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Einzelausstellung: Francis Baudevin - Et cætera et cætera et cætera (vorbei)

30 Oktober 2010 bis 18 Dezember 2010
  Francis Baudevin - Et cætera et cætera et cætera
 
  Galerie Mark Müller

Galerie Mark Müller
Hafnerstrasse 44
8005 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 211 81 55
www.markmueller.ch


Francis Baudevin Et cætera et cætera et cætera

Seit den späten 1980er Jahren betreibt Francis Baudevin seine geometrisch-abstrakte Malerei, die ihre Formen, Motive und Farben aus dem Reich des Produktdesigns bezieht. Die konzeptuell strenge Vorgehensweise sieht die Übertragung unterschiedlichster Artikel des Grafischen Designs in „klassische" Malerei vor. Das Weglassen von Schriftzügen, also die Eliminierung einer Werbebotschaft, sowie die vielfache Vergrösserung sind essentielle Schritte in Baudevins Praxis der Abstraktion. Eine Appropriation des Weglassens folglich, die ihren Fokus auf den Bildern hinter den Werbebotschaften legt und somit ein tiefgreifendes Interesse an den Formen der visuellen Kommunikation bekundet. Diese Wertschätzung findet seinen Ausdruck in Baudevins Prozess der Bildproduktion, wo viel Zeit aufgewendet wird, die maschinell hergestellte Farbigkeit der Verpackungen möglichst genau in Acryl zu übertragen. Offsetdruck in tausendfacher Ausführung und dessen akribisches Abbild, ein Einzelstück aus Menschenhand. Dem letzteren im Ausstellungsraum bleibt neben seiner Funktion als Malerei stets auch eine indexalische Qualität anhaften. Es ist die Ahnung, dies oder jenes Motiv schon einmal gesehen zu haben, die den Betrachter mit Baudevins Arbeiten in einen Dialog treten lässt. Bloss wo? Denn über die Verweise zum Produktdesign speist Baudevin allerlei Kunstgeschichte in seine Arbeit ein. Die Pop Art war es, die zum ersten Mal die Brücke schlug vom High zum Low, von der Kunst zum Konsum. Baudevin zitiert deren Protagonisten genauso wie jene der Minimal/Abstract Art mit ihren Fragen zu Formen der geometrischen Abstraktion. Und wenn gerade in der Schweiz, im Dunstkreis der Zürcher Konkreten um Max Bill, Richard Paul Lohse oder Verena Loewensberg, die Wechselwirkungen zwischen Grafikdesign und bildender Kunst ein vielfach behandeltes Thema waren, schliesst Baudevin den Kreis, indem er jene von seinen Vorgängern beeinflussten, in der visuellen Kultur der Schweiz tief verankerten Designs in Malerei übersetzt.

Als gälte es zu wiederholen, wie unendlich vielfältig das scheinbar eng umrissene Feld ist, in dem Baudevin sich mit seiner Arbeit bewegt, betitelt der Künstler seine aktuelle Ausstellung in der Galerie Mark Müller mit „et cætera et cætera et cætera". „Und so weiter" in dreifacher Ausführung soll Wiederholung bedeuten, Repetition und Serialität, das Eine in steter Abhängigkeit vom Anderen. Programmatisch sind die Serigrafien im hinteren Raum, die bereits in vorangegangenen Arbeiten umgesetzte Motive in konzentrierter Form und Farbigkeit sammeln und in ein gegenseitiges Wechselspiel bringen. Aber auch die beiden quadratischen Arbeiten mit von einem Plattencover abgeleiteten, diagonalen Kreismotiven greifen ein ähnliches Thema auf. Einmal in Originalgrösse, einmal in 10facher Vergrösserung, inklusive Farbumdrehung spielen sie auf die Anwendbarkeit des Designs an. Baudevin erklärt seine Herangehensweise an die neuesten Arbeiten mit einer Metapher aus dem Bereich der Musik, seiner anderen grossen Leidenschaft. Es gehe ihm um das Verhältnis Mono/Stereo, deren Ambivalenz eine Aussage Stockhausens im Französischen Musik Radio treffend beschreibt: „The music is monophonic, monophonic!" Doppelt!

Yasmin Afschar

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