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Einzelausstellung: Harald F. Müller - New Works (vorbei)

24 Januar 2001 bis 6 Oktober 2001
  Harald F. Müller - New Works
 
  Mai 36 Galerie

Mai 36 Galerie
Rämistrasse 37
8001 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 1 261 68 80
www.mai36.com


Lost and Found – Zu den neuen Werken von Harald F. Müller

Der Besucher der neuen Ausstellung von Harald F. Müller sieht sich von einem eigenen Kosmos von Bildtafeln und Schriftzügen umgeben. Während die Bildtafeln durch ihren Abstand zur Wand im Raum zu schweben scheinen, präsentieren sich die Schriften mit beachtlicher Vehemenz. Sie haben einen starken Appellcharakter. Von ihrer materialen Konstruktion aus Holz und Stahl vor farbiger Wand lässt sich in keiner Weise absehen. Die Bilder erscheinen dagegen fragil. Schutzlos ragt die Bildoberfläche der auf Aluminiumplatten aufgezogenen Photographien in den Raum. Die hier präsentierten Bilder und Begriffe sind dem Betrachter bekannt und fremd zugleich: so erinnert "BEL AMI" an einen Roman von Maupassant, "IKO IKO" an einen Popsong und die Motive der stark vergrösserten Photographien zeigen mit ihrem groben Druckraster deutlich, dass sie schon einmal reproduziert und in einem anderen Kontext verwendet wurden. Zwar bewegen sich die hier gezeigten Motive alle durchaus im Bereich des Möglichen unserer alltäglichen visuellen Erfahrung, doch entziehen sie sich den kategorialen Einordnungsversuchen des Betrachters entschieden. Die wiederholten Versuche, das Vorgefundene zu kontextualisieren und damit begrifflich zu fixieren sind zum Scheitern verurteilt. Schriftzüge und Bildtafeln stehen ebensowenig in einer wechselseitig sich erklärenden Relation wie die Bildmotive zu ihren Bildtiteln. Ihre Konfrontation führt im Gegenteil eher dazu, dass sich beide, Motive wie Begriffe, in ihrer Bedeutsamkeit zunehmend verschliessen. Um so nachdrücklicher wird der Betrachter somit auf das in der Galerie konkret Sichtbare zurückverwiesen. Die formalen Aspekte aller Komponenten der Ausstellung drängen sich in den Vordergrund, ohne dass die hier in Anspruch genommene Bedeutsamkeit sich jedoch würde ausblenden lassen. Wir kommen schwerlich umhin jedem Bild in unserer Kultur bezeichnenden oder exemplarischen Charakter zuzuweisen und auch der Appellcharakter der in grosser Geste auftretenden Schriftzüge Harald F. Müllers ist nicht abzuweisen. Die Werke des Künstlers oszillieren so zwischen Verführung und Verweigerung, aber auch zwischen Fremd und Selbstverweis. Die hier versammelten Bilder und Begriffskonstruktionen sind Funde einer obsessiven Recherche des Künstlers in Archiven von Grosskonzernen sowie dem Erinnerungsraum unserer Kultur. Es handelt sich hierbei nicht um zufällige Fundstücke, sondern um solche Funde, die den Vereinnahmungsversuchen des Betrachters standzuhalten vermögen. In diesem Sinne sind sie wirkliche Entdeckungen. Dies erklärt auch, warum der Künstler in Jahrzehnte langer Arbeit nur auf ein relativ kleines Repertoir von Bildern und Begriffen zurückgreifen kann. Immer wieder inszeniert er diese neu, und jede neue Inszenierung und Präsentation stellt sie auf die Probe. [Text: Iris Wien]
Die Ausstellung dauert vom 24. August bis 6. Oktober 2001. Vernissage ist am 23. August von 18.00 bis 20.00 Uhr. Harald F. Müller wird vom 20. bis 23. August in Zürich sein. Sie sind in diesem Zeitraum herzlich zu einem persönlichen Gespräch mit der Künstler eingeladen. Auch lassen wir Ihnen gerne auf Anfrage geeignetes Bildmaterial zukommen. Wir freuen uns, Sie in der Galerie begrüssen zu dürfen und danken Ihnen für Ihr Interesse.
Mai 36 Galerie Victor Gisler und Luigi Kurmann
P.S. Bitte notieren Sie unsere nächsten drei Ausstellungen: Anke Doberauer, 12.10. 17. 11. 2001 Christoph Rütimann, 23.11.2001 12.01. 2002 Manfred Pernice, 18.01. 02.03. 2002 (in Zusammenarbeit mit Annemarie Verna Galerie, Zürich)

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