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Wir freuen uns zum ersten Mal in unserer Galerie den US-Amerikaner David O`Brien, die US-Amerikanerin Lori Field sowie als special guest Nina Nolte zu präsentieren.
David O`Brien ist ein in Los Angeles ansässiger Künstler, der dort unter anderem für den Architekten Frank Gehry tätig ist. O`Briens Arbeiten sind vorrangig großformatige abstrakte Tinten- und Farbstiftbilder. Sein architektonisch geprägter Hintergrund ist dort auffallend, wo abstrakte Kompositionen sich in Muster zu kristallisieren scheinen, die mit mathematischer Rigidität geordnet wurden und sich gleichzeitig einem Fluss zu fügen wie die Konstellation eines Fischschwarms.
David O`Brien ist daran gelegen, eher Intuition und Freiheit als bloßes Wissen zu kultivieren, er strebt danach, über seine Bildsprache universellen Formen und Landschaften nachzugehen und –bilden. Aus der Entfernung wirken seine Muster ausgedehnt gemäß einer Landschaft, bei Annäherung jedoch rastert sich die Perspektive in detaillierte geometrische Strukturen auf. „Liebe ist ein kleiner Kristall,“ sagt O`Brien, „ein paar glühende Pixel…“
Lori Field ist Autodidaktin, sie beginnt ihre Malereien und Zeichnungen mit einer Mixed Media Technik, vorbereitet durch Collagen, die als Entwürfe oder Referenzen dienen. Die Zeichnungen, die aus diesen Referenzen resultieren, sind Ausschnitte eines „stream of consciousness“ der Welten, die innerhalb der vorausgegangenen Collagen abgebildet sind und sie überspannen eine Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum, Vergangenheit und Gegenwart. Die hervortre-tenden Gestalten lassen unterschwellige, mysteriöse Szenerien entstehen, Wesen der Halbwelt begleitet von Mutanten, Exhibitionisten, Verführern, Chimären und anderen vertrauten Fremden.
Die Arbeiten von Nina Nolte sind, auch wenn es zunächst verblüfft, utopisch. Sie stellen, in heutigen Kleidern und Gesten - also konsequent zeitgenössisch - die Welt vor der Vertreibung aus dem Paradies dar. So wie Maler der Renaissance und des Barock mythologische und biblische Szenen in ihre Gegenwart versetzten, sie in damaligen, also zeitgenössischen, Gewändern und damaliger, also zeitgenössischer, Umgebung darstellten.
Bei Nina Nolte sieht man zwei unwiderrufliche Prizipien: Das der Gegenständlichkeit - oft geschmäht und für tot erklärt - und das der Contemporanität. Dies jedoch, ohne jemals die paradiesische Vision aus den Augen zu verlieren. Betrachtet man ihre Bilder trotz der Verleumdung, die der Malerei auf Kosten der neueren, weniger konventionellen Techniken widerfuhr, wird man sich die dargestellte Person schwer vor einem dunklen Hintergrund vorstellen können. Aber diese niemals verlorene Unschuld ist nicht Naivität, sondern Gelassenheit und
Würde, so wie in ihren Portraits, die zeichnerisch ebenso Ingres wie Dürer verpflichtet sind, also der Fülle des Lebens und den Versprechungen des Augenblicks. Üben wir unsere Vorstellung: Stellen wir uns Eva vor, soeben erschaffen, auf dem Weg zum Baum der Erkenntnis, dem Baum des Guten und des Schlechten. Doch statt des unseligen Apfels hält sie einen Pinsel in ihrer Hand. Um den gefährlichen Baum, mit den süssen Früchten, wachsen, von Bienen umschwärmt, Ringelblumen, die Nina in reinen, leuchtenden Farben malt, als wären sie ein Herzog des Quattrocento. Und dann, als sie sah, dass es gut war – um uns nicht zu sehr dem Stile der Schöpfungsgeschichte zu entfremden – wendet sie sich ihren Mitmenschen zu, um auch diese zu malen. So kann der Betrachter Zugang zu den Bildern Nina Noltes, einen eigenen Schlüssel zu ihrem Paradies der perfekten Reinheit erlangen.
Aber als Nachfahre einer Tradition, nämlich der deutschen, gibt es eine von der Neuen Sachlichkeit übernommene Striktheit, eine Vorliebe zu klarer Definition der Form, zur Genauigkeit, jedoch ohne jener spröden Verbitterung, die dieser Bewegung gelegentlich anhaftet. Ja man könnte sogar soweit gehen, dass Nina Nolte die Neue Sachlichkeit mit den, von kraftstrotzenden Sonnenstrahlen aufgefächerten Swimmingpools des David Hockney vereint... |