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Einzelausstellung: Djawid C. Borower "Poems" (vorbei)

20 Juni 2001 bis 8 September 2001
  Djawid C. Borower
Djawid C. Borower, "Her Time" aus der Serie "Poems", 2001, Öl auf Leinwand, 105 x 130 cm, Installationsdetail
 
  Galerie Andreas Binder

Galerie Andreas Binder
Knöbelstr. 27
80538 München
Deutschland (Stadtplan)

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www.galerieandreasbinder.de


Zu den Arbeiten "Poems" schreibt Djawid C. Borower:
"Wie wird die Sprache zum Bild, wie das Bild zur Sprache?" Ich schreibe einen Text, vorzugsweise ein Gedicht, und lege es gleichsam über eine Serie von Portraits. Dabei entsteht eine Folge von Einzelbildern. Ist sie noch vollständig, hat die Sprache eine ablesbare Bedeutung. Und eben deshalb wird sie - obwohl sie natürlich auch "gemalt" ist auf einer anderen Ebene wahrgenommen als die "Malerei" selbst. Sie wird gelesen, während man ein Bild schaut. Der Kunstbetrieb bringt es mit sich, daß Serien nicht zusammenbleiben. Die Bedeutung meines Textes wird buchstäblich zerstreut. Die eigentliche Funktion der Sprache in meinen Bildern geht verloren. Übrig bleiben Bilder mit Sprachfragmenten, die man nun nicht mehr liest, sondern - wie Bilder nur noch schauen kann.
Das ist die entropische Version der Geschichte. Die umgekehrte ist folgende: Zunächst sieht man ein Bild, und dieses Bild hat Zeichen, die eine Bedeutung suggerieren, die aber nicht entschlüsselbar ist. So ist die Sprache hier tendentiell reduziert auf Form und Farbe. Sie ist bildhaft konkret. Das Zeichen ist "entgeistigt", versinnlicht. Es hat eine malerische Materialisierung erfahren. Es ist zu einem integralen Bestandteil des Bildes geworden. Auf diese Weise kann der in das Portrait eingeschriebene Text auch dessen Charakter und Ausdruck verändern. Die "Sprache" variiert so das Motiv und erzeugt die Differenz. Sie ist nicht mehr abgehoben, sondern interveniert formal und malerisch.
Erst in der geschlossenen Serie, im vollständigen Kontext erschließt sich deren Inhalt, erhält das Zeichengefüge seinen vollständigen semantischen Charakter. Erst dann löst es sich vom Medium der Malerei und wird im wahren Sinn des Wortes zur "Sprache", zu einem eigenständigen kommunikativen Medium. Noch einmal anders gewendet: Im Einzelbild ist die Sprache "Konkrete Poesie". In der Serie ein interpretierbares Gedicht. Die Poetisierung erfolgt im Bildfragment über die Verbildlichung der Sprache, in der Serie über deren Inhalt.

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