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Gruppenausstellung: BILD – SKULPTUR - Sommerausstellung (vorbei)

29 Juni 2006 bis 30 Juli 2006
  BILD – SKULPTUR - Sommerausstellung
Marcus Sendlinger, Frame 11
 
  Galerie Jette Rudolph

Galerie Jette Rudolph
Strausberger Platz 4
10243 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 613 03 887
www.jette-rudolph.de


Jan Brokof, Jan Koch, Marcus Sendlinger, Klaus-Martin Treder, Rob Voerman, Alexander Wolff, Phillip Zaiser

BILD - SKULPTUR (Sommerausstellung)

Eröffnung: Donnerstag, 29. Juni 2006, 18.30 - 21.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. Juni bis 30. Juli 2006



PRESSEMITTEILUNG

Entlang der verschiedenen Arbeiten der o.g. Künstler wird die Frage nach dem imaginären Raum, dem individuell persönlichen, aber auch nach dem öffentlichen Raum gestellt.

Die Werke finden ihr direktes Ausdrucksmittel in Formen, Farben, Symbolen und unterschiedlichsten Materialien und werden zu intermedialen Modellen in der Diskussion über ästhetische, ökonomische, kulturelle, historische sowie soziologische Fragen - kurz: zu einer "verbildlichten Gesellschaftskritik".

Jan Brokofs (geb. 1977) Jugendzimmer "Soziale Einheit" schildert die Grenzwelt zwischen Kindesalter und Erwachsenendasein, öffnet sich dem Raum und gewährt dem Betrachter Einblicke in eine längst zurückgewiesene seelische Entrücktheit, der Suche nach Orientierungspunkten in der Gesellschaft. Dabei verstärkt sich der bedenkliche Kompromiß zwischen den kindlichen Idealen und den "Scheinwerten" gesellschaftlicher Lebensweisen. Die Reduktion auf die Unfarben Schwarz und Weiß evoziert den Charakter einer virtuellen Welt, in der die Unschuld des Kindes der "Verderbtheit" des Erwachsenen gegenüber steht.

Jan Koch (geb. 1978) inszeniert einen Zimmerbrunnen, einen mit Hirschgeweihen bestückten silberfarbigen Pokal aus dem Wasserdampf aufsteigt. Dabei werden die mythologisch wie auch christlich tradierten Symbole (Hirsch = Göttlichkeit, Wasser = göttliches Wort), die mit dem frühchristlichen Taufbecken und den allegorischen Jagdmotiven der Brunnen der Renaissance und des Barocks in enger Beziehung stehen, in neue Sinnzusammenhänge gesetzt, wenn man an die dekorative Funktion des Zimmerbrunnen als Element moderner Wohnkultur denkt.

Marcus Sendlinger (geb.1967) kreiert zwei Bildebenen, die sich treffen und einen neuen fast dreidimensionalen Bildraum erzeugen. Ein Gewirr von Farben auf und an Geraden, dahinter und darüber, läßt neue geometrische Formen im Bild entstehen. Vorder- und Hintergrund wechseln sich in ihrer Dominanz immer wieder ab, so daß Bewegung erzeugt wird, die wie ein Sog wirkt. Die Skulptur läßt die weitergedachte Flächenkonstruktion aus Sendlingers Malerei assoziieren, greift in den Raum über, zersetzt ihn in seine Einzelteile, um ihn dann als Rahmen, wie ein Skelett wieder und wieder zusammen zu setzten. Dabei werden Natur und Produktdesign zu Inspirationsquellen in Sendlingers Arbeitsprozeß.

Klaus - Martin Treder (geb.1961) bezieht in Anlehnung und Abstraktion von Logos und Comicwelten seine Farbkompositionen und Formensprache, komponiert und berechnet neue Farbwerte, setzt sie ohne weitere Retuschen zusammen und expandiert vom 2 - dimensionalen Raum der Malerei in die 3 - dimensionale Ebene der Skulptur. Materialmix und die Inszenierung der Malerei in die Form der Skulptur werden zu einem architektonisch eingebundenen Gesamtkonzept, liefert der Malerei als Konstruktion einen Zugewinn neuer Optionen im mehrdimensionalen Sinn.

Rob Voerman (geb.1966) beschäftigt sich in seinen intermedialen Bildwerken und Skulpturen mit der Frage nach dem Kreieren neuer Lebensräume, der interfunktionalen Architekturwahrnehmung, die der Veränderung des Zustands Mensch und seiner Bewusstseinsstrukturen Raum für Intimität und Möglichkeiten des Rückzuges geben sollen. Dabei kombiniert Voerman die konzeptionellen Strukturen von Eremiten- und Obdachlosenbehausungen ebenso wie die der modernen Bürokomplexe und Wohnblocks der Städte - das Zusammenleben als Verzahnung von Individuen in der idealen Welt.

Alexander Wolff (geb. 1976) fügt dieser Szene einen ca. 4 x 3 Meter großen schwarzen Vorhang hinzu, der mit Zeichen versehen ist, die an die verbildlichte Tanztheorie eines R. Laban erinnern. Der Vorhang als Medium zwischen Besucher und Aufführung, Grenze und Mittler, Begrüßung und Verabschiedung, Anfang und Ende des Tanzes, die Inszenierung des Welttheaters im barocken Sinn. Das Heben und Fallen des Vorhanges werden beklatscht, gemeint ist das Schauspiel des Menschen in seiner nicht enden wollenden Bewegung in Raum und Zeit, als Zuschauer und Akteur an der Schwelle - darunter oder drüber - neuer Erkenntnisse.

Phillip Zaiser (geb. 1969) bricht die lange Flucht des Galerieflurs mit
einer die Dimensionen des Raums sprengenden Adaption der griechisch-antiken Plastik der Nike von Samothrake. Der Kopf der riesenhaften geflügelten Siegesgöttin verschwindet in der Decke, während ihr Körper abstrahiert aus einer Collage von Holzresten gefertigt ist. Die Wahl der medialen Form bricht den erhöhenden Charakter des Denkmals, so wie auch der umlaufende Zaun statt als Begrenzung in einer Wandmalerei und somit als Projektion wiedergegeben ist.


Next Fair: ART FORUM BERLIN, Sept. 30- Oct 4, 2006, Solobooth: Dennis Rudolph, Der Lichttempel.

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