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Einzelausstellung: Friederike Klotz - Installation und Objekte (vorbei)

11 November 2000 bis 9 Dezember 2000
  Friederike Klotz - Installation und Objekte
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
Halle am Wasser - Invalidenstrasse 50/51
10557 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 28 59 90 70
www.jarmuschek.de


FRIEDERIKE KLOTZ

Installation und Objekte


Die Galerie Jarmuschek und Partner zeigt vom 10. November bis 9. Dezember 2000 eine Installation und Objekte von Friederike Klotz.

In den transparenten Objekten von Friederike Klotz sind verschiedene Interieurs sichtbar. Die gläsernen Kuben dokumentieren konkrete, menschenleere Orte als fotografische Spuren kommunikativer Beziehungen. Situationen alltäglichen Lebens werden in ihnen rekonstruiert, verdichtet und neu erschaffen, und erscheinen zugleich unwirklich.

Im Dialog mit diesen Objekten wird eine Installation aus großformatigen Bilddrucken zu sehen sein. Hier sind es Menschen, die in der dichtgedrängten Montage verschiedener Gruppenporträts die Wände des Raums bedecken. Der Betrachter sieht sich von diesen Schichtungen fotografischer Zeugnisse umgeben.

Komplementär zu diesen menschenleeren Interieurs wird ein Raum der Galerie in einer Installation mit Menschen geradezu überfüllt. Großformatige Drucke bedecken die Wände. Auf ihnen schichten sich vor der Kamera aufgestellte Menschen dicht gedrängt in einer einzigen Montage gefundener Gruppenfotos - Zeugnisse und Formen der persönlichen Erinnerung Unbekannter an gemeinsame Erlebnisse, kollektive Arbeit oder private Geselligkeit.

In der grafischen Auflösung des digitalen Drucks wurden die Konturen und Kontraste der ursprünglichen Aufnahmen stark reduziert. Mit der detailgenauen Bestimmtheit der Fotos tritt der konkrete Erinnerungswert, den die sie für ihre einstigen Besitzer hatten, in den Hintergrund. Dennoch bleibt das Moment möglicher Wiedererkennbarkeit, prägnante Züge einzelner Gesichter, der Mimik und Haltung der dargestellten Personen wirksam. Auch die bis unter die Decke dicht gestaffelten Formationen dem Betrachter unbekannter Menschen spielen mit dem ungestillten Interesse am Anderen, Fremden. Hier geht es jedoch um den Moment der Aufstellung für ein Foto: Posen, vorgeführte Beziehungen und herausgestellte Hierarchien, Demonstrationen der Individualität vor dem Hintergrund inszenierter Gemeinsamkeit und immer wieder Einzelne, die sich einer Regie zu entziehen scheinen die jedem Betrachter nur zu bekannt ist. Die gemeinschaftsstiftende Kraft fotografischer Rituale – sie ist ungebrochen und entfaltet ihre virtuosen Zeremonien auch jenseits der eigenen persönlichen Beziehungen, wenn die arrangierten Körper erst nach und nach vor dem Auge des Betrachters konkret werden, ihn umgeben und sich beim Nähertreten in Schwärme einzelner Plotter-Pixel auflösen.

Präsenz und Abwesenheit von Menschen prägen in den gezeigten Arbeiten Raumerfahrungen im Spiel mit Genres des fotografischen Bildes. Interieurs privater wie öffentlicher Räume und das überdimensionale Gruppenfoto lassen den Betrachter dabei in irritierender Weise teilhaben an (fremden) Erinnerungen und Lebenszusammenhängen.

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