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Einzelausstellung: GABRIELA FRIDRIKSDOTTIR - MELANKOLIA (vorbei)

21 Oktober 2004 bis 4 Dezember 2004
  GABRIELA FRIDRIKSDOTTIR - MELANKOLIA
Gabríela Fridriksdóttir, Exitus, 2004, Emailfarbe/Filzstift auf MDF, 60,5 x 80,5 cm
 
  HAMISH MORRISON GALERIE

HAMISH MORRISON GALERIE
Friedrichstraße 232
10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 30 280 40 577
www.hamishmorrison.com


Gabríela Fridriksdóttir eröffnet mit Melankólia in der Spielhaus Morrison Galerie ihre erste Einzelausstellung in Berlin. Die in Brüssel lebende Künstlerin wird im kommenden Jahr den Isländischen Pavillion auf der Venedig Biennale bespielen. In Berlin zeigt sie in eine komplexe multimediale Inszenierung, die thematisch um das Phänomen der Melancholie kreist.

Basis von Gabríela Fridriksdóttirs Kunst ist immer ein theoretisches Konstrukt, ein mythischer Stoff, den sie mit viel bizarrer Selbstironie in ein Video-Happening umsetzt, meist von Musik begeleitet. Die Figuren dieser opernhaften Inszenierungen sind, neben ihr selbst, dämonisch/komische Skulpturen, die sukzessive ein eigenes Leben als autonome Skulpturen bekommen oder zu eigenwillige kleinen Zeichnungen mutieren.

In Melankólia hantiert die Protagonistin mit der schwarzen Galle und bringt sich spielerisch in den Seelenzustand der Melancholie, der es ihr ermöglicht, sich von den künstlichen Hüllen ihres Wesens zu befreien, um zu ihrem genialischen Kern zu gelangen, wo keine Angst aber auch keine Sicherheit möglich sind. Gleichzeitig wird die schwarze Galle zum Medium des künstlerischen Schaffens, ja wörtlich zu einer göttlichen Tinte, mit der die Künstlerin in einem archaischen Fruchtbarkeitstanz Spuren ihres tragischen Seelenzustandes aufzeichnet.

Gabríela Fridriksdóttirs künstlerisches Vokabular ist in der Musik ebenso verwurzelt wie in den bildenden Künsten. Souverän hält sie die Balance, die es ihr ermöglicht, die Sprache ihrer Happenings ohne Verlust an Tiefenschärfe in Videoarbeiten zu übersetzen, und dabei noch jeder kleinen Skulptur oder Zeichnung aus dem thematischen Umfeld ein enormes künstlerisches Gewicht zu verleihen, dem eine musikalischen Leichtigkeit eigen ist.

Diese Leichtigkeit von Fridriksdóttirs Kunst mag ein isländisches Phänomen sein: Wo Alle miteinander verbandelt und verwandt sind, wiegt die Last der eigenen Existenz nicht so schwer. Zugleich ist ihre systematische Grenzüberschreitung eine Gegenreaktion der isolierten Insulanerin. Gabríela Fridriksdóttirs Kunst duldet keine Grenzen, sie ist nomadenhaft mäandernd.

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