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Gruppenausstellung: Ellen Gallagher / Laura Horelli (vorbei)

26 Juni 2004 bis 15 August 2004
  Ellen Gallagher / Laura Horelli
Ellen Gallagher
Laura Horelli
 
  Galerie im Taxispalais

Galerie im Taxispalais
Maria Theresien Straße 45
6020 Innsbruck
Österreich (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +43-(0)512-508 3171
www.galerieimtaxispalais.at


ELLEN GALLAGHER

Ellen Gallagher arbeitet in ihrem vielschichtigen Werk mit subtilen Strukturen, die ihrer Malerei auf den ersten Blick einen hohen Grad an minimalistischer Abstraktion verleihen. Häufig liegt den großformatigen Kompositionen eine Rasterstruktur zugrunde, deren Ordnung die amerikanische Künstlerin durch unzählige, seriell gesetzte Formen wieder aufbricht. In ihren formalen Elementen bezieht sich Gallagher auf die aus Film, Foto und Comics bekannten Darstellungen der Augen oder Lippen von Schwarzen. Die Künstlerin löst diese Zeichen aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und verleiht ihnen durch die Wiederholung und ihre reihenförmige Anordnung im Bildraum neue Bedeutung.

"Die Zeichen", erläuterte Gallagher in einem Interview 2001, "sind mehr oder weniger festgelegt.
Aber ihre räumliche Nachbarschaft ist immer im Fluss, wie sich auch mein Verhältnis zu den Zeichen mit der Zeit verändert. Wie Performer wiederholen sich die Linien und mit jeder Wiederholung erfahren sie sich selbst als unterschiedlich - wodurch es sich genau genommen nicht um eine Wiederholung handelt."

Die "Watery Ecstatic"-Zeichnungen (ab 2001), von denen in der Galerie im Taxispalais eine Auswahl zu sehen ist, zeigen naturalistische ebenso wie fantastische Formen, wie sie Gallagher zufolge eine mythische Unterwasserwelt namens Drexciya bevölkern könnten. Dort wohnen der Legende nach ausschließlich Frauen und Kinder, die während der Überfahrten der Sklavenschiffe von Afrika nach Amerika, der so genannten "Middle Passage", gestorben sind. Drexciya ist zugleich der Name einer Band aus Detroit.

Parallel zu den "Watery Ecstatic"-Zeichnungen und einer Auswahl ihrer Malerei zeigt Ellen Gallagher in der Galerie im Taxispalais ihre 16mm-Filme "Murmur" (mit Edgar Cleijne, 2003), in denen gemischte Materialien und Techniken wie Zeichnung, Lehm und Computeranimation zur Anwendung kommen bzw. die Künstlerin den Filmstreifen unmittelbar bearbeitet, indem sie in die Emulsion des Films kratzt.

Ellen Gallaghers Ausstellung in der Galerie im Taxispalais entstand in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ist ihre erste Einzelpräsentation in Österreich.

Die Künstlerin wurde 1965 in Providence, Rhode Island, USA, geboren und lebt in New York und Rotterdam.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Kodwo Eshun und Catherine de Zegher.



LAURA HORELLI

Im Mittelpunkt der Foto-, Text- und Videoinstallationen von Laura Horelli stehen kommunikative Beziehungsformen in öffentlichen, medialen und psychischen Räumen. Häufig verknüpft die Künstlerin dabei dokumentarisches Material mit eigenen Bildern und Informationen.

In ihrer Foto- und Videoinstallation "You Go Where You're Sent" (2003) skizziert sie wichtige Stationen aus dem Leben ihrer 1916 geborenen Großmutter. Diese erzählt von ihren Erfahrungen als Ehefrau eines Diplomaten und zugleich als berufstätige Ärztin. Horelli verwendet als Ausgangsmaterial schwarzweiße und farbige Dokumentarfotografien sowie Ausschnitte aus einem Gespräch zwischen der Künstlerin und ihrer Großmutter. "You Go Where You're Sent" zeichnet das historisch interessante Porträt einer Frau, die ein Leben an der Schnittstelle zwischen Öffentlichkeit und Privatheit führte und die verschiedenen Rollenzuschreibungen und -erwartungen an sie in Einklang zu bringen suchte.

Laura Horelli zeigt in der Galerie im Taxispalais weiters unter dem Titel "Rekonfiguration von Der Standard/04.06.04" eine aktualisierte Version ihrer Arbeit "Reconfiguration of the International Herald Tribune/03.06.00" von 2000, die sich dem Thema öffentlich / privat aus nochmals anderer Perspektive nähert. Für diese Arbeit wird Horelli an vier Tagen um den Eröffnungstermin herum Artikel und Abbildungen aus der Tageszeitung Der Standard ausschneiden, die sie persönlich für wichtig hält.
Aus diesem Material collagiert sie vier neue, subjektive "Zeitungsausgaben", die sie den originalen gegenüberstellt.

Diese Konfrontation von medial vermittelten Informationen mit einer sehr persönlichen Sichtweise variiert Horelli zudem in einem Video, das Teil der Installation ist: Das Video zeigt die komplette Tagesschau der ARD vom 4. Juni 2004, wobei der Ton weggelassen wird. An dessen Stelle hört man voice over Texte, die von drei Frauen gesprochen werden. Eine Schülerin sowie eine circa 30-jährige und 50-jährige Frau erzählen von ihrem Tagesablauf, von Ereignissen, die sie an diesem Tag erlebt haben und die für sie wichtig waren. Diese Frauen leben, wie die Künstlerin selbst, in Berlin und sprechen ebenfalls Deutsch als zweite oder dritte Sprache.

In der großen Halle im Untergeschoss schließlich präsentiert Horelli ein neues Projekt, das sich mit den städteplanerischen Veränderungen einer alten Industriegegend in Berlin beschäftigt, die sich in den vergangenen Jahren zum Standort etlicher Film- und Fernsehstudios und Produktionsfirmen wie Universal Studios und MTV entwickelt hat. Die Ergebnisse ihrer Recherchen verdichtet sie in einer Installation aus Dokumenten, Bildern und Texten, in der sie unterschiedlichste Erzählungen und Sichtweisen zusammenführt.

Laura Horellis Ausstellung in der Galerie im Taxispalais ist die erste Personale der finnischen Künstlerin in Österreich. Sie wurde 1976 in Helsinki geboren und lebt in Berlin.

Eröffnung: Freitag, 25. Juni 2004, 19 Uhr
Eröffnung durch Dr. Christoph Mader, Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Kultur
Zur Ausstellung spricht Dr. Silvia Eiblmayr

Pressegespräch: Freitag, 25. Juni, 10 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend.

Informationen:
Mag. Astrid Gostner, Presse und Öffentlichkeit
Dr. Silvia Eiblmayr, Leitung
Mag. Astrid Wege, stellvertr. Leitung

Bitte beachten Sie unsere Website: www.galerieimtaxispalais.at

Abbildungen:
Ellen Gallagher, "Untitled", 1998, Courtesy Sammlung Goetz
Foto: Wilfried Petzi, München
Laura Horelli, "You Go Where You're Sent", 2003, Videostills,
Courtesy Galerie Barbara Weiss

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