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Einzelausstellung: Boris Rebetez - Ombres, hallucinations et faux sentiments (vorbei)

5 Februar 2005 bis 19 März 2005
 
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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annex14.com


Vom 5. Februar bis zum 19. März zeigt annex14 neue Fotocollagen, Zeichnungen und Skulpturen des in Brüssel lebenden Schweizer Künstlers Boris Rebetez (*1970). Über die jeweilige Medienreflexion hinaus thematisieren die Arbeiten unterschiedliche Erfahrungen und Wahrnehmungsweisen von Raum: von urbanen wie von mentalen Räumen und Landschaften. Mit seismografischer Genauigkeit registriert der Künstler historische Veränderungen entlang räumlicher Repräsentationsmuster, dekonstruktiver wie utopischer. Und er reflektiert in vielschichtiger Weise die Widersprüche und Schwierigkeiten bei der individuellen Verortung in eine – zusehends - medial vermittelte Welt.

Für die Fotocollagen isoliert Boris Rebetez einzelne Elemente aus ihrem Kontext – er verwendet alle Arten von Printmedien – und konstruiert daraus neue, scheinbar realistische und gleichzeitig räumlich irritierende Bilder von Innen-, Stadt- und Landschaftsräumen. Er unterläuft die fotografische Perspektive seiner Vorlagen und verwirft damit auch deren Wahrnehmungsstandorte. Nähe und Ferne, Unten und Oben, Innen und Aussen sind nicht mehr unbedingt als objektive Raumkoordinaten gedacht.

In den zum Teil grossformatigen Tuschezeichnungen spiegelt sich vor allem Boris Rebetez‘ Auseinandersetzung mit dem urbanen Umfeld: als vorgegebenem, gebautem Raum wie als individuell zu kartografierendem Lebensraum. Die Bildkompositionen folgen der Logik der Erinnerung, Blattstellen werden leer gelassen, bearbeitete und unbearbeitete Flächen, architektonische Elemente und zufällige Flecken sind spannungsvoll zueinander in Beziehung gesetzt.

Parallel zu den Fotocollagen werden auch bei den teilweise an konstruktivistische Skulpturen erinnernden Arbeiten von Boris Rebetez die Beziehungen von Innen- und Aussen wie zum realen (Ausstellungs-) Raum untersucht - allerdings ohne den gesellschaftsverändernden Anspruch der russischen Konstruktivisten. Die Skulpturen wirken in ihrer bricollageähnlichen Ästhetik eher wie dreidimensionale „Meditationen“ über den Verlust utopischen Denkens. Einen völlig neuen Ansatz zeigen die Bronzeskulpturen, die „Berge“. In Technik und Materialität verweisen sie auf den klassischen Skulpturbegriff. Ihre Form hingegen leitet sich aus Darstellungen von Bergen in der Malerei der Frührenaissance ab. Genauer gesagt von Fra‘ Angelico, der seinerseits für die Berge Steine als Modelle benutzte. Rebetez’ Bronzen spielen zwar mit „Déjà-vu“-Erfahrungen, erweisen sich schliesslich aber als weiterführende Reflexionen zu aktuellen und historischen Raum-Modellen.

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