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Einzelausstellung: Heike Bruchhausen - Ceci n´est pas de l´art. (vorbei)

21 November 2006 bis 7 Dezember 2006
  Heike Bruchhausen - Ceci n´est pas de l´art.
Heike Bruchhausen, "Still Life", 2006
 
  Nusser & Baumgart

Nusser & Baumgart
Steinheilstr. 18
80333 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)89 - 22 18 75
www.nusserbaumgart.com


Ceci n’est pas de l’art - übersetzt: Dieses ist keine Kunst -, der Titel der Ausstellung, beinhaltet ein Augenzwinkern an das vielzitierte Bild Ceci n’est pas une pipe von René Magritte und ist gleichzeitig Anspielung auf Entstehungsprozess und Inhalt der Arbeiten von Heike Bruchhausen.

Sie bedient sich zweier traditioneller Kunsthandwerkstechniken: dem Sticken und dem Scherenschnitt: Putzlappen unterschiedlichster Materialien bestickt sie in aufwändiger oft wochenlanger Handarbeit mit Arrangements von figürlichen Bildchen, die sie zuvor äußerst sorgfältig aus Plastikverpackungen herausgeschnitten hat. Die so entstandenen Bildwelten werden von ihr mit ebenfalls handgestickten Textfragmenten wie z. B. Zitaten aus der Weltliteratur, Bibelstellen oder Werbeslogans kombiniert.
Scharfsinnig und schamlos nutzt die Künstlerin die Arbeit der Konsumforscher, Marktstrategen und Designer aus, um uns vor Augen zu führen, in welche Willenlosigkeit uns unsere Kultur züchtet und wie sehr unser alltägliches Leben aus Automatismen und Pawlowschen Reflexen besteht.

Wenn hauchzarte Kartoffelchips betörend verführerisch durch die Luft schweben, die Geburt der Venus durch Mediamarkt und Shell repräsentiert wird, die Pop-Ikone Marilyn - achtfach aufgenäht - immer wieder beteuert, dass sie eigentlich „Norma“ heiße und die Verpackung eines Gläserputztuches sakraler wirkt als der Papst beim Zelebrieren der Heiligen Messe, spätestens dann ist der Betrachter aufgefordert, Wörter und Bilder aus festen, linearen Bezügen zu lösen und variable Les- und Seharten der Kunst und des Lebens zuzulassen.

Wenn der Kunstkenner freudig die Sonnenblumen Van Goghs identifiziert und erkennen muss, dass er nur durch die flach gemalte Kopie eines namenlosen Kreativen - gedruckt auf Kunststoff und veredelt durch Goldstickerei - geblendet wurde, dann muss er sich unweigerlich der Frage nach der Definition von Kunst und den Mechanismen des Kunstmarktes stellen.

Jenseits der satirisch-ironischen Absicht in der Tradition von Dada und Pop hat Heike Bruchhausen sehr eigene und zuweilen sehr sinnliche und tief berührende Bilder geschaffen. Ihre Arbeiten kreisen in immer wieder überraschenden Variationen um zutiefst menschliche Themen: Mann und Frau, Identität und Unterschied, Liebe und Hass, Werden und Vergehen, Freiheit und Unfreiheit, Werte und Werteverfall, Hülle und Inhalt, Verfallsdatum und Fortbestand.
Text: Cyrille Zola-Place

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