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Einzelausstellung: Geta Brătescu (vorbei)

28 Juni 2008 bis 24 August 2008
  Geta Brătescu
No to Violence, 1974
Courtesy Moderna galerija Ljubljana, Foto: Mihai Brătescu
 
  Galerie im Taxispalais

Galerie im Taxispalais
Maria Theresien Straße 45
6020 Innsbruck
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)512-508 3171
www.galerieimtaxispalais.at


Geta Brãtescu

28. Juni - 24. August 2008

Pressegespräch: Freitag, 27. Juni 2008, 10 Uhr

Eröffnung: Freitag, 27. Juni 2008, 19 Uhr

Eröffnung durch Dr. Silvia Eiblmayr, Leiterin

Zur Ausstellung spricht Alina Serban, Kuratorin und Kunstkritikerin, Centre for Visual Introspection, Bukarest

Grußworte von Mag. Carmen Bendovski, Gesandte, Leiterin des Rumänischen Kulturinstitutes in Wien

Geta Brãtescu gilt als eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten in der rumänischen Avantgardekunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre künstlerische Praxis nahm im heterogenen und anregenden intellektuellen Klima der 1940er und 1950er Jahre ihren Ausgang und durchlief die Zeit des politischen Umsturzes und des Zusammenbruchs des Kommunismus im Jahr 1989. Die Tatsache, dass die Künstlerin diese gesellschaftlichen und kulturellen Wenden miterlebte, ist essentiell für das Verständnis ihrer wiederkehrenden Beschäftigung mit bestimmten Formen des künstlerischen Ausdrucks.

Die Ausstellung in der Galerie im Taxispalais Innsbruck ist die erste umfassende internationale Präsentation von Geta Brãtescus Performances, Filmen, Zeichnungen und Objekten, die Mitte der 1970er Jahre in Bukarest entstanden.

Der konzeptuelle und prozessuale Charakter der Arbeiten von Brãtescu erweitert die Untersuchung der Bildsprache über formale Ästhetik und materielle Konventionen hinaus und bindet die BetrachterInnen in das intime physische und psychische Universum der Künstlerin ein. Das Besondere an Brãtescus Oeuvre ist die Tatsache, dass es einem komplexen Akt der Selbstuntersuchung entspringt, der den Körper wie auch die Dinge zu objektivieren sucht, indem er vom Subjektiven und Realen zu einem Zustand des Objektiven und der Abstraktion führt.

In den 1970er Jahren, auf die sich die Ausstellung konzentriert, entwickelte Geta Brãtescu ein medienübergreifendes Konzept für raumbezogene, performative Arbeiten, in denen sie die Beziehung zwischen Körper und dem umgebenden Raum untersucht. 1977 schrieb Brãtescu das Skript zu ihrer ersten gefilmten Performance mit dem Titel „The Studio" („Das Atelier", 1978, Kamera Ion Grigorescu). Der Film funktioniert als selbstreferentielle Geschichte, die in „coupes mobiles" („beweglichen Schnitten") die psychische und physische Umgebung der Künstlerin untersucht und verarbeitet und dabei auf eine symbolische, sogar ideologische Beziehung zur Kamera verweist. Die Kamera, im Text als „das Auge" bezeichnet, dringt in das Universum der Künstlerin (das Atelier) ein und vermisst es auf voyeuristische Weise.

Für Brãtescu ist das Atelier der Ort der Neudefinition des Ich, der Raum, in dem die Künstlerin ihre Lust auf Spielerisches frei bekennt, die Bühne, auf der Ideen zum Leben erweckt werden und die Gesten der Performance Alternativen zum täglichen Leben darstellen. Im Studio verschmelzen die subjektiven Gesten der Künstlerin mit dem Ort und dem Ausstellungskontext. Die Arbeiten der Künstlerin wurden meist im Atelier produziert und zum ersten, wenn nicht sogar einzigen Mal dort gezeigt. Dies gilt auch für die Rauminstallation „No to Violence", die die Künstlerin 1974 in ihrem Atelier schuf; sie entstand aus einem Objekt, das an einen bandagierten Ellbogen erinnert. Die Installation spricht die Frage der Kunstfertigkeit, den Status des Kunstwerks und die Beziehung zwischen Design und Kunst an.

„Towards White" („Gegen Weiß", 1975), „Self-Portrait, Towards White" („Selbstporträt, Gegen Weiß", 1975) und „From Black to White" („Von Schwarz zu Weiß", 1976) kann man als Abfolgen eines Theaterstücks lesen, in dem die Künstlerin als Akteurin Fragen der eigenen Identität und ihrer Auslöschung (durch das fortlaufende Überlappen von Plastiksäcken über ihrem Gesicht - in „Self-Portrait, Towards White") zur Diskussion stellt und Fragen der Entmaterialisierung des Objekts und des Körpers im Raum (in „Towards White") anspricht.

In dem Film „Hands" („Hände", 1977, Kamera: Ion Grigorescu) mit dem Untertitel „For the eye, the hand of my body reconstitutes my portrait" („Für das Auge stellt die Hand meines Körpers mein Porträt her") sind die Hände der Künstlerin die Akteure. In einer filmischen Abfolge suggestiver Gesten wählen diese Hände kleine Objekte aus, spielen mit ihnen und zeichnen dann die Umrisse auf den Tisch - eine andere Art und Weise, um das Portrait / die Identität der Künstlerin zu rekonstruieren.

Geta Brãtescu wurde 1926 in Ploiesti geboren. Sie lebt und arbeitet in Bukarest.

Kuratiert von Alina Serban in Zusammenarbeit mit Silvia Eiblmayr

Zur Ausstellung wird ein Katalog produziert.

Dank an
Promocult - Projekt unterstützt durch das Ministerium für Kultur und Religion, Rumänien
Rumänisches Kulturinstitut Wien
Centre for Visual Introspection, Bukarest

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