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Einzelausstellung: Christine Philipp - Malerei (vorbei)

17 März 2001 bis 21 April 2001
  Christine Philipp - Malerei
o.T., 1999, Öl auf Leinwand,
55 x 90 cm
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

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10557 Berlin
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Christine Philipp – Malerei

17. März – 21. April 2001
Eröffnung, 16. März 2001

Die Reden vom Ende der Malerei sind inzwischen weitgehend verstummt, eingetreten ist das Ende auch nicht. Das gemalte Bild ist zwar keineswegs wieder selbstverständlich das vorrangige Medium der bildenden Kunst, es hat sich aber mit gelassener Beharrlichkeit eigene Terrains erschlossen: So nimmt Malerei vielfach die Herausforderungen von Seiten technischer Bildmedien an und entwickelt im reflektierten Spiel mit den eigenen Bedingungen neue Themen.

Diese zugleich schwierige und spannende Situation ist ein Aspekt der ausgestellten Arbeiten von Christine Philipp. Sie sind kaum denkbar ohne Bildformen und Sehweisen, die die Fotografie hervorgebracht hat, bleiben jedoch nicht in deren Bann. Sie scheinen vielmehr durch die Fotografie hindurchgegangen zu sein, um Variationen auf ein beständiges Thema der Malerei vorzuführen: Die Spannung zwischen imaginären Räumen, der Materialität der Farbe und der unauflöslichen Oberfläche des Bildes.

Konsequent geben sich die Bilder von Christine Philipp ästhetisch eher nüchtern. Sie fügen sich aus Abstufungen nur weniger Farben zusammen, starke Kontraste sind selten und ein matte Helligkeit rückt die Dinge in Distanz. Eine kühle Ruhe bestimmt die Bildräume – die Wartehallen von Flughäfen, Straßenszenen und Gebäudefassaden. Das Alltägliche changiert dabei zwischen Abstraktion und konkreten Situationen. So zum Beispiel wenn Rückenlehnen grüner Stühle in langen Reihen eine scheinbar unendliche Oberfläche aus quadratischen Tischplatten teilen. Eine “Landschaft“ aus Möbeln breitet sich aus. Gebrauchsdinge, reduziert auf Farbflächen, lassen einen minimalistisch rhythmisierten Bildraum entstehen.

In der Reduktion auf zwei Bildelemente – Stühle und Tische – verdichtet sich ein allgemeines Moment der Bilder von Christine Philipp. Die gegenständlichen Eigenschaften der figurativen Sujets treten hinter Oberflächenwerten und räumlichen Strukturen des Bildes als ganzem zurück. Dabei verschränkt sich die optische Analyse von Möbeln, Fahrzeugen, Architektur und Verkehrswegen häufig mit der komplexen Schichtung von Bildebenen; mit Reflexionen und Überlagerungen von Interieurs und Außenräumen.

Der vermeintlich distanzierte Blick auf die Dinge verstrickt schließlich den Betrachter in ein Vexierspiel und stellt ihn zwischen die Schichten des Bildraums. Die zugleich transparenten und reflektierenden Glasscheiben von Fenstern oder Fassaden scheint man unmittelbar vor sich zu haben. Was sich wie in einem flüchtigen Moment in ihnen spiegelt, wären dann Fragmente einer Realität im Rücken des Betrachters. So entwerfen die Malereien einen Raum außerhalb des Bildes. Kaum spektakulär und doch fremd in seinen Schichten und Brechungen. Vollkommen menschenleer reflektieren sie Lebensformen und –ideale; variieren auf irritierende Weise das Versprechen von Mobilität und Kommunikation in urbanen Strukturen.

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