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Einzelausstellung: Christoph Keller - Cloudbuster-Projekt (vorbei)

14 November 2003 bis 31 Dezember 2003
  Christoph Keller - Cloudbuster-Projekt
Christoph Keller
 
  Esther Schipper

Esther Schipper
Schöneberger Ufer 65
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30 37 44 33 133
www.estherschipper.com


Wiederaufführung der wissenschaftlichen Experimente von Wilhelm Reich von 1953-54 zur Wetterbeeinflussung mit Orgon-Energie.
Teil 2: Verhinderung von Regenfällen über Berlin in der Zeit vom 14.-28.11.2003


Im Jahr 1953 begann der österreichische Psychoanalytiker Wilhelm Reich mit dem von ihm entwickelten "Cloudbuster" zu experimentieren, einem Apparat zur Beeinflussung der Atmosphäre, mit dem er Regen erzeugte und später auch verhinderte - verschiedenen Aufzeichnungen zufolge mit großem Erfolg. Die Basis für die Funktionsweise des atmosphärische Energieströme beeinflussenden Cloudbusters lag in Reichs Annahme von der Libido als einer universellen, sowohl Lebewesen als auch organischer Materie innewohnenden Lebensenergie, deren Strahlung er Orgon nannte - eine Wortschöpfung aus Orgasmus und Organismus.

Im Mai und Juni diesen Jahres stellte Christoph Keller Reichs Experimente mit einer Rekonstruktion des Cloudbusters während seines Aufenthalts als P.S.1-Stipendiat in New York in dem Versuch, Regen zu erzeugen, nach - während dieser Zeit erlebte New York die heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die gegenwärtige Ausstellung bildet den zweiten Teil der Wiederaufführung der Cloudbuster-Experimente. Sie präsentiert den Galerieraum als Observatorium, von dem aus in den ersten vierzehn Tagen Experimente ausgeführt werden, mit dem Ziel, Regenfälle in dem für seine Feuchtigkeit berüchtigten Berliner Novemberwetter zu verhindern.

Hauptbestandteil ist der auf dem Dach aufgestellte Cloudbuster, der vom verdunkelten Ausstellungsraum aus ferngesteuert wird. Im Ausstellungsraum befindet sich eine über Kopf angebrachte Satellitenschüssel. Sie reflektiert die Projektion des Cloudbusters und des Himmelszeltes über Berlin, live übertragen von einer auf dem Dach angebrachten Videokamera mit Fischaugen-Optik.

Im Verlauf des Experimentzeitraums, während dessen täglich ca. vier Stunden mit dem Cloudbuster operiert wird, nimmt die Arbeit durch die Ansammlung von Ergebnismaterial zunehmend Gestalt an.

Die Arbeiten des aus der Naturwissenschaft kommenden Christoph Kellers sind häufig von einem wissenschaftlichen Forschungsansatz geprägt und bilden unterschiedliche Themenschwerpunkte, die von der Subjektivität des Realen in der Photographie ("Rundum-Photographie") über Problemlösungen im urbanen Raum (Sonnenspiegel "Helioflex"), wissenschaftliche Filmarchive bis zu Expeditionen ins Unerforschte ("Expedition-Bus", Arbeit über Schamanismus) reichen.

Christoph Kellers Arbeit "Expedition-Bus" ist zur Zeit in der Ausstellung "science + fiction" im Forschungszentrum caesar in Bonn (bis zum 4.1.04) und danach im Deutschen Hygienemuseum Dresden (21.1.-18.4.04) zu sehen, in "Die Sehnsucht des Kartografen" im Kunstverein Hannover (13.12.03-25.1.04) wird seine neue Arbeit "Scheunenversuch" gezeigt. Eine Auswahl seiner Rundum-Fotografien ist in der Ausstellung "Berlinskaja Lazur" im Martin Gropius Bau (19.12.03-16.2.04, ab Februar im Haus der Fotografie, Moskau) zu sehen.

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