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Einzelausstellung: Boris Rebetez - Belvédère (vorbei)

11 November 2006 bis 22 Dezember 2006
 
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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annex14.com


Zum zweiten Mal zeigt annex14 Arbeiten des in Belgien lebenden Schweizer Künstlers Boris Rebetez (*1970). Nach "Konstruierte Orte" (Museum für Gegenwartskunst Basel, 2006), wo die skulpturalen Arbeiten und die Collagen einen Schwerpunkt bildeten, fokussiert "Belvédère" nun auf das Medium Zeichnung. Dieses nimmt im Werk des Künstlers eine zentrale Rolle ein. Gezeigt werden Gouachen, grossformatige Tuschzeichnungen sowie eine Wandarbeit.

Das Belvédère, ursprünglich meist ein Jagd- oder Lustschloss,war parallel dazu immer auch ein erhöhter Ort, von dem aus die Welt den Betrachtenden zu Füssen liegt – als Objekt der Wahrnehmung, als Mittel zur Selbstreflexion und als Projektionsraum. Es gibt den Blick frei auf eine Vorstellung von Landschaft, die als codierte Naturdarstellung das Resultat von Ideen, Werten und Normen der Moderne ist - und bringt damit gleichzeitig auch das wahrnehmende Subjekt ins Spiel. Mit der Wandarbeit, sie zeigt das Fragment einer modernistischen Pavillonarchitektur, fokussiert Boris Rebetez innerhalb dieser Thematik auf das Subjekt. Er destabilisiert mit seiner Intervention den realen Raum und inszeniert – im Gegensatz zum Belvédère - das Verhältnis des wahrnehmenden Subjekts zur Landschaft als ein äusserst brüchiges. Sein Standort ist labil geworden und eine mögliche, neue Aussicht "verbirgt" sich hinter der weissen (Galerie-)Wand.

Von Räumen, von erlebten, erinnerten und konstruierten handeln auch die Gouachen und grossformatigen Tuschzeichnungen. Es sind nichthomogene Räume, in denen sich geometrisch-architektonische Strukturen, vegetabile Formen und amorphe Tuschflecken zu vielschichtigen Gebilden von höchster Komplexität verdichten. Aus der Überlagerung von realen und konstruierten, von perspektivischen und atmosphärischen Räumen entstehen "Weltbilder", in denen Raum und Zeit nicht mehr linearen Gesetzmässigkeiten unterworfen sind. In ihnen spiegelt sich eine nachmoderne Beziehung des Subjekts zur Landschaft, respektive zur Welt, die einer romantischen Sichtweise nahe steht, indem sie der objektivierten Wahrnehmung die Imagination im Sinne Baudelaires entgegensetzt.

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