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Einzelausstellung: Carol Rama - Appassionata (vorbei)

4 Dezember 2004 bis 6 Februar 2005
  Carol Rama - Appassionata
Carol Rama, Appassionata, 1939, Courtesy Galleria Franco Masoero, Turin
 
  Galerie im Taxispalais

Galerie im Taxispalais
Maria Theresien Straße 45
6020 Innsbruck
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)512-508 3171
www.galerieimtaxispalais.at


Eröffnung
Freitag, 3. Dezember 2004, 19 Uhr

Eröffnung durch Landesrätin Dr. Elisabeth Zanon, Kulturreferentin des Landes Tirol
Zur Ausstellung spricht Dr. Silvia Eiblmayr, Galerie im Taxispalais, Innsbruck
Saluto Dr. Giovanni Pedrazzoli, Console Generale d'Italia

Pressekonferenz
Freitag, 3. Dezember 2004, 10 Uhr

Ausstellungsgespräch
Samstag, 4. Dezember 2004, 12 Uhr

Gespräch mit Carol Rama, Dr. Brigitte Reinhardt, Direktorin des Ulmer Museums, Franco Masoero und Alexandra Wetzel, Galerie Franco Masoero, Turin


Carol Rama nimmt in ihrem Frühwerk (ab 1936) eine radikale, tabubrechende Position ein, in der sie vieles vorwegnimmt, was die künstlerische Auseinandersetzung mit Körper und Sexualität in den 1960er und 1970er Jahren kennzeichnet. In ihren fragilen Aquarellen malte und zeichnete sie erotische Szenarios mit oft fragmentierten, verletzten Körpern von vornehmlich Frauen oder mit sexueller Symbolik besetzte Objekte, wie Schuhe und Prothesen oder auch Tiere. In den 1950er Jahren wandte sie sich der Abstraktion zu, um in der Folge in diese Bilder wiederum körperspezifische Materialien einzuarbeiten, wie Tierkrallen, Fell, Puppenaugen oder Gummischläuche.
Seit Anfang der 1980er Jahre beschäftigt sich Carol Rama verstärkt wieder mit ihrem frühen Thema, der erotischen Zeichnung. Alltagsthemen fließen hier ebenso ein wie mythische Figuren, die – wie fast ihr gesamtes Werk – immer auch eine ironische Note haben.

Carol Rama nimmt als Künstlerin in ihrer Generation eine herausragende Position ein. Sie wurde 1918 in Turin geboren und wuchs als jüngste Tochter eines Turiner Fabrikanten auf. Als Künstlerin Autodidaktin, fand Carol Rama in Felice Casorati, dem damals berühmtesten Maler Turins, einen Förderer. Als wichtigen Anstoß zur eigenen künstlerischen Arbeit bezeichnete Carol Rama einmal die familiären Belastungen ihrer Jugend, u. a. die Krankheit der Mutter. 1988 äußerte sie: "... Ich merkte, dass das Malen mich von der Angst befreite, die auf mir lastete wegen all dem, was in meiner Familie geschah, und in eine Angst umwandelte, die mich zu all dem brachte, was die Gesellschaft allgemein als einen Affront bezeichnet. Ich kann nicht leugnen, dass mir dieses Spiel gut gefiel und dass ich es bis ins Äußerste trieb."

Wie der Dichter Edoardo Sanguineti schreibt, ist Carol Rama "ein ausgezeichnetes Beispiel für eine Künstlerin, die bei der ersten Materialisierung ihrer innersten Fantasien ein Schauder von erschrockenem Staunen erfasst und die dann für eine lange Zeit mit brennendem Exorzismus versucht, diese Fantasien abzukühlen, sie zu umkreisen, sie neutralisiert auf eine Kette von gleichwertigen Lösungen zu projizieren, die aber kontrollierbar und aushaltbar sind, und ich denke, wir können ebenfalls sagen, schmerzlos, indem sie mit den Mitteln abstrakter Objektivierung scharfsinnig temperiert und geschickt filtert und dennoch die ursprüngliche Spannung aufrechterhält" (aus: "L'esilio e il ritorno").

Die Ausstellung "Carol Rama. Appassionata" zeigt einen exemplarischen Überblick über das Werk der Künstlerin. Ein besonderes Schlaglicht setzt sie auf ihre enge und bedeutende künstlerische Beziehung zu Edoardo Sanguineti. Am 10. Jänner 2005, 19 Uhr, wird Edoardo Sanguineti in der Galerie im Taxispalais eigene Texte lesen, davon viele über Carol Rama.

Mit "Carol Rama. Appassionata" ist die Künstlerin erstmals mit einer umfassenden Einzelausstellung im deutschsprachigen Raum zu sehen. Bisher waren Arbeiten von Carol Rama außerhalb Italiens nur vereinzelt präsent. 1998 richtete das Stedelijk Museum in Amsterdam der Künstlerin eine erste größere Werkschau im Ausland ein. Im Jahr zuvor wurde sie in der Esso Gallery, New York, zum ersten Mal in einer Einzelausstellung in den USA gezeigt.

Carol Rama erhielt im Sommer 2003 den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig.
Sie lebt in Turin.

Die Ausstellung "Carol Rama. Appassionata" entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Brigitte Reinhardt, Direktorin des Ulmer Museum, Ulm, wo sie vom 12. September bis 14. November 2004 zu sehen war, sowie mit Franco Masoero und Alexandra Wetzel, Galleria Franco Masoero, Turin.

Lesung
Eduardo Sanguineti
Montag, 10. Jänner 2005, 19 Uhr
(In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut, Innsbruck)

Katalog
Carol Rama. Appassionata
Hg. Brigitte Reinhardt, Ulmer Museum; Silvia Eiblmayr, Galerie im Taxispalais, Innsbruck.
Texte von Silvia Eiblmayr, Brigitte Reinhardt, Edoardo Sanguineti, Lea Vergine. (dt. / engl.)
Verlag Hatje Cantz, Ostfildern-Ruit 2004
145 S., 85 Abb. davon ca. 75 farbig
Preis 19,80 €
ISBN3-7757-1478-2

Vorzugsausgabe mit einer Radierung der Künstlerin, 16 x 23,6 cm, 25 Stück von einer Auflage von 100, signiert, € 150,-

Dank an Franco Masoero und Alexandra Wetzel, Galerie Franco Masoero, Turin
Italienisches Kulturinstitut Innsbruck

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