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Einzelausstellung: Guy Tillim - Second Nature (vorbei)

14 September 2012 bis 27 Oktober 2012
  Guy Tillim - Second Nature
Guy Tillim, “Tautira Tahiti”, 2010
Pigment ink on cotton paper
108 x 144 cm
Edition 7 + 2 AP
 
  Kuckei + Kuckei

Kuckei + Kuckei
Linienstraße (backyard) 158
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-883 43 54
www.kuckei-kuckei.de


In seiner neuen Serie Second Nature beschäftigt sich Guy Tillim mit der Ambivalenz von Bild und Erinnerung in der Bildbetrachtung. Der erste Teil der Arbeiten entstand auf und um die Inseln Französisch Polynesiens. Auf seiner Reise folgt er den Spuren von Entdeckern wie James Cook und Künstlern wie Paul Gauguin um einen zeitgenössischen Blick auf diese „Paradiese" zu werfen. Dabei beschäftigen ihn Fragen nach der Eigenständigkeit des Motivs und der Leistung des Betrachters. Wie viel gibt man selbst dem Bild? Wo sind die Grenzen von Interpretation und Dokumentation? Seine Motive reichen von ausgedehnten Seestücken, über Momente des Alltagslebens auf den Inseln bis hin zur wilden Natur des Dschungels im Landesinneren. Doch dabei vermeidet er strikt seinen Arbeiten eine Deutungsrichtung zu verleihen. Bildkategorien wie romantische Szenen, touristische Schnappschüsse oder sentimental verklärte Aufnahmen sucht man vergebens. Und doch fesseln die Aufnahmen der Landschaften mit ihrer Farbigkeit, kraftvollen Lichtern und Lebendigkeit. Charakteristisch für seine Landschaften sind auch eine unbegrenzte Schärfe und extreme Detailiertheit. Dynamische Elemente der Natur wie einen Regenschauer oder heftigen Wind lässt Tillim in den Arbeiten bewusst sichtbar und wendet sich damit gegen einen statisch-ikonischen Begriff von Fotografie.

Der zweite Teil der Arbeiten entstand in São Paulo und wirkt wie eine Antithese zu den Naturdarstellungen Französisch Polynesiens. Doch bei näherer Betrachtung folgt Tillim auch hier seinem Prinzip der Gleichbehandlung von bewegtem und unbewegtem Objekt. In der Topografie der Millionenstadt ruft diese Bildstrategie jedoch ungleich schneller eine Irritation beim Betrachter hervor. Die Fassaden der Hochhäuser, die parkenden Autos, der Wald aus Verkehrsschildern und die vorbei eilenden Passanten werden in gleicher Schärfe abgebildet. Mit dieser Manipulation des digitalen Bildes weigert sich Tillim seine Motive einer Hierarchie zu unterwerfen und der Moment des Seins wird gleichbedeutend mit dem Moment des Sehens. Die Arbeiten aus São Paulo folgen noch deutlicher seinem Streben nach dem Erleben des Ortes und der Wahrnehmung der Umgebung. Er spielt in seiner Serie Second Nature mit Erwartungen, Bildinhalten und Vermittlungsstrategien. Manchmal lockt und erstaunt er seine Betrachter, aber häufig verunsichert er sie auch, da er den Bilderwartungen nicht entspricht.

Guy Tillim wurde 1962 in Johannesburg geboren und lebt in Kapstadt, Südafrika. Seine vorherige Serie Avenue Patrice Lumumba wurde in der Fondation Henri Cartier-Bresson in Paris, dem Museu Serralves in Porto, dem Peabody Museum der Harvard University in Cambridge, dem Foam Fotografiemuseum in Amsterdam, dem Kunstverein Oldenburg, dem Museum of Contemporary Photography in Chicago und dem Contact Photofestival in Toronto gezeigt. Guy Tillims Arbeit ist unter anderem ausgezeichnet worden mit dem Daimler Chrysler Award for South African photogaphy (2004), dem Leica Oscar Barnack Award (2005) und dem ersten Robert Gardener Fellowship für Fotografie des Peabody Museums in Harvard (2006). Seine Arbeiten waren Teil der Documenta 12 (2007), der São Paulo Bienal (2006) und der Triennale im Palais de Tokyo (2012). Gegenwärtige Ausstellungen sind der Prix Pictet Power in der Saatchi Gallery, London (10. Oktober - 28. Oktober 2012), Lost Places - Orte der Photographie in der Hamburger Kunsthalle - Galerie der Gegenwart (8. Juni - 21. September 2012), Appropriated Landscapes in der Walther Collection, Neu-Ulm (16. Juni 2011 - März 2013), Auf Augenhöhe - Meisterwerke aus Mittelalter und Moderne im Ulmer Museum (4. Mai 2012 - 6. Januar 2013), Wir sind die Anderen - We are the Others im Art Foyer DZ Bank, Frankfurt, (16. August - 27. Oktober 2012)

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