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 Erik Parker, Hello Sunshine, 2004, mixed media on canvas, 213 x 213 cm, courtesy Arndt & Partner | | |
Erik Parker ist ein scharfsinniger Beobachter und Archivar aller erdenklichen Arten von Zeichen und Bildformen, die er in seiner Malerei zu fantastischen comic-haften Zwitterwesen verwachsen lässt. Schrift, Embleme, medizinische Illustrationen, florale Ornamentik und figurale Formelemente des Cartoons verschlingen sich organisch ineinander. Leuchtend kontrastierende Farbflächen und Linien geraten scheinbar in Bewegung und bilden psychedelische Formen und Figuren, die Parker mit halluzinatorischer Phantasie zu surrealen Gesamtkompositionen verbindet.
Erik Parkers großformatige Arbeiten sind überwiegend symmetrisch angelegt. Bunte, um bestimmte Themenfelder kreisende Wörter werden von stilisierten, inneren Organen und mutierenden Extremitäten umrahmt. Da die Gesamtkompositionen an die zufälligen Gestaltungen von Rorschach-Tintenflecken erinnern, scheinen die Wörter auf den ersten Blick ebenfalls aus einem Prozess freier Assoziation hervorgegangen zu sein. Die rhizomartigen Wortgefüge sind jedoch das Ergebnis minutiöser Recherchen und resultieren aus Erik Parkers intensiver Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. So entstehen "Momentaufnahmen", wie er sie nennt, in denen die Namen von Personen, Gruppen oder etwa Orten versteckte Zusammenhänge sichtbar werden lassen und sich zu bizarren Themenkartographien entwickeln.
Der eruptiv wuchernden Form- und Detailfülle verleiht Erik Parker durch einen sehr präzisen, glatten Farbauftrag eine überraschend klare Struktur. Sein Interesse scheint eher ein graphisches als ein malerisches zu sein. Häufig verwendet er neben Acryl- und Lackfarben bunte Marker, mit denen er die filigranen Linien und Textelemente zeichnet. Stilistisch nimmt Erik Parker dabei Anleihen bei den Graffitis der Hip Hop Szene der frühen 80er und insbesondere den Cartoons der Legende des Comic Undergrounds, Robert Crumb. Überdies lassen Parkers Arbeiten die künstlerische Auseinandersetzung mit halluzinatorischen Zeichnungen von Personen, die an Schizophrenie leiden, erkennen. Insbesondere die in der Irrenanstalt entstandenen Bildzyklen des schweizerischen Künstlers Adolf Wölfli, in denen phantastische Neuschöpfungen der Welt gezeichnet werden, sind eine deutliche Inspirationsquelle Erik Parkers. Eine ähnliche Verbindung von Hysterie und subtiler Konstruktion wie in Wölflis Arbeiten findet sich daher auch in Erik Parkers satirischen, stellenweise monströsen Visualisierungen der westlichen Kultur des 20. Jahrhunderts.
Erik Parker wurde 1968 in Stuttgart geboren und studierte an der University of Texas, Austin, und am Purchase College, NY. Er lebt und arbeitet in New York City. Neben zahlreichen Gruppenausstellungen in den USA (Andy Warhol Museum, Pittsburgh; Bronx Museum of Art, NY; MOCA, Los Angeles; P.S.1 Contemporary Art Center, L.I.C., NY; Walker Art Center, Minneapolis) und Europa (Barbican Center, London; Galleria d'Arte Moderna e Contemporanea, Bergamo, Italien; Kunstmuseum Wolfsburg, Deutschland), hatte er viel beachtete Einzelausstellungen in Köln (Jablonka Galerie), London (Modern Art Inc.), Los Angeles (The Happy Lion), Mailand (Paolo Curti & Co.) und New York (Leo Koenig Inc.).
Wir freuen uns, Erik Parkers erste Einzelausstellung bei Arndt & Partner ankündigen zu dürfen. |