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Einzelausstellung: Cat Tuong Nguyen - I Propped the Sony´s Microphone on an Empty Coke Bottle (vorbei)

3 März 2012 bis 14 April 2012
  Cat Tuong Nguyen - I Propped the Sony´s Microphone on an Empty Coke Bottle
Cat Tuong Nguyen
 
  CHRISTINGER DE MAYO

CHRISTINGER DE MAYO
Ankerstrasse 24
CH-8004 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 252 08 08
www.christingerdemayo.com


«Die Harmlosen kann man nicht tadeln, weil sie immer unschuldig sind. Man kann sie nur zügeln und ausmerzen. Die Unschuld ist eine Form des Wahnsinns.»
Graham Greene, Der stille Amerikaner

In der archäologischen Praxis des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gehörten Graphit-Abreibungen zu den wichtigsten Mitteln der Dokumentation. Sie vermitteln uns heute ein Bild des Verwaltungsaufwands beim Bau der Pyramiden von Gizeh, des hitzigen religiösen Diskurses entlang der antiken Seidenstrasse oder der Besiedlung der atlantischen Inseln durch die Wikinger.

Die gewichtige neue Werkserie «Ghost Drawings», die Cat Tuong Nguyen (*1969) in seiner zweiten Ausstellung bei Christinger De Mayo zeigt, basiert auf dem Prinzip der archäologischen Abreibung. Er verbindet sie diskursiv mit dem Medium der zeitgenössischen Zeichnung. Die kleinen Blätter sind eine Spurensuche im kulturellen Raum Vietnams, in der Biographie des Künstlers (geboren in Ban Me Thuot, aufgewachsen in Bümpliz), und im Echoraum der interkulturellen semiotischen Interferenzen. Die neuere Geschichte wird mittels der Graphit-Abreibungen nicht analysiert, sondern künstlerisch untersucht. Das Diffuse und Nebulöse der Ereignisse bis 1975 wird mit Konkretem verwoben. Dem Wahnsinn wird mit Poesie begegnet, eine eigentliche Archäologie der Zeichen.

Die dabei entstehenden Zusammenhänge und Widersprüche sind rein assoziativ, vieles verstehen wir nur ansatzweise. Wir bewegen uns somit eher im Bereich der Ahnungen, des intuitiven Verstehens, und jenseits aller Gewissheiten. Das auratische und gleichzeitig dokumentarisch Hinterfragende von «Ghost Drawings» steht in Beziehung mit Cat Tuong Nguyens gesamter künstlerischen Praxis. Ausgehend vom Medium Fotografie setzt er alle künstlerischen Mittel ein, um den Kern seines Schaffens, eine performative innere Haltung, umzusetzen. Der Künstler ist bei ihm immer Teil des Werkes, bringt sich ein, durchdringt es, umkreist es, nimmt Abstand und gibt sich hin. Verausgabung und Disziplin verbinden sich zu einer kontinuierlichen Suche nach dem Wesen der Dinge, im Wissen, dass wir vielleicht dennoch nur die Schatten wahrnehmen können.

Cat Tuong Nguyens persönliche Suche findet in den Betrachtern einen Echoraum: Die Geräusche eines Nachtspaziergangs auf einer vietnamesischen Insel verbinden sich mit den Geisterzeichnungen zu einem archäologisch semiotischen Referenzsystem, in dem wir unsere eigenen Geschichten spiegeln.

Cat Tuong Nguyen:
Geboren 1969 in Ban Me Thuot, Vietnam. Verschiedene Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. Kunsthaus Zürich, Migros Museum Zürich, Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, Coalmine Winterthur, Forum Fotografie Köln, Kunsthaus Dresden.

Cat Tuong Nguyen lebt und arbeitet in Zürich.

Vernissage: Freitag, 2. März, 18–20 h
Der Künstler ist am Vernissageabend anwesend.

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