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Gruppenausstellung: Duell - Man kann auch Flöhe und Läuse haben (vorbei)

26 Februar 2011 bis 2 April 2011
  Duell - Man kann auch Flöhe und Läuse haben
(c) Douglas White, Lichtenberg Burn, 2010, burned chipboard, 110 x 40 cm
 
  CHRISTINGER DE MAYO

CHRISTINGER DE MAYO
Ankerstrasse 24
CH-8004 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 252 08 08
www.christingerdemayo.com


Die Flöhe und die Läuse.
die hatten sich beim Schopf
und kämpften gar gewaltig
auf eines Buben Kopf.

Theodor Storm

Von alters her faszinieren Duelle - etwa im Sport der Kampf Mensch gegen Mensch, Aug in Aug, eingebettet in Rituale und Mythen, begleitet von der Identifikation mit Idolen - Kämpfer und Zuschauer gleichermassen. Es ist die immerwährende Neuauflage des Du oder Ich.

In der Kunst finden Duelle auf einer anderen Ebene statt. Der Schriftsteller, der vor einer weissen Seite Papier sitzt, oder der Maler, der vor einer leeren Leinwand steht, befindet sich im Duell mit dem Objekt seines Schaffens, indem er darauf eingeht. Der Ausgang dieses Prozesses ist so ungewiss wie der Ausgang eines Boxkampfes. Das Ringen mit sich selbst und dem Material widerspiegelt sich denn auch oft in Kunstwerken, auch wenn diese dem Betrachter ausgewogen und harmonisch erscheinen mögen.

Mit der Redewendung "man kann auch Flöhe und Läuse haben" beschreiben Mediziner die sogenannte Komorbidität, das gleichzeitige Auftreten verschiedener diagnostizierbarer Krankheiten bei einem Patienten. Dieser Gleichzeitigkeit von Dingen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, ist Lisa Frei mit der von ihr kuratierten Gruppenausstellung auf der Spur. Laurin Projects ist damit ein Gefäss, in dem die direkte Auseinandersetzung mit den Künstlern und ihren Arbeitsprozessen im Vordergrund steht.
Christinger De Mayo freut sich, nach der Ausstellung "Das wandernde Bild" in der Coalmine-Fotogalerie die zweite Ausstellung von Laurin Projects beherbergen zu dürfen. Denn auch wir sind überzeugt: Die direkte Auseinandersetzung und das zeitgleiche Auftauchen verschiedener Symptome in der Kunstwelt bieten einen fruchtbaren Boden für Erkenntnisgewinn.

Manon Bellet (1979 in Vevey geboren, lebt in Basel) produziert multimediale Zeichnungen und Wandzeichnungen.
Diese entstehen oft vor Ort im Dialog mit der Architektur, in einem stillen, langsamen Prozess. Die Wandarbeit "brève braise" ist eine Installation mit verkohltem Seidenpapier, die sich im Laufe der Ausstellung und mit den Bewegungen im Raum verändern wird. Das Bild wirkt filigran und membranartig, seine poetische Aura verweist auf Anfang, Ende und die Vergänglichkeit.

Die Installationen von Stef Heidhues (1975 in Washington geboren, lebt in Berlin) sind filigrane und statisch oft riskante Kompositionen im Raum und auf Papier. In der Ausstellung zeigt sie neben Collagen auch die Wandarbeit "Septet" und den Stahl- und Holzrahmen "Bye Bye You And Me Against The World". Dabei interessieren sie der Balanceakt und das Tauziehen zwischen konkreten Bildern und Assoziationen auf der einen Seite ebens wie die autonome Form, Komposition und die Ausdruckstärke des Materials auf der anderen Seite.

Douglas White (1977 in Guildford geboren, lebt in London) greift in seinen Arbeiten auf die künstlerische Strategie der Aneignung von gefundenem Material zurück. Die Skulptur "Elephant totem" ist ein von ihm im Wald gefundenes Stück Holz, das er mithilfe eines Sockels und, indem er es in einem Kunstraum präsentiert, in ein neues Assoziationsfeld stellt. In seiner Wandarbeit und der Installation "Lichtenstein" werden MDF-Platten mit Stromstössen "traktiert". Es entstehen fraktale Brandwunden im Holz, eigentliche Narben.

Die Arbeiten von Zimoun (1977 in Bern geboren, lebt in Bern) basieren auf künstlich erzeugten, aber organisch anmutenden Rauminstallationen und Klangskulpturen. Es entstehen einfache Systeme, die durch die gegenseitige Interaktion ein komplexes Zusammenspiel in Klang und Bewegung generieren. Die Arbeiten "25 prepared dc-motors" und "45 prepared dc-motors" sind kinetische Skulpturen und zeigen eine Art von sinnfreiem Aktionismus.

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