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Einzelausstellung: Hlynur Hallsson - "Nytt - Neu - New" (vorbei)

20 Januar 2007 bis 10 März 2007
  Hlynur Hallsson -
Hlynur Hallsson
 
  Kuckei + Kuckei

Kuckei + Kuckei
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10115 Berlin
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Kuckei + Kuckei

zeigt

Hlynur Hallsson - "Nytt - Neu - New"

20. Januar - 10. März 2007

Eröffnung: 20. Januar, 18:00 - 22:00 Uhr

Kuckei + Kuckei freut sich neue Arbeiten von Hlynur Hallsson zu präsentieren. Hierzu sind Sie herzlich eingeladen.

Hlynur Hallson ist immer on the road. Der Isländer ist ein Reisender zwischen den Kontinenten und Kulturen, der aus Interesse an den Menschen den Kontakt und das Gespräch mit seinem Gegenüber sucht. Bei diesen Begegnungen entsteht eine Fülle von Momentaufnahmen, die auch für seinen Fotozyklus „Myndir - Bilder - Pictures" grundlegend sind.

Es handelt sich dabei um Fotografien, die mit einem dreisprachigen Text kombiniert sind. In ihrer Gesamtheit ergeben sie ein „Roadmovie", der sich aus Hallssons Erlebnissen und Erinnerungen zusammensetzt und wie eine Art Tagebuch funktioniert. Losgelöst von einer chronologischen Ordnung werden in diesem Zyklus Familienszenen mit Fotos von Freunden und fremden Menschen, Aufnahmen unterschiedlicher Landschaften und Orte mit Bildern aus dem internationalen Kunstbetrieb aneinandergereiht. Vor diesem Hintergrund ergibt sich ein bunter, mitunter sehr privater Bilderreigen aus Hallssons Leben, der scheinbar belanglos daherkommt, aber in der Verschränkung mit den Texten eine geradezu unglaubliche Wirkung entfaltet.

Zu jedem Foto erzählt uns Hallsson in Isländisch, Deutsch und Englisch eine kurze Geschichte. Diese sprachliche Reihenfolge wird auf allen Arbeiten konsequent durchgehalten und verweist zugleich auf den kommunikativen Horizont des Künstlers. Isländisch ist seine Muttersprache, Deutsch die Sprache seiner zweiten Heimat und Englisch eine Weltsprache. Spätestens hier zeigt sich deutlich, welche essentielle Rolle Sprache und Kommunikation im Werk des Isländers spielen.

Hallssons Geschichten, die lediglich aus einfachen Haupt- und Nebensätzen bestehen, erreichen uns unmittelbar und wirken sofort. Dieser Effekt hängt vor allem mit der Art, wie sich der Künstler uns mitteilt, zusammen. So beginnt er beispielsweise die Geschichte über eine Ballonfahrt mit seinem Sohn Hugi, der diese Fahrt anläßlich seines 10. Geburtstages geschenkt bekommen hat, vollkommen harmlos. Doch die Erzählung nimmt eine Wendung und verliert an Leichtigkeit, als der Künstler für einen Augenblick an das Buch „Liebeswahn" von Ian McEwan denken muß, in dem es ebenfalls um eine Ballonfahrt geht, die allerdings nicht gut endet.

Die Möglichkeit des Absturzes und das Buch, das den Künstler daran erinnert - es ist gerade diese minimale Verschiebung im Zusammenhang mit der Erzählung, welche die Geschichte aus ihrer Banalität und Alltäglichkeit herausrückt. Einfachheit und Komplexität zeichnet nicht nur diese Geschichte aus. Die Ambiguität zieht sich wie eine Konstante durch den gesamten Zyklus und taucht auch in der Arbeit auf, die den Innenhof des Messegebäudes der Art Basel zeigt. Bei schönem Wetter versammeln sich dort viele Besucher. Es ist ein kommunikativer Ort. Doch wer käme, wenn nicht Hallsson, auf die Idee, die Plauderei der Menschen mit der Geräuschkulisse eines Vogelfelsens zu vergleichen? Für den Künstler scheint dieser Vergleich nahe zu liegen, für uns hingegen offenbart er die Grenzen unserer Wahrnehmung, ermöglicht uns aber gleichzeitig unseren Horizont zu erweitern.

Hallssons Geschichten haben etwas Referentielles. Sie sagen uns etwas über ihn als Menschen und seine Sicht auf die Dinge. Vielleicht muß man aus Island kommen, um die Welt so wie er zu sehen. (Claudia Rahn)

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