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Einzelausstellung: Frank Sämmer - MUTABOR (vorbei)

12 März 2004 bis 17 April 2004
  Frank Sämmer - MUTABOR
Frank Sämmer
 
  Galerie Voss

Galerie Voss
Mühlengasse 3
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)211-13 49 82
www.galerievoss.de


Kunst darf nicht kitschig sein, sie darf nicht fabulieren. Und sich selbst darf sie nicht dadurch kokett in Szene setzen, dass sie ihr Handwerk allzu perfekt beherrscht. Gegen diese Tabus der Moderne zieht Frank Sämmer zu Felde, im Kreuzzug mit Rittern, Rüstungen und Lanzen, gewappnet mit Farbe und fabelhafter Fantasie. Ob er diese Tabus tatsächlich bricht oder ihre Gültigkeit bestätigt, kann man in der Galerie Voss überprüfen. Dort sind die jüngsten Arbeiten dieses tüftelnden Außenseiters und abtrünnigen Beuys-Schülers ausgestellt.

Zu sehen sind poppig bunte Bilder, opulent, schräg und dicht, einfallsreich und detailversessen, gespickt mit Humor und einem unendlichen Vorrat kunsthistorischer Zitate. Frei assoziiert und brilliant kombiniert werden sie in ausschweifenden Zusammenhängen immer wieder neu erfunden.

2.10m zu 4.80 m misst "das Duell", ein monumentales Schlachtenbild im Eingang der Galerie. Fast ein Jahr dauerte die Fertigstellung, ein Schaffens-Zeitraum, der dem Geldbeutel eines marktabhängigen Künstlers nicht gerade zuträglich ist.
Zwei Reiter preschen im Zweikampf aufeinander zu, in dandyhaftem Aufzug der eine, in eiserner Rüstung der andere, beide bewaffnet mit metallisch funkelnden Lanzen. Phantastische Fabel- und Fantasiewesen bevölkern den Schauplatz. Ein rattenköpfiges, geflügeltes Ungeheuer schwenkt die Schweizer Fahne, ein langbeiniger Frauenkörper schwebt mit brennendem Vogelkopf und schwarz-rot-goldenen Schmetterlingsflügeln, ein löwenartiger Krieger kämpft mit Schwert und Geweih, während ein mohrrübengehörnter Dürerhase flüchtet. Menschengroße Vögel stehen unbewegt.

Das rätselhafte Bild erinnert an ein Historiengemälde, in dem Ucello 1451-1460 im Auftrag der Medici den Sieg der Florentiner über die Sienesen idealisiert. Sämmer liebt diesen Übergang von der Gotik zur Renaissance, die Spannung zwischen Fläche und aufbrechendem Raum, zwischen Erfindung und Präzision. So wie ein Renaissance Künstler aus akribischer Naturbeobachtung seine Bildwelten baute, bleibt auch bei Sämmer nichts dem Zufall überlassen. Er arbeitet penibel mit Pinsel und Farbkreisen, mixt Ideen in umfangreichen Studien, mit Kreide, Zeichnung und altmeisterlich in Malerei. Charles Rump vergleicht Sämmers Bilder mit einem visuellen Zaubertrank. Das sind sie auch. Denn verweigert man den sinnesbetörenden Genuss, bleibt nüchtern im Urteil und klar bei Verstand, so wird einem dieses Reich verschlossen bleiben.

Christiane Dressler in: Rheinische Post vom 20.03.2004

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