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Gruppenausstellung: Dorothea Neitzert & Johanna Rüggen - Taking The Picture (vorbei)

11 August 2012 bis 22 September 2012
  Dorothea Neitzert & Johanna Rüggen - Taking The Picture
 
  m2a – Galerie für zeitgenössische Kunst

m2a – Galerie für zeitgenössische Kunst
Königsbrücker Str. 70
01099 Dresden
Deutschland (Stadtplan)

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www.galerie-m2a.de


Mit der Verbreitung der Fotografie im 20. Jahrhundert erwuchs ein kulturelles Bildgedächtnis, welches die Menge an Zeichnungen und Gemälden vorangehender Epochen alsbald überstieg. War es vormals nur Wenigen vorbehalten, über Inhalt und Form des Abgebildeten zu bestimmen, veränderte sich dies, als die Kameratechnik in fast jeden Haushalt Einzug hielt.

Taking the Picture zeigt die Arbeiten zweier Künstlerinnen, die sich auf unterschiedliche Weise fotografischer Dokumente annehmen und als Grundlage ihres Schaffens heranziehen. Dass sie sich dabei privater Fotografien bedienen verbindet die Arbeiten ebenso, wie das Herauslösen der Motive aus dem ursprünglich persönlichen Kontext.

Dorothea Neitzert hat über Jahre eine reichhaltige Sammlung anonymer Fotos zusammengetragen, die den Ausgangspunkt der ausgestellten Arbeiten bilden. Hierbei lenkt sie den Blick durch die Transformation in Bildtafeln, Stickereien und Objekte gezielt auf Motive und Konstellationen, die vom Trivialen und Unbekannten der Orte und Protagonisten absehen und dem Betrachter nach anfänglicher Irritation ein Wiedererkennen erlauben. So erwachsen aus der Zweidimensionalität der Vorlage übergroße Kegel und andere Rotationsskulpturen, deren Ursprung in einer Handvoll von Geburtstagsfotografien gefunden werden kann. In einer anderen Serie überträgt Neitzert häusliche Situationen und Erinnerungsfotos in großformatige Stickereien, die in ihrer expressiven Fadenführung einen malerischen Ausdruck erlangen. Zugleich verweist die Herstellungstechnik auf den heimischen Kontext, dem die Bilder entsprangen. Nahezu spielerisch bedient sich Neitzert unterschiedlicher Darstellungsformen und Medien. Dabei erweitert sie einerseits durch ihre Motivwahl den klassischen Darstellungskanon, und stellt die gewohnte Abgrenzung der Gattungen zueinander sowie zu „niederer“ Handarbeit in Frage.

Johanna Rüggen entwickelt ihre Zeichnungen und Gemälde zumeist auf Grundlage von Fotografien ihrer eigenen Kindheit und Jugend. Hierbei wählt sie scheinbar belanglose Motive, wie sie in nahezu jedem Haushalt zu finden sind. Detail für Detail werden diese in Öl übertragen, wobei die Kennzeichen der fotografischen Vorlage ausdrücklich beibehalten werden. So wird dem Bild eines im Dunkeln geblitzten Schneemanns die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wie einem Silvesterfeuerwerk zwischen parkenden Autos. Und so gewiss der Betrachter auch ist, dass dieses Dargestellte nicht der eigenen Erinnerung entspringt, so vertraut erscheinen ihm doch die Szenen. Die Übertragung der Fotografien auf Leinwand greift dabei die kunstgeschichtliche Tradition des Kopierens großer Meisterwerke auf. Dass aber die Kopie nicht als Abzug des Negativs erfolgt, wie es das Original nahelegen würde, sondern minutiös in Öl übertragen wird, erzeugt eine überraschende Befremdlichkeit, die kennzeichnend für die Arbeiten der jungen Künstlerin ist. Die Kopie wird quasi zum eigenständigen Genre erhoben, das als Wiederholung des Originals selbst eine Form der Erinnerung darstellt.

Dorothea Neitzert (*1968) studierte Kunst an der Hochschule der Künste in Berlin Weißensee bei Professor Werner Liebmann. Nach ihrem Abschluss 2000 erhielt sie das Meisterschülerstipendium des Senats. Dorothea Neitzert lebt und arbeitet in Berlin.

Johanna Rüggen (*1985) studierte Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Dresden, wo sie 2011 ihr Diplom verliehen bekam. Seitdem besucht sie die Meisterklasse von Martin Honert. Johanna Rüggen lebt und arbeitet in Dresden.

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