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Gruppenausstellung: DIE WELT- WIE SIE IST (vorbei)

21 Juni 2011 bis 29 Juli 2011
  DIE WELT- WIE SIE IST
Massimo Vitali
Plumb beach #2339
2006 , c-print/diasec auf alu 180 x 220 cm
 
www.hilger.at hilger contemporary

hilger contemporary
Dorotheergasse 5
A-1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43 (0)1 - 512 53 15 30
www.hilger.at


Maria Bussmann, Elisabeth Homar, Anastasia Khoroshilova, Paul Kranzler, Andreas Leikauf,
Renata Poljak, Massimo Vitali, Nives Widauer, Rainer Wölzl, Leo Zogmayer

Zitate aus einem Gespräch mit Leo Zogmayer, der die Ausstellung kuratiert hat:

“Es gibt einen elementaren Traum, eine Sehnsucht, die Kunst und Künstler antreibt: die Welt zu sehen wie sie ist, im Original, nicht als mimetische Kopie – sie nackt zu sehen – und sie zu feiern, hätte John Cage hinzugefügt: If you celebrate it, it’s art. In der Kunst geht es vorerst gar nicht darum, etwas Außerordentliches zu kreieren, es geht um die außerordentliche Wahrnehmung, um eine Wahrnehmung außerhalb der Ordnungen, die man uns als Kanon kultureller Kohärenzen, als verbindliche Wahrnehmungskonventionen verordnet.”

“In etwas kühner Etymologie hat Villem Flusser einmal das lateinische mundus mit Mund in Zusammenhang gebracht. Welt nicht als festes, definierbares Ding, sondern als Öffnung, als potentielle Größe – als Loch. Ähnlich wie die Chinesen Dinge definieren oder eben nicht definieren. Das chinesische Wort für Ding, dong xi, bedeutet rückübersetzt “Ost – West”. Unglaublich! Oder? Ostasiaten sehen das Ding als offene Figur ohne harte Konturen, flüssig und weit. Es kann sich da wie dort befinden. Oder dazwischen. Jedes Ding kommt auch von irgendwo her, verändert sich, entfaltet sich in der Zeit, vergeht, hat ein Ablaufdatum. Würden wir die Welt als chinesisches Ding, als dong xi anschauen, ...”

“Freud hat einmal gesagt, dass eine Beobachtung in dem Moment verschwinde, in dem wir beginnen, sie zu verarbeiten. Vielleicht braucht es wegen dieses Dilemmas neben einer systematischen, akademischen Philosophie die Kunst und essayistisches, spielerisches Philosophieren. Ist das Wortspiel frisch, bewegt es sich sozusagen authentisch im “ist” der Welt. Da sind die Weltberührungsstellen noch nicht abgegriffen, noch nicht vergriffen. Das Problem liegt im nächsten Schritt. Wenn wir die Welt wie sie ist beleuchten wollen, müssen wir darauf achten, dass wir sie nicht mit vorgefertigten Motiven überfahren. Dann nämlich gibt es kein ”ist” der Welt mehr, sondern wir modellieren nur mehr an mimetischen Konstrukten, an 2nd Lifes herum. Deshalb brauchen wir Kunst. Um Weltbilder zu lockern. Dass das Maschenwerk der Gedanken und Zeichen durchsichtig und von Zeit zu Zeit auch wieder ganz aufgetrennt wird. Die Herausforderung heißt also reden ohne Reden zu halten, malen ohne feste Bildformate zu erzeugen usw. Am schönsten hat das für mich Marguerite Duras ausgedrückt, als sie sagte, wenn Kunst, bei ihr heißt es natürlich Schreiben, nicht ein flüchtiges Sprechen in den Wind sei, so sei es nichts – dann sei es nichts weiter als Werbung.”

“Wenn wir die Moderne als Modus der Zeitsprengung und nicht so sehr als eine historische Epoche, auch nicht als die jüngere Antike sehen, lässt sich ihr Potential erahnen, das sich gar nie erschöpfen kann. Ein Gutteil der Postmoderne-Diskurse denkt ja an der Radikalität der Moderne vorbei. Ich liebe diese Zeile aus einem Gedicht von René Char: “Wenn wir einen Blitz bewohnen ...” Das ist die Moderne. So gesehen erschließt die künstlerische, poetische Moderne die Welt wie sie ist.”

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