Der 1940 in Reggio Emilia, geborene, in Venedig lebende Fabrizio Plessi hat Zeit seines künstlerischen Lebens an der Entwicklung der von den elektronischen Technologien getragenen virtuellen Imagination gearbeitet und gilt als Begründer der Videoskulptur. Er hat der zeitgenössischen Kunst damit neue zukunftsweisende Wege erschlossen. Plessi zählt zu den Pionieren einer künstlerischen Praxis, ohne die die Kunst der Gegenwart nicht mehr zu denken ist.
Von 1990 bis 2000 lehrte er an der Kunsthochschule für Medien in Köln, wo er den Lehrstuhl für "Humanisierung der Technologie" innehatte.Teilnahme an den Biennalen von Venedig 1970, 1972, 1984, 1986, 2005 und an der Documenta 8.
Fabrizio Plessi lebt und arbeitet in Venedig und auf Mallorca.
"Llaüt / Licht"
Das Œuvre des italienischen Künstlers Fabrizio Plessi ragt wie ein eratischer Block zwischen den Künstlern der arte povera und den viel jüngeren der Transavanguardia hervor. Seit Jahrzehnten beschwört Plessi durch seine Arbeiten Geschichtlichkeit und Mythologie, Topoi von Feuer und Wasser evozieren die Präsenz der Unendlichkeit von Raum und Zeit, zunächst realiter, dann immer eindringlicher repräsentiert durch technische Elemente. Elektronische Gewässer, flimmernde Feuer, fließende Zeit und aufgetürmte Geschichte manifestieren sich in seinen raumgreifenden Videoskulpturen, als deren Begründer er in die Kunstgeschichte eingegangen ist.
Plessis Arbeiten stehen stets an den Schnittpunkten zwischen Sein und Schein, Realität und Fiktion, Arte Povera und Medienkunst, Archaik und High Tech. In der Ausstellung der Galerie wird seine neue Werkserie der "Llaüts" - mallorquinische Fischerboote - zu sehen sein: die Llaüts sind Metapher für die Menschen, die ihr Ziel erreichen, ohne vom Wege abzukommen. Ruhig und sicher gelangt man mit ihnen in den Hafen - einen Hafen der die Erinnerung an die Vergangenheit der Insel, auf der sich auch Fabrizio Plessi vor nunmehr 15 Jahren niederließ, beschreibt.
Neben der Flotte der "Llaüts" werden im Basement der Galerie 48 Zeichnungen aus der Serie in Tischen aus Corten-Stahl gezeigt werden. Die Zeichnungen in Mischtechnik und Collage sind erstmals in Plessis Schaffen farbig und definieren sich neben dem Bildmotiv der Boote über die Schriftelemente, die Plessi einem Architekten gleich, als Notiz zur Raumsituation anfügt. Neben dem Titel der Serie kehrt der Begriff "Licht" - einer versteckten Botschaft gleich - immer wieder in den Zeichnungen. Das ephemere Licht in Verbindung mit modernster Videotechnik wird von der Schroffheit des Materials, sei es Holz, Eisen oder Stein kontrastiert.
Während die mit ihrem Rumpf nach oben gedrehten mallorquinischen Boote in ihrem Inneren das Licht des blauen Meeres einfangen, löst das in Stein gemeißelte Wort "Traum" in der für die Ausstellung von Fabrizio Plessi im Stift Ossiach Titel gebenden Videoinstallation die Gravität des Materials auf. Das Licht als Anfang aller Schöpfung ist im Zusammenhang mit Wasser zu deuten, wenn es in der Bibel heißt: "...et spiritus Dei ferebatur super aquas.? Dixitque Deus: "Fiat lux". Et facta est lux."
Wir möchten Sie herzlich zu dieser "anspruchsvollen, wagnerianischen Reise" (F.Plessi) einladen.
Über Ihr Interesse und Kommen freut sich
Mario Mauroner & Team
SOLO EXHIBITIONS (selection):
2010
Llaüt/Licht, Mario Mauroner Contemporary Art Vienna, Austria
Sogno, Stift Ossiach, Carinthia, Austria
Louis Vuitton Trophy, La Maddalena Islands, Sardinien, "La Maddalena"
Goldoni Theater, Venedig, Digitale Szenographie, "Vestire gli ignudi" von Luigi Pirandello
2008
Pures Wasser, Kunstverein Villa Streccius, Landau Germany
L'usage de la parole. Phase II, Artiscope, Bruxelles, Belgium
Im Fluss, Neues Museum Waserburg, Bremen, Germany
2007
Fabrizio Plessi - IVAM - Institut Valencia d'Art Modern, Valencia, Spain
Fabrizioi Plessi, Wilhelm Hack-Museum, Ludwigshafen, Germany
Fabrizio Plessi: LAVA, Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Germany
2006
Paradiso & Inferno, Mario Mauroner Contemporary Art Salzburg, Austria
2004
Traumwelt, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Germany
Il Lavatori dell'anima - Es Baluard, Palma de Mallorca
2003
Prometeo, Loggia dei Mercanti, Milan, Italy
Digital fall, Collezione Peggy Guggenheim, Venice, Italy
IDB Cultural Center Gallery, Washington, USA
Parlamento Europeo, Strasbourg, France
Foresta Sospesa, Swarovski Kristallwelten, Watten, Austria
2002
Paradiso-Inferno, Scuderie del Quirinale, Rome, Italy
Museum of Contemporay Art, San Diego, USA
Foresta di Fuoco, Art Toronto, Toronto, Canada
Gold, Sharjah Museum, Sharjah, Emirates
2001
Only Fire, Sammlung Essl, Klosterneuburg, Austria
Guggenheim Museum, Bilbao, Spain
Museo Correr, Venice, Italy
2000
L'Almodi, Valencia, Spain
1999
Kestner Gesellschaft, Hannover, Germany
1998
Guggenheim Museum Soho, New York, USA
L'Arca dell'Arte, Kunsthistorisches Museum Wien, Vienna, Austria
La Jolla, Museum of Contemporary Art, San Diego, USA
1993
Fundació Juan Miró, Barcelona, Spain
Museum Ludwig, Cologne, Germany
1988
Museo Espanol de Arte Contemporaneo , Madrid, Spain
Museo Correr, Venice, Italy
1982
Centre Pompidou, Paris, France
GROUP EXHIBITIONS (selection):
2010
Dreams, Mario Mauroner Contemporary Art Salzburg, Austria
2009
L'anima dell' Acqua, Ca D'Oro Contemporary Art, Venice, Italy
2008
Pures Wasser, Kunstverein Villa Streccius, Landau, Germany
L'Usage de la Parole Phase II, Artiscope, Brüssel, Belgium
2007
Im Fluss, Neues Museum Weserburg, Bremen, Germany
2006
Wasser, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden, Germany
Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM, Karlsruhe, Germany
La scultura italiana del XX secolo, Fondazione Arnaldo Pomodoro, Mailand
2005
Stadtlicht - Lichtkunst, Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisnurg, Germany
XIV. Quadriennale di Roma, Galleria Nazionale d'Arte Moderna, Rom, Italy
2004
Meisterwerke aus der ZKM_Sammlung ZKM, Karlsruhe, Germany
Temporal Values - von Minimal zu Video, Städtische Galerie Karlsruhe, Germany
2003
Wasser - Sand - Weite, Städtische Galerie Wolfsburg, Germany
1999
Lineamente Internatonal, Lentos Kunstmuseum, Linz, Austria
1996
3. Biennale de Lyon, France
1987
Documenta 8, Kassel, Germany
1975
Biennale de Paris, France
1972
36. Biennale Venice, Italy |