Language and login selector start
Language and login selector end

Gruppenausstellung: Group Show II (vorbei)

2 Februar 2013 bis 9 März 2013
  Group Show II
 
  alexanderlevy

alexanderlevy
Rudi Dutschke Str. 26
10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49 (0)30 - 25 29 22 21
alexanderlevy.net


Die Galerie alexander levy freut sich sehr mit der Ausstellung Group Show II Werke von sechs Künstler/Innen zu präsentieren.

Mit der Ausstellungsreihe Group Show präsentiert die Galerie alexander levy jedes Jahr junge Künstler/Innen, die durch ihre besonderen Positionen aufgefallen sind.

Benjamin Bronni (*1985 in Nürtingen) zeichnet sich durch stark konstruierte Bilder und Skulpturen aus, die einer bestimmten Geometrie zu folgen scheinen. Sie sind abstrakt, beinhalten jedoch Formen die gleichzeitig in unserem Unterbewusstsein Erinnerungen wachrufen. Für viele Werke Bronni's diente OSB (Holzwerkstoffplatte) als Leinwand bzw. Medium für Skulpturen. Ein Werkstoff, der einer klaren, scharfkantigen Geometrie wiederspricht und einen starken Kontrast zu der perfektionierten Konstruktion Bronni's aufweist. Die Wandarbeit Atelierbesuch (2012) spiegelt einen neuen Ansatz wieder, in dem Bronni mit Holzfurnier arbeitet und durch präzise Komposition Bilderwelten erschafft, die dem zweidimensionalen Material, einen dreidimensionale Erfahrungsraum ermöglicht. Alltagsmaterial wird zu einer abstrakten Bildwelt, in der wir uns verlieren können.

Ekaterina Burlyga (*1985 Alusta / Krim) setzt sich mit ihren Arbeiten tiefergehend mit politischen Begebenheiten des Ungleichgewichts in den Internationalen Beziehungen auseinander, sowie Referenzen in den Subkulturen des Berliner Nachtlebens. Für die Ausstellung hat Burlyga einen Kreislauf geschaffen, der durch die Galerie fließt. Von der Decke bis zum Boden der Galerie zieht sich ein dünner filigraner Faden. Dieser Faden, welcher nicht abreißt, besteht aus verbrauchtem Öl. Dieses scheint endlos und wird durch maschinelle Kraft vom Boden bis zu Decke gepumpt und dort der Schwerkraft überlassen. Mit dieser Installation erschafft Burlyga eine schwarze Linie im Raum, dessen Präsenz und Eigenschaften befremdlich erscheinen. Der Betrachter befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen ästhetischer und politischer Interpretation.

James Clarkson (*1987 in Liverpool) könnte man einen Sammler nennen. Clarkson ist ständig auf der suche nach Objekten und Materialien, aus denen er Bilder, Skulpturen und Installationen erschafft. Clarkson bezieht sich mit seinen Kompositionen auf die Moderne, nicht ausschließlich die Kunst, sondern ebenso auf Design. Die ästhetischen Parallelen, die seine Kompositionen aus arrangierten Fundstücken zur Malerei bilden, interessieren ihn dabei besonders. Die in der Ausstellung zu sehenden Werke sind beide ausschließlich aus Fundstücken erschaffen. Arrangierte Stahlstangen, Gummiisolierungen und Knöpfe kommen einer Malerei nahe. So empfindet Clarkson eine gebogene Metallstange wie einen mit Leichtigkeit gezeichneten Linie.

In Ari Sariannidis (*1986 in Berlin) Kunstkammer Adaptionen sucht man vergeblich nach Nautilus Muscheln, Straußeneier, Korallenzweige und Rhinozeros Hörnern in wertvoll gearbeiteten Fassungen. Die Künstlerischen Formen des Präsentierens, Ordnens und Kategorisierens von Objekten gehen auf eine jahrhundertlange
Tradition zurück. Die Form des Präsentierens durch Wunder- oder Kunstkammern war und ist immer sehr persönlich, ein Spiegel seiner Zeit.
Der Künstler beschreibt es uns wie folgt: "Griechische Vase, Römerglas, in rot, gelb und ockerbraun. Ein Schokoladenmädchen an der Wand. Billiger Reprodruck, schönes altes Wandregal, sogar mit eingelassener Minibar. Eierlikör mit dazugehörigen Schokobechern sind natürlich auch dabei. Noch eine griechische Büste und eine Menge Meißener Porzellan. Irgendwie eine ganz nette Farbkombi das ganze hier. Frag mich ob das ne Anordnung hat. Soll das so sein, oder ist es vielleicht gerade so recht?" Sariannidis neueste Installation spiegelt diese eigenständige Form der Präsentation wieder und zeigt die Verweise und Anspielungen auf, die er durch die Ansammlung an Dingen erzeugt.

Sinta Werner (*1977 in Hattingen) hinterfragt mit Ihren Collagen, Installationen und Objekten unsere Wahrnehmung der Realität. Die Werke spielen mit der Wahrnehmung des Betrachters und sind erst auf den zweiten Blick in ihrem Umfang erfahrbar. Dabei hebt Werner die kleinen, bisher unbeachteten Dinge hervor, wie etwa mit der neuen Arbeit Zerknülltes Papier (2013). Die Arbeit zeigt ein zerknülltes Din-A4 Blatt, welches leer ist. Erst bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass es sich um ein Objekt handelt, ein Objekt aus vielen Schichten gestapelten Papiers, welches die Form eines zerknüllten Blatt Papiers wiederherstellt. Die so beiläufige und achtlose Art, die dem Zerknüllen anhaftet, bekommt im mühevollen Sezieren und Reproduzieren etwas Bemerkenswertes. Man ist erstaunt über die Vielfalt der möglichen Knicke und die Differenziertheit der Form, die mathematischen Regeln und Naturgesetzen folgt.Eine weitere Arbeit stellt ein an der Wand hängendes Papier dar, welches ebenfalls leer ist und in einer Rolle auf dem Boden endet. Das Papier beinhaltet eine Abbildung desselben. Das Papier bildet den Rahmen für sich selbst, es ist Motiv und Bildträger zugleich. Die Abbildung auf sich selbst findet in einer subtilen Verschiebung statt, als wäre beim Versuch des Auseinanderdividierens und Analysierens ein Fehler

Johannes Vogl (*1981 in Kaufbeuren) ist ein aufmerksamer Beobachter unserer Zeit. Seine Werke sind von persönlichen Erfahrungen und Momenten beeinflusst. Mit seinen Werken verleiht Vogl seine teils poetische Sicht auf das Leben Ausdruck. Mit der Arbeit Das Brot (2009) eine Animation auf einem 16mm Film, zeigt er uns ein Marmeladenbrot, das sich im Fall befindet, in einem unendlichen Loop. Metaphorisch wird hier die Frage der Chance behandelt - auf welche Seite wird es fallen, ja oder nein - eine Grundlegende Fragestellung wird visualisiert und macht uns nervös, da wir die Antwort nie erfahren werden. Mit dem Werk Sommer (2009) schafft er es eine Jahreszeit für uns im Nachhinein abstrakt erfahrbar zu machen und in einen statischen Zustand zu versetzen. Ein Gemälde aus Fliegenfänger-Streifen hängt hierfür jedes Jahr in seinem Studio und fängt Insekten stellvertretend für den Sommer in seiner Umgebung ein. Für dieses Bild schafft Vogl demnach nur die Rahmenbedingungen und überlässt es dann sich selbst. Der Zufall, der ein grosser Bestandteil des Lebens sein kann wird uns somit auf eine poetische Art und Weise vor Augen geführt.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.