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Gruppenausstellung: Erik Binder / Mihael Milunovic / Renata Poljak (vorbei)

7 April 2005 bis 7 Mai 2005
 
 
www.hilger.at hilger contemporary

hilger contemporary
Dorotheergasse 5
A-1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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Eröffnung 7. April 19.00
Kuratorenabend mit Lóránd Hegyi: 8. April 2005, 19 h

Mit den Arbeiten von Erik Binder, Mihael Milunovic und Renata Poljak werden drei künstlerische Positionen aus der Slowakei, aus Serbien und Kroatien in Zusammenhang gebracht. Diese funktionieren autark, jedoch greifen sie in subtiler Weise ineinander. Alle drei KünstlerInnen berühren den Überbegriff „Identitäten“.

Hat Renata Poljak bisher stark körperbezogen der weiblichen Sichtweise und Positionierung nachgespürt, geht es in dem neuen Zyklus um nationale Zugehörigkeit und Identitätsfindung. Kroatien, früher und heute beliebtes Urlaubsziel, erfährt durch den Tourismus den ultimativen wirtschaftlich wichtigen Aufschwungskick. Frei nach dem Motto „My home is my castle“ wird das Haus zum zentralen Statusobjekt. Explosionsartig werden die Küstenregionen Dalmatiens verdachelt. Aus Poljaks eigener Erfahrung anhand des Beispiels ihres Onkels geht die Künstlerin in den Farbfotografien „Croatia Summer 2004“ dem Konstruieren von Nationalität und Identität des neuen Kroatiens nach. Ein Phänomen wird sichtbar, das allgemein seine Wirkung zeigt, überall wo tiefschneidende Veränderungen mit plötzlichem Geldfluss in Verbindung kommen. Die Menschen greifen gnadenlos und respektlos mit architektonischer Sorglosigkeit in ihren unmittelbaren Umraum ein.

Mihael Milunovic, der in Paris lebende serbische Künstler, befasst sich anhand seines eigenen Körpers mit Geschichte und Identität seines Landes. Er manövriert sich selbst in aussichtslose, sinnentleerte Situationen, die in der Isoliertheit das Dilemma des Geschehnis offen zu tragen kommen lassen. Milunović pflegt seine performativen, konzeptuellen Selbstdarstellungen zu fotografieren. Das Abbild dient nicht als Dokumentation oder Relikt, sondern erweitert die Bildebene um die Reproduktion eines Geschehnisses. Symbolhaftes, deren Elemente erkennbar bleiben, kombiniert der Künstler ironisierend miteinander. Beispielsweise wird klar, dass Milunović’ Bemalung als Tarnung und nicht als Körperbemalung zu verstehen ist. Die funktionalisierten Kürzeln oder Chiffren sind stetig im Zunehmen begriffen und es scheint uns ein leichtes, sich auf anhieb nonverbal zu verständigen.

Kunst-fu: Das ist das Denk- und Aktionskonglomerat, das Erik Binder erschaffen hat. Jeder hat dazu freien Eintritt und kann sich aktiv daran beteiligen. Die Menschen werden sogar aufgefordert, daran Teil zu haben. Zumindest in den Ausstellungen des jungen slowakischen Biennale Vertreters. Anhand einfacher jedoch wertvoller Erfindungen unserer High-Tech-Gesellschaft wie beispielsweise „das Plastiksackerl“ oder „die Discokugel“ analysiert der Künstler unsere Lebensumstände. Temporäre und strukturelle Veränderungen werden hie und da hinzugefügt oder wieder weggenommen. Alles unterläuft einen stetigen Fluss. „Statemental“ (Plastiksackerl) erklärt nicht nur die Errungenschaft dieser Erfindung sondern auch deren Gefährlichkeit, sowie „Discokugel“ (Discokugel) als Kunstobjekt per se, mit immer wieder neuen überflüssigen Daten bestückt werden kann. Infolgedessen entsteht ein Friedhof für Daten. Oder sie finden in den Farbfotografien, die der Künstler als digitale Malereien versteht, ein letzten Zuhause.
Kunst-fu: so gesehen eine Kampfsportart des Überlebens!


Kurzbiografien

Lóránd Hegyi
1954 geboren in Budapest
u.a.
1989-90 Leiter internat. Ausstellungsabteilung Kunsthalle Budapest
1990-2002 Direktor MUMOK, Wien
seit 2003 Direktor Musee d’Art Moderne, St. Etienne

Erik Binder
1974 in Hnúst–Likier, Slowakei geboren
Lebt und arbeitet in Bratislava
1991-99 VSVU (College of Fine Arts), Bratislava (Jancovic, Fischer)
Seit 2000 Lehrtätigkeit an der VSVU, Bratislava

Mihael Milunović
1967 in Belgrade, Serbien/Montenegro geboren
1992/95 Diplom der Kunstakademie Belgrad
1995-96 Studium an der Beaux-Arts Paris, Velickovic, Abramovic und Brown
Lebt und arbeitet in Paris und Belgrad

Renata Poljak
1974 in Split, Kroatien geboren
1992-1997 Kunstakademie Split
1998-1999 Nantes, Frankreich
2002 ArtsLink , San Francisco Art Institute, U.S.A.

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