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Einzelausstellung: Ernst Mollenhauer - ein Expressionist aus Ostpreußen (vorbei)

12 September 2003 bis 31 Oktober 2003
  Ernst Mollenhauer - ein Expressionist aus Ostpreußen
Ernst Mollenhauer, Auf Hörnum, Öl auf Leinwand, 1959, 65,8 x 80,8 cm
[14305]
 
  Galerie Boisserée

Galerie Boisserée
Drususgasse 7 - 11
50667 Köln
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)-221-257 85 19
www.boisseree.com


Arbeiten auf Leinwand und Papier

Ernst Mollenhauer wird 1892 in Tapiau/Ostpreußen geboren. Lovis Corinth, ein Freund seines Vaters, unterstützt seinen Wunsch, die Kunstakademie in Königsberg zu besuchen, wo er zwischen 1913 und 1922 studiert. Bereits 1919 beginnt seine Freundschaft zu Max Pechstein, den er in Nidden auf der Kurischen Nehrung kennenlernt. Dort heiratet er 1920 die Tochter von Hermann Blode, dessen Gasthof er bis 1945 leitet. Die Nazis erklären Mollenhauers expressionistische Kunst für "entartet" und erteilen ihm 1939 Mal- und Ausstellungsverbot. Das gesamte vor 1945 entstandene Werk Mollenhauers fällt bis auf wenige Ausnahmen sowjetischen Truppen zum Opfer. 1946 baut sich Mollenhauer in Kaarst bei Düsseldorf eine neue Existenz auf. 1950 erhält er ein Atelier in Düsseldorf, später ein zweites in Keitum auf Sylt, wo er (nach seinem Tod in Düsseldorf 1963) neben der alten Dorfkirche seine letzte Ruhe findet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt Mollenhauer mit dem Versuch, die verlorengegangene Welt von Nidden und der Kurischen Nehrung mit Farben aus der Erinnerung heraufzuholen und wieder lebendig zu machen. Dieses gelingt ihm auf der Nordseeinsel Sylt, wo er beeindruckt ist vom Meer, Himmel, Watt und Licht. Der Verlust von 25 Jahren seiner Arbeit bewirkt als tiefe existenzielle Erfahrung im Spätwerk eigenständige und zeitlose Züge, Mollenhauer entwickelt eine kraftvolle, stark farbige, expressive Malerei mit festem Rhythmus. Die Farben haben nur noch wenig mit Objektgebundenheit zu tun, sondern dienen der Sichtbarmachung seiner emotionalen Zustände. Seine expressive Landschaftsmalerei wird zu einem Extrakt aus Beobachtung, Empfindung und formaler Erfindung. Ernst Mollenhauer gehört zu der von Rainer Zimmermann beschriebenen "verschollenen Generation", die zwischen 1890 und 1905 geboren wurde. Eine Generation von Künstlern, die zwischen den, zum Teil 10 Jahre früher geborenen, den Expressionismus begründenden Künstlern wie Pechstein und Schmidt-Rottluff und jenen jungen Künstlern stehen, bei denen nach dem Zweiten Weltkrieg eine Abwendung vom Gegenständlichen hin zur abstrakten, informellen Malerei im Vordergrund steht. Wie kein anderer deutscher Künstler der 50er und 60er Jahre stellt Mollenhauer Erde, Himmel und Natur zeitlos und allgemeingültig dar. Obwohl er häufig als Spätexpressionist bezeichnet wird, führt er tatsächlich mit seinen Arbeiten den Expressionismus bis zur letzten Steigerung, bis an die Grenze einer Kunst, die durch ihr Abgehen von der Wirklichkeit zu eigenen Begriffen und Metaphern führt. Mit der kontinuierlichen Verdichtung der geistigen Bildaussage führt Mollenhauers Werk über die Einflüsse der Akademie und Max Pechsteins hinaus - ein selbstsicheres und ausdrucksstarkes malerisches Werk voller Intensität, welches den expressionistischen Stil in einer persönlichen Variation erweitert. Arbeiten von Ernst Mollenhauer befinden sich u.a. im Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg, dem Altonaer Museum in Hamburg und im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum im Schloss Gottorf.
Museale Ausstellungen zeigte in den letzten Jahren die Gemäldegalerie der Stadt Königsberg (1995), der Kunstverein von Halle (1998) und die Nationalgalerie von Vilnius/Litauen.

Die Kölner Galerie Boisserée vertritt im Deutschen Kunsthandel exklusiv den Nachlass des Künstlers und zeigt in einer Verkaufsausstellung 9 Leinwände und 13 Arbeiten auf Papier.

Zur Ausstellung erscheint ein kleiner Katalog mit 22 farbigen Abbildungen zu Euro 10..

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