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Einzelausstellung: Christian Hoffmann - HORIZONTE (vorbei)

21 Mai 2011 bis 30 Juni 2011
  Christian Hoffmann - HORIZONTE
Morgenlicht apollonisch II, Öl auf Leinen, 90 x 60 cm, 2008
 
  Galerie Ricarda Fox

Galerie Ricarda Fox
Liverpoolstraße 15
45470 Mülheim an der Ruhr
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)208 - 378 77 34
www.galerie-fox.de


HORIZONTE

In Anlehnung an den bekannten Gedanken, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt, fordern die Arbeiten des in Berlin lebenden Christian Hoffmann ihrem Gegenüber ein besonderes Einfühlungsvermögen und einen mitgestaltenden Sehprozess ab.

Wie Christian Hoffmann selbst sagt, setzen seine Arbeiten eine "visuelle Faszination" voraus und zielen damit auf jene Aufmerksamkeit, welche die bewusste Konzentration der Sinne auf elementare Erscheinungen beschreibt. Eine Aufmerksamkeit, die genau hinsieht, lauscht und tastet und es ermöglicht, die stille Poesie und Vollkommenheit in alltäglich scheinenden Momenten zu erfassen. Mit seinen Bildern spürt Hoffmann vor allem dem Bewegten und Bewegenden zwischen diesem sinnlichen Aufnehmen, einem geistigen Nachempfinden und dem Neu-Entstehen-Lassen naturgegebener Momente nach. Im Zusammenspiel mit dem Betrachter entstehen Landschaften, die sich aus dunklen Waldsäumen, spiegelnden Wasseroberflächen und irisierenden Luftmassen zusammenzufügen scheinen. Christian Hoffmanns Gemälde veranschaulichen damit Werke der Natur und entsprechend Erscheinungen der Elemente, sie stellen unter besonderer Betonung aber auch das Ergebnis eines verarbeitenden kreativen Prozesses heraus. Besonders der pastose Farbauftrag dokumentiert den Anteil des Malers im Moment des Neuerschaffens und unterstreicht die künstlerische Aneignung des Kreatürlichen.

So lässt der Künstler farbliche Bildungen und teils serielle Abfolgen entstehen, deren Betitelung wie beispielsweise "Zwielicht dionysisch" oder "Morgenlicht apollinisch" auf die unauflösliche Bedingtheit widerstrebender Phänomene im Vergehen und Entstehen verweisen. Der philosophische Ansatz bezieht sich auf dunkle, zerstörende gegenüber den hellen und ordnenden Elementen im Leben und der Natur und lotet zugleich die Schaffenskraft des Künstlers aus, der dem Mythos nach zwischen rauschhaftem Ausdruckstrieb und gestaltendem Ordnungswillen agiert.

Wo etwas weicht, konstituiert sich meist zugleich etwas Neues. Visualisiert handelt es sich dabei um eine permanente Übergangszone, wie sie bei Hoffmann in gebrochenen Farben Ausdruck findet. Dies weist über die Momenthaftigkeit eines einzelnen Bildes deutlich hinaus und steht für einen Prozess, der auch als Erzählung von einem durch ständigen Wandel geprägten System aufgefasst werden kann. Denn in jenem Moment zwischen zwei Zuständen wie Licht und Dunkelheit oder Wärme und Kälte, verschwimmt auch die Gegenständlichkeit - Horizontlinien oder Wasseroberflächen erscheinen verwaschen von diffusem Licht und zerfließen in dunstiger Luft. Doch genau hier am Puls der immerwährenden Bewegung findet sich ein besonderer Moment der Ruhe und des tiefen Verständnisses. Ein umfassendes Sehen und Wiedererkennen ist hierfür gefragt, welches auch die innere Schau miteinbezieht und dem Betrachter ermöglicht "innezuhalten und die Zeit still stehen zu lassen" (Hoffmann)

Die künstlerischen Mittel Christian Hoffmanns verweisen auf den Geist impressionistischer Landschaftsauffassung und erinnern im formalen Bereich zugleich an die gegenstandslose und von meditativer Vibration bestimmte Farbfeldmalerei. Anders als die gänzlich vom Gegenstand abgewandten Arbeiten eines Mark Rothko versucht Hoffmann jedoch das lebendige Pulsieren der Natur selbst zu visualisieren und belässt die Farbe dabei als Ausdrucksträger dem Subjekt. Mit dieser Auffassung zeigen sich seine Gemälde als malerische Herangehensweise an die hochaktuelle Hinterfragung des Bild- und Realitätsbegriffes anlässlich der voranschreitenden Ergründung von Bedingungen und Möglichkeiten menschlicher Wahrnehmung.

Dr. des. Nicola Schröder Plock

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