freuen uns, Sie in der Galerie begrüßen zu dürfen,

Mario Mauroner & Team

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