Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Clement Page (vorbei)

29 August 2009 bis 3 Oktober 2009
  Clement Page
Clement Page, Hide and Seek, 2009, Aquarell auf Arches Aquarellbütten, 640 g/qm, 74 x 98 cm
 
  Kuckei + Kuckei

Kuckei + Kuckei
Linienstraße (backyard) 158
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49-(0)30-883 43 54
www.kuckei-kuckei.de


Wir freuen uns, die erste Ausstellung von Clement Page, in unseren Räumen in Berlin anzukündigen.

Zur Eröffnung erscheint der Kalalog »Clement Page, works 2004-2009« mit Texten von Sotirios Bahtsetzis, Richard Dyer und Mark Gisbourne.

»Screen Memories« - Die Verlorene Zeit in den Aquarellen von Clement Page

Obwohl die intensiven, monochromen Aquarelle von Clement Page ursprünglich durch Freuds klassische Fallstudie »Der Wolfsmann« inspiriert wurden, entwickeln sie auf dem Blatt ein Eigenleben, in dem die Welt der Erinnerungen, Wünsche, Träume und Erfahrungen erkundet wird.

Die Aquarelle erscheinen in Form von fotografischen Negativen, die eine zunehmend archaische Herstellung eines Bildpositivs repräsentieren. Dies ist ein schlüssiger, bildlicher Ausdruck des Unterbewussten - das Negativ fungiert als »unbewusstes« Äquivalent des »positiven« Bewusstseins. Page verwendet la vraie aquarelle, oder auch die »wahre Aquarelltechnik« und verzichtet somit auf weiße und opake Pigmente zugunsten von transparenten Lasuren in Kombination mit dem weißen Papiergrund. Dadurch bekommen die Arbeiten eine schillernde und efferveszente Qualität, so als würden sie zwischen zwei Wahrnehmungsbereichen existieren, dem der »Realität« und dem der Erinnerungen und Träume.

Das, was nicht gezeigt wird, ist so wichtig wie das was wir sehen - die »Wahrnehmungslücken« und das Papierweiß vor Beginn der Arbeit, werden zu einem großer Bestandteil des vollendeten Werks. Da das Negativ für das Unbewusste steht, fungiert, auf einer weiteren Ebene, auch das Weiß in der Arbeit als bildlicher Ausdruck für das Unbewusste, buchstäblich die »Grundlage des Daseins«, die das Schwarz zerstört und die Form verzehrt, sobald die Fantasie in die Realität eindringt und unterdrücktes Verlangen sich, in der realen Welt, in unbewusstem Verhalten und sublimierten Handlungen manifestiert. Da es sich um ein Negativ handelt, fungiert das Weiß eigentlich als Darstellung der Schatten und damit dem dunklen, verborgenen Unbewussten; jeder bewusste Gedanke hat ein Negativ, einen unbewussten Schatten.

Page verwendet das Negativ um eine »Traumwelt« zu schaffen, eine Welt in der die Dinge, obwohl als greifbare Objekte erkennbar, sich im stetigem Fluss, im Zustand von Auflösung und Umgestaltung befinden. Objekte verschwimmen, Grenzen lösen sich auf und großflächige Bildbereiche entladen sich in einer präfigurativen »Mythopoesie«. Dieser Prozess entspricht der Untergrabung bewusster Sicherheit durch träumerische Ideen und unbewusste Handlungen.

Die Aquarelle werden aus zahlreichen, unterschiedlichen Bildern zusammengestellt. Vergleichbar mit einem Traum, sind sie Montagen verschiedener Perspektiven und Ursprünge, die die Sprache des fotografischen Sehens, die Beziehung zwischen Figürlichkeit und Abstraktion sowie zwischen der Ebenheit des Papiers und der Darstellung von Tiefe in Frage stellen. Indem der Künstler digital in die Negative »malt«, werden die Bilder stark manipuliert, bevor sie ausgedruckt und mit Positiven kombiniert werden, wobei eine schlüssige und konventionelle Raumwahrnehmung gestört wird. Tatsächlich kommt es zu einer kompletten Dekonstruktion der konventionellen, räumlichen Tiefe, der Luftperspektive und der Tiefenschärfe. Diese Herangehensweise gibt ausgezeichnet die Vorgänge des Unbewussten wieder, während es ­alternierende und sich fortwährend ändernde visuelle Realitäten in der Traumwelt schafft.

Richard Dyer

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.