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 Hans Kupelwieser, o.T. 2009 relief, papier (photogramm) 70x50 | | |
HANS KUPELWIESER
Der Künstler Hans Kupelwieser sieht sich selbst als Konzeptkünstler, gilt jedoch in Fachkreisen als Pionier der "postmedialen Skulptur". Was heißt das? In den 1950er Jahren ist in der zeitgenössischen Skulptur in Österreich eine kontinuierliche Verbindung zu den anderen künstlerischen Gattungen (Film, Fotografie, Architektur etc.) zu verzeichnen. Christa Steinle kreierte für dieses österreichische Phänomen den Begriff der "postmedialen Mentalität".
Ebenfalls können Kupelwiesers künstlerische Beiträge, wie auch Franz Wests und Erwin Wurms Arbeiten unter den Begriff der "erweiterten Skulptur" gefasst werden.
Mit den Skulpturen gehen immer Fotografien und Fotogramme einher. Kupelwiesers Intention dahinter ist es, einen Transformationsprozess von der Dreidimensionalität zur Zweidimensionalität oder auch vom Objekt zum Bild und umgekehrt sichtbar zu machen.
Seine Arbeiten entstehen über einen langen Zeitraum und nehmen teilweise Verbindung zu früheren Arbeiten auf. Zusammenfassend kann über das Oeuvre Kupelwiesers gesagt werden -und an dieser Stelle kann man voll und ganz Silvie Aigner in ihrem Aufsatz im Parnass zustimmen-, dass Kupelwieser zu jenen Künstlern gezählt werden kann, die am konsequentesten die neuen Möglichkeiten medialen Gestaltens in einem räumlichen und konzeptionellen Bezug gesetzt haben.
KURZBIOGRAFIE:
1948 geboren in Lunz am See/ Niederösterreich
1982-1984
Hochschule für Angewandte Kunst Wien
Lehrt an der Technischen Universität in Graz.
Lebt und arbeitet in Wien.
2008
Niederösterreichische Kulturpreis - Würdigungspreis Medienkunst
Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.
RUDI STANZEL
Nähert man sich Rudi Stanzels Arbeiten, so überrascht zunächst im ersten Eindruck die simple Tatsache, dass diese Bilder jegliche Perspektive negieren, vorwiegend auf die Nichtfarben reduziert sind und Linien aufweisen. Diese Linien sind wiederum entweder gemalt oder collagenartig mit diversen Materialien auf die Leinwand geklebt, sie sind meist in Schwarz, in Weiß und/oder in Grau gehalten. "Ich brauche keine 256 Farben" meinte Stanzel kürzlich in einem Interview "mir reichen bereits zwei." Seine Linien ziehen sich vertikal oder horizontal durch die Arbeiten in oftmals gerader und hin und wieder in geschwungener Form. Daraus mag als zweiter Eindruck eine beinahe monochrom meditative Stimmung sich ergeben, ein In-sich-stimmig-sein der Gemälde, die zwischen Dunkelheit und Licht und zugleich zwischen Heiterkeit und Feierlichkeit changieren.
Über die Bilder scheint ferner eine Pergamentschicht gespannt zu sein. Der weitere Eindruck täuscht, es ist kein Pergament sondern manchmal Reispapier. Die verschiedenen Schichten schmiegen sich aneinander wie Hautschichten. Sie sind nicht perfekt gespannt, bewusst sind Wellen gesetzt, da Rudi Stanzel gezielt durch die bewusste Auswahl seiner Materialien die Arbeitsschritte offenlegt.
Neben der Linie sind es Rechtecke, die teilweise aus textilem Gewebe bestehen, welche in die Leinwand integriert sind. Dies bemerkt man nur bei genauer Betrachtung, da Schicht um Schicht eine synergetische Verbindung geschaffen wird.
Interessant ist, dass Stanzel seine Linien nicht mit dem Pinsel malt, sondern mit den Fingern zieht oder mit der Spachtel aufträgt. Seit Jahrzehnten arbeitet er hierbei gerne mit Graphit. Und durch all dies gewinnen Stanzels kompositorische, minimalistische Arbeiten an Form, Raum und Spannung.
KURZBIOGRAFIE:
1958 geboren in Linz/ Oberösterreich
1982-1984
Hochschule für Angewandte Kunst Wien
Lebt und arbeitet in Wien.
Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. |