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Einzelausstellung: Christine Philipp - "Lichtungen" (vorbei)

13 März 2004 bis 1 Mai 2004
  Christine Philipp -
Christine Philipp, Mudd Club
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
Halle am Wasser - Invalidenstrasse 50/51
10557 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 28 59 90 70
www.jarmuschek.de


Christine Philipp - Lichtungen

Angesichts des Dickichts der zeitgenössischen realistischen Malerei, die sich in der Beliebigkeit des "sieht so aus wie photographiert, ist aber gemalt" zu verlieren scheint, erweitern die neuen Arbeiten von Christine Philipp das Blickfeld des Betrachters ganz im Sinne des Ausstellungstitel.

Um auch den letzten unpassenden Vergleich mit photorealistischer Malerei zu widerlegen, hat sie in ihren neuen Bildern bewußt Situationen ausgewählt, die als Photographie geradezu belanglos erscheinen- als Malerei aber eine den Sehsinn in Bann schlagende Kraft besitzen Außerhalb der hektischen Neofigürlichkeit steht sie, wenn einzelne Passagen ihrer Bilder eher an farbintensives Informel erinnern. Die scheinbar abstrakten Farbflächen weiten sich bei einlassender Betrachtung zu Erlebnisräumen. So kann man sich in Bildräumen wiederfinden, die unmittelbar dem Farbtunnel in die Kindheit in Kubriks "2001 - Odyssee im Weltraum" entlehnt scheinen. So wie hier der Film an die Grenzen seiner Erzählfähigkeit gerät und diesem Dilemma durch die Auflösung des Bildraumes in fließende, ineinander verlaufende Farbbahnen zu entkommen sucht - findet Christine Philipp die Antwort auf die latente Frage nach der Zukunft der figürlichen Malerei: Wie der Betrachter vor den Seerosen Monets in der Ausstellung "MoMA" sehr schnell realisiert, daß es nicht um die gegenständliche Darstellung von Pflanzen in einem Teich geht, sondern um das Festhalten der immateriellen Elemente Licht, Luft und Wasser in ihrer flirrenden Farbigkeit - also um eigentlich Abstraktes - so katapultiert Philipp den Betrachter mit ihren Bildern an diesen Ausgangspunkt der Moderne zurück.

In ihrer neuen Bildserie führt Christine Philipp den Betrachter an Orte von rätselhafter Atmosphäre. Unvermittelt stellt sie ihn vor das diffuse Licht- und Farbspiel eines Disco-Clubs. Obwohl der Betrachter den Raum unmittelbar vor sich zu haben scheint, erzeugt die eigentümliche Distanz ihrer Darstellung den Eindruck - sich zwar mitten im Raum zu befinden, aber außerhalb der Lichtkegel-Lichtungen stehend doch nur heimlicher Beobachter zu sein, umgeben von einem unwirklich-unwirtlichen Ort. Der vermeintlich distanzierte Blick auf die Dinge verstrickt den Betrachter in ein Vexierspiel und stellt ihn zwischen die Schichten des Bildraums. Wohin der Blick der Künstlerin fokussiert, lichtet sich der Raum und öffnet sich in farblichen Schichtungen. Die gegenständlichen Eigenschaften der figurativen Sujets treten hierbei hinter Oberflächenwerten und räumlichen Strukturen des Bildes als Ganzem zurück.

Die 1971 in Berlin geborene Malerin studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Prof. Jan Dibbets und absolvierte Anfang 2002 erfolgreich ihre Meisterschüler-Prüfung. Im Jahr 2000 gehörte Sie zu den Finalisten des UBS ART AWARD. Im Juni 2002 nahm sie an der Endausscheidung des Bergischen Kunstpreises in Solingen teil. Im letzten Jahr platzierte sie sich als einzige Künstlerin aus Deutschland in der Shortlist des LEXMARK EUROPEAN ART PRIZE. Seit 2003 ist sie Konrad-Adenauer-Stipendiatin für Malerei.

Im Anschluss an die Präsentation ihrer neuen Bilder in der Galerie Jarmuschek und Partner wird sie auch auf der diesjährigen "Art Frankfurt" zu sehen sein.

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