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Einzelausstellung: Charlotte Vögele – Metamorphosen - Rauminstallation mit Objekten aus Naturmaterialien (vorbei)

27 April 2012 bis 11 Juni 2012
  Charlotte Vögele – Metamorphosen - Rauminstallation mit Objekten aus Naturmaterialien
Charlotte Vögele, pinus sylvestris, 2008, Kiefernadeln auf Tüll, Größe 38
 
  Galerie artThiess

Galerie artThiess
Frauenstrasse 12
80469 München
Deutschland (Stadtplan)

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www.artthiess.de


Wegen des großen Interesse wurde die Ausstellung vom 5. Juni 2012 bis zum 11. Juni 2012

Die Galerie artThiess freut sich, nach der Ausstellung 2007 nun vom 27. April bis 5. Juni 2012 wieder Objekte aus Naturmaterialien von Charlotte Vögele präsentieren zu können.

Vielen sind vielleicht das Kleid aus Birkenrinde oder die Pumps, besetzt mit Rosendornen, von der letzten Ausstellung noch in Erinnerung oder inzwischen aus dem Fernsehen bekannt, das immer wieder Beiträge über die Künstlerin und ihre Arbeiten zeigt.

Dabei lernt man Charlotte Vögele als Naturmenschen durch und durch kennen, begleitet sie bei ihren Klettertouren in der Fränkischen Schweiz, bekommt Einblick in ihre Arbeit als Konrektorin an der renommierten Schule für Blumenkunst in Weihenstephan und folgt ihr schließlich bei ihren Streifzügen durch die Natur. Auf diesen sammelt sie Rinden, Blätter, Nadeln oder auch Dornen; „Ernten" nennt die Künstlerin diesen ersten Teil des künstlerischen Prozesses.

Dabei interessiert Charlotte Vögele besonders Material, das am Ende des Wachstumszyklus übrig bleibt, nicht jenes, welches in vollem Saft steht. Aus diesem zaubert sie mit Hilfe ausgefeilter Techniken ihre fragilen und zugleich poetischen Werke: Mäntel aus abgefallenen Kiefernnadeln, Kleider aus Silberblättern, Schuhe aus Tannenzapfenschuppen, Harnische aus Blätterfilz. Dabei immer die ursprüngliche Wuchs- und Erscheinungsform imitierend, wirkt der Mantel, als wären die Kiefernnadeln gerade vom Baum gefallen und im Gewebe hängen geblieben. Man glaubt, die transparenten, silbrigen Blätter der lunaria rediviva hätte der Wind zum Hemd geformt und die Tannenzapfenschuppenschuhe seien wie die Zapfen selbst am Baum gewachsen.

Beim Anblick dieser Objekte ergänzt die eigene Vorstellungskraft unweigerlich den Menschen, der sie trägt, drängt sich dem Betrachter des Nadelmantels gleichzeitig die Vorstellung des Baums sowie des Modells auf, für dessen Leib er geschneidert wurde. "(…) metamorphisch oszilliert das Objekt zwischen Vorstellungen und Zuständen. Die entleerte Hülle mag Erinnerungsreste gelebten Lebens enthalten, die Naturgestalt könnte bergend, verbergend eine Person aufnehmen, um sie zu verwandeln (...)". Prof. Dr. Heino Möller, Kunstwissenschaftler

Dabei wird man an die Metamorphosen des Ovid erinnert: Erzählungen des antiken, römischen Dichters, in denen Menschen von verschiedenen Göttern aus Strafe für menschliche Unzulänglichkeiten oder zum Schutz vor menschlichen Begehrlichkeiten in Pflanzen, manchmal auch Tiere verwandelt werden. Ein Stoff, der die Kunst sowie die Künstler seit Jahrhunderten inspiriert und in den Objekten von Charlotte Vögele seine ganz eigene Ausprägung, seinen eigenen Reiz erfahren hat: Objekte zwischen scheinbarem Nutzen und realer Nutzlosigkeit, zwischen rauher, spröder Anmutung und natürlicher Eleganz.

"(…) Man meint, Ähnliches zu kennen als provokantes oder witziges Design, präsentiert auf dem Laufsteg einer Avantgarde Modenschau; oder als Gewänder exotischer Ureinwohner, ausgestellt im Völkerkundemuseum, aus archaischen Zeiten oder Robinsonaden. Zu mehreren in einem Raum aufgehängt, wirkt das verschiedenartige Nebeneinander wie ein Angebot zum Verkleiden, zur Verwandlung in Rollen. Aber auch hier ist die Verwandlung im Rollenspiel virtuell, die Gewänder waren oder sind zu keinem selbst kurzfristigen Gebrauch tauglich. Es sind Objekte zum Anschauen, deren Präsentation einlädt, die Gedanken wandern zu lassen. Die Metamorphose ist zweifach: Anverwandlung der Naturmaterialien in eine leibgebundene Stofflichkeit - Umverwandlung in eine dem Alltag enthobene Naturphantasie". Prof. Dr. Heino Möller, Kunstwissenschaftler

Eine ganz andere Art der Verwandlung erfährt die getrocknete Haut des Bergsalamanders: Die Künstlerin unterwirft die organische Hülle keiner Umformung an sich, sondern lässt durch Übertragung in die Zweidimensionalität sowie die folgende Vervielfältigung und anschließende Reihung komplexe Ornamente entstehen. Zunächst fast gotisch anmutend, jedoch modern interpretiert, werden diese Arbeiten nun erstmals öffentlich präsentiert.

Seit ihrer Kindheit lebt die Künstlerin in enger Verbindung mit der Natur. Die elterliche Gärtnerei in Oberschwaben, die Ausbildung zur Floristin und schließlich das Studium an der renommierten Fachschule für Blumenkunst in Weihenstephan, an der sie heute lehrt, haben sie geprägt. Der Weg zur 2Pflanzenkünstlerin" scheint geradezu vorgegeben und renommierte Museen, wie das für Kunst und Gewerbe in Hamburg oder das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, haben bereits die "Natur-Kunstwerke" von Charlotte Vögele gezeigt.

Vernissage am Donnerstag, 26. April 2012, 18.30 bis 21.00 Uhr
Um 19.30 Uhr wird eine ca. 10-minütige ZDF-Reportage über die Künstlerin gezeigt

Samstagsöffnung am 12. Mai 2012, 11.00 bis 15.00 Uhr
Abendöffnung am Donnerstag, 24. Mai 2012, 18.30 bis 21.00 Uhr

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