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 Markus Redl, “Bananen ja, Negroide nein”, 2005, Sölker Marmor, 50x45x36 cm | | |
PREVIEW
BALTAZAR TORRES-FRANK-GRASSINO-HUEMER-KOSTNER-REDL-RENNER-SENA-TOGUO
Ausstellungsdauer: 31.03.2007-23.05.2007
Paolo Grassinos Arbeiten präsentieren sich sowohl materiell wie auch inhaltlich voller Spannung und Gegensätze. Durch die Darstellung vitaler Sujets mittels Industriematerialien wie PVC oder Aluminium schafft Grassino einen spannungsgeladenen Diskurs zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen, zwischen Vitalität und Erstarrung. Die Arbeiten von Francesco Sena hingegen halten den Betrachter auf Distanz. Rätselhafte Szenerien dringen verschwommen wie durch Milchglas durch die Wachsoberfläche und ziehen den Betrachter in Ihren Bann. Die anfangs ereignislosen, diffus leuchtenden Szenen haben beinahe cinematographischen Charakter und regen die Phantasie an, Anteil an dieser im Nebel verborgenen Welt zu nehmen. Auch an die Arbeiten von Baltazar Torres muss man nah heran gehen. Die kleinformatigen Arbeiten aus Holz und Blei zeigen die moderne Metropolis, in der der Mensch durch menschenunwürdige Lebenssituationen immer weiter in soziale Verarmung, Isolation und Kriminalität getrieben wird. Der aus Kamerun stammende Künstler Barthélémy Toguo benutzt afrikanische Mythen um mit dem Mythos der afrikanischen Bananenrepubliken aufzuräumen. Toguos Kunst - Aquarelle und groß angelegte Installationen - ist politisch und klagt auf sehr ironische Art und Weise das Ungleichgewicht zwischen der westlichen Welt und dem afrikanischen Kontinent an. Vorurteile beim Zoll, Schwierigkeiten bei Kontrollen auf Flughäfen und Grenzübergängen, aber auch die westliche Utopie des Kapitals als oberstes Glück sind zentrale Themen des multimedial agierenden Künstlers. Die Arbeiten von Hubert Kostner setzen sich auf ironisch - humoristische Art und Weise mit alpinem Kitsch und Tourismusidyll auseinander, und werfen einen kritischen, beinahe parodierenden Blick auf touristische Wahrnehmung und Postkartenlandschaften. Dabei bedient sich Kostner verschiedenster Gestaltungsmittel: Möbelstücke und digitale Medien werden genauso inkorporiert wie die im Grödnertal traditionelle Holzschnitzerei, welche jedoch bei Kostner glattpolierte Traditionen - einmal anders betrachtet - zum Vorschein bringt. Karin Frank meißelt in Holz worüber sich die meisten Menschen nicht einmal sprechen trauen: Exkremente und andere Körpersäfte werden pointiert aus dem Holz geschlagen, seit Ihrem Studienaufenthalt in Japan haben aber auch soziologische Fragestellungen Einzug in ihre Arbeit gefunden. Markus Redl bearbeitet das in der Bildhauerei wohl klassischste und „höchste" Medium Stein auf sehr unorthodoxe Art und Weise: scheinbar banale Szenerien werden aus Marmor geschlagen und mit Handlungsanweisungen versehen, politisch brisante Inhalte mit einer Portion Witz pointiert präsentiert. Judith Huemer konzentriert sich in ihren Arbeiten ganz auf Körperlichkeit und menschliche Bewegungen. In ihren großformatigen Fotoarbeiten geht sie ganz auf die Formensprache von bewegten, in bunten Stoffen gehüllten, arrangierten Körpern nach. Der Maler-Fotograf-Bildhauer-Architekt Lois Renner verschränkt Fotografie und Malerei und schafft somit Bildwelten, die die Grenzen dieser Medien neu definieren: der expressive Gestus der Malerei gibt Einblick in die Innenwelt des Künstlers, während die Fotografie die Dinge von Außen ablichtet. Diese sowohl inhaltlich als auch formal sehr vielschichtigen Arbeiten stellen die Definition von Malerei und Fotografie in Frage und geben einen spannenden Einblick in den Renner'schen Mikrokosmos.
Für Informationen oder Bildmaterial wenden Sie sich bitte direkt an die Galerie: office@galerie-mam.com
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